Modell Räumliche Ordnung (MRO)

Das Modell Räumliche Ordnung (MRO) ist das integrierte räumliche Stadtentwicklungskonzept der Stadt Mannheim. 1992 zum ersten Mal erarbeitet und 1998 fortgeschrieben, wurde damit die Stadtentwicklung Mannheims erfolgreich gesteuert. Der Leitsatz "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" sowie die Sicherung der weiträumigen Grünzüge waren die großen Leitideen des MRO der 1990er Jahre, insbesondere für die Entwicklung der Konversionsflächen. Da im Stadtgebiet inzwischen keine wesentlichen großen Entwicklungsflächen mehr vorhanden sind, Mannheim als wachsende Stadt jedoch weiterhin erhebliche Wohn- und Gewerbeflächenbedarfe aufweist, wurde eine Fortschreibung des MRO notwendig.

Zielsetzung und Funktion

Ziel des MRO ist es, die wesentlichen Herausforderungen der zukünftigen räumlichen Entwicklung des Mannheimer Stadtgebiets zu identifizieren und Entwicklungspotenziale aufzuzeigen. Das neue MRO-Zielbild 2040+ führt die bestehenden sektoralen und teilräumlichen Stadtentwicklungskonzepte und -strategien der Stadt Mannheim zu einem übersichtlichen Gesamtkonzept zusammen und stellt die bestehenden Stadtquartiere und dessen Qualifizierung in den Mittelpunkt. Es dient als zentrale programmatische Grundlage der künftigen Stadtentwicklungsplanung in Mannheim.

Bausteine des MRO

Das MRO-Zielbild 2040+ besteht aus drei Bausteinen, die die räumliche Entwicklung auf unterschiedlichen Maßstabsebenen steuern:

4 Querschnittsthemen

  • Mannheim wächst im Inneren
  • Mannheim schafft gemischte und vernetzte Quartiere
  • Mannheim qualifiziert seine Wasserlagen
  • Mannheim stärkt sein Freiraumnetz

5 Stadtsegmente 

  • Die Äußeren Landschaften
  • Die Äußere Stadt
  • Die Mittlere Stadt
  • Die Innere Stadt
  • Die Quadrate

1 Räumliches Gesamtbild

Die Querschnittsthemen gelten sowohl stadtweit, als auch in den identifizierten, strukturell ähnlichen städtischen Teilräumen, den sogenannten Stadtsegmenten. In den Stadtsegmenten bieten sich spezifische Entwicklungschancen und -potenziale je Querschnittsthema. Das räumliche Gesamtbild zeigt die idealtypische räumliche Entwicklung Mannheims. Flussläufe, Grünzüge, Mobilitätsinfrastruktur und Stadtsegmente bilden zusammen die für Mannheim typische und zukunftsweisende räumliche Grundstruktur.

Steuerungswirkung

Am 09. Oktober 2025 wurde die Neufassung des MRO vom Gemeinderat für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung und strategische Positionierung des Oberzentrum Mannheims beschlossen (siehe auch Beschlussvorlage V400/2024 und Broschüre "Model Räumliche Ordnung - Zielbild 2040+"). Das MRO ist eine Informationsgrundlage für die Mannheimer Bürgerschaft, Gewerbetreibende und Akteure der Stadtentwicklung. Durch Beschluss des Gemeinderats ist dieses Entwicklungskonzept im Rahmen der Bauleitplanung als Abwägungsgrundlage zu berücksichtigen. Für die gesamtstädtische Entwicklung Mannheims als lebenswerte und innovative Stadt bildet das MRO-Zielbild 2040+ ein räumliches Leitbild. Sektoralen Entwicklungskonzepte, Bebauungspläne, Sanierungsgebiete oder strategischer Grunderwerb lassen sich aus dem räumlichen Gesamtkonzept ableiten. 

Die unterschiedlichen sektoralen Ansprüche an den Raum erzeugen Flächennutzungskonflikte, die im MRO miteinander verknüpft und dargestellt werden. Durch seine Schnittstellenfunktion zu verschiedenen räumlichen Themen und Planungen leistet das MRO einen wesentlichen Beitrag zum Ausgleich konkurrierender Flächen- und Nutzungsansprüche.

Prozess

Die mehrstufige Fortschreibung des MRO gliedert sich in Analysephase, Konzeptphase und Strategiephase. Mit Veröffentlichung der Analysebroschüre im Jahr 2021 endete die Analysephase (siehe auch Beschlussvorlagen V456/2019 und V028/2021). In der Konzeptphase von Mitte 2022 bis Ende 2024 wurde das neue MRO-Zielbild 2040+ im Dialog mit einer Vielzahl stadtgesellschaftlicher Akteure erarbeitet und fachlich durch eine interdisziplinäre Planungsbürogemeinschaft begleitet. In der letzten Phase soll eine Umsetzungsstrategie erarbeitet werden, die bestehende und beabsichtigte Planungen von privaten und öffentlichen Akteuren in einer abgestimmten Gesamtübersicht zusammenführt.

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