Wohnhaus von August von Kotzebue

Am 23. März 1819 sticht der Theologiestudent und Burschenschaftler Karl Ludwig Sand den vermeintlichen russischen Spion und Reaktionär August von Kotzebue in seiner Wohnung nieder. Der bekannte Theaterdichter lebt seit einem halben Jahr mit seiner Familie im Haus A 2, 5. Die Tat Sands stößt in nationalen und liberalen Kreisen auf viel Sympathie. Dem Deutschen Bund unter Führung von Metternich gibt sie Anlass zu einer reaktionären Welle von „Demagogenverfolgungen“, die durch die Karlsbader Beschlüsse im August 1819 legitimiert werden. Sand versucht, sich das Leben zu nehmen – allerdings ohne Erfolg. Nach einjähriger Haft lautet das Urteil des Oberhofgerichts auf Tod, auf ein Begnadigungsgesuch an den Großherzog wird verzichtet. Am 20. Mai 1820 wird Sand auf der Glaciswiese vor dem Heidelberger Tor, unweit des Zuchthauses in Q 6, wo er einsaß, mit dem Schwert hingerichtet. Ein starkes Militäraufgebot sichert den Richtplatz nahe dem heutigen Wasserturm
 

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