Sanierungsgebiet Schönau-Nordwest
Ausgangslage
Nachdem das Quartier "Schönau-Mitte" im Rahmen einer Stadterneuerungsmaßnahme in den Jahren 2015 - 2019 umfangreich aufgewertet wurde (u.a. Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes der GBG, Umgestaltung des Lena-Maurer-Platzes und Errichtung einer Skateranlage), rückte das Quartier Schönau-Nordwest in den Mittelpunkt einer weiteren Stadterneuerungsmaßnahme, da das Quartier ähnliche städtebauliche und soziale Gegebenheiten aufweist.
Sanierungsziel(e)
Durch die Sanierung des Wohnungsbestandes der GBG im Sanierungsgebiet können zeitgemäß ausgestattete Wohnungen auch zukünftig zu angemessenen Mietpreisen angeboten werden. Zudem tragen Maßnahmen wie die Neuordnung der Flächen um die Endschleife der Stadtbahn, die Sanierung von mehreren Spielplätzen und die Herstellung eines Rundweges zu einer nachhaltigen Aufwertung des Quartiers bei.
Einzelmaßnahmen im Überblick
- Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes der GBG
- Umsetzung von Mieterinnen und Mietern
- Neuordnung der Flächen um die Endschleife der Stadtbahn
- Sanierung von drei öffentlichen Spielplätzen für Kinder und Jugendliche
- Quartiersorientierte Gemeinwesenarbeit
- Abbruch der Wohngebäude entlang der Königsberger Allee und Ersatz durch Neubauten
- Herstellung eines Rundweges
Eckdaten
| Vorbereitende Untersuchungen | Verzicht auf vorbereitenden Untersuchungen, da bereits hinreichende Beurteilungsunterlagen vorliegen |
| Beschluss Sanierungssatzung | 24.10.2017 (Gebietsgröße: 43 ha) |
| Rechtskraft mit Veröffentlichung | 03.11.2017 (Amtsblatt Stadt Mannheim) |
| Förderprogramm | Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt (SSP) bis 2019, Sozialer Zusammenhalt (SZP) ab 2020 |
| Aufnahmejahr | 2017 |
| Bewilligungszeitraum | 01.01.2017 - 30.04.2028 |
| Bewilligte Fördermittel | 17,5 Mio. € |
Beschreibung und Stand der Einzelmaßnahmen
Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes der GBG
Die GBG verfügt im Quartier „Schönau-Nordwest" über mehr als 1.700 Wohnungen, wobei der überwiegende Teil des Bestandes aus 3- bzw. 5-geschossigen Gebäuden besteht, die vorwiegend in den 1950er bis 1980er Jahren errichtet wurden. Die Wohnungen und Gebäude sind zum Teil nicht mehr zeitgemäß und bedürfen daher umfangreichen Modernisierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen.
Durch eine, den aktuellen Bedürfnissen entsprechende Wohnungsausstattung, kann die Wohnqualität der Quartiersbewohner*innen nachhaltig gesteigert und infolge von Grundrissoptimierungen mehr familiengerechte Wohnungen geschaffen werden. Ferner können einige Wohnungen im Sanierungsgebiet "Schönau-Nordwest" durch diese Maßnahme barrierearm bzw. barrierefrei erschlossen werden.
Umsetzung von Mieterinnen und Mietern
Ein Verbleib der Mieterinnen und Mieter in den Wohnungen während der Modernisierungsarbeiten ist wegen des umfangreichen Modernisierungs- und Instandsetzungsaufwandes nicht möglich. Daher hat sich die GBG verpflichtet, die betroffenen Mieterinnen und Mieter sozialverträglich umzusetzen.
Für Mieterinnen und Mieter, die nach der Modernisierung und Sanierung in ihre bisherigen Wohnungen zurückkehren wollen, werden im Maßnahmengebiet sog. Drehscheibenwohnungen bereitgestellt.
Neuordnung der Flächen um die Endschleife der Stadtbahn
Von großer städtebaulicher Bedeutung für die nachhaltige Aufwertung des Wohnquartiers ist die Neuordnung der Flächen um die Endhaltestelle der Stadtbahn. Hier kann bspw. ein kleines Stadtteilzentrum entstehen, das eine verbindende Funktion für die verschiedenen angrenzenden Quartiere übernimmt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Neuentwicklung der Flächen notwendig.
Sanierung von drei öffentlichen Spielplätzen für Kinder und Jugendliche
Im Quartier befinden sich unter anderem die drei öffentlichen Spielplätze in der Rastenburger Straße, der Rudolf-Maus-Straße und der Bruno-Rüffer-Straße. Diese wurden in der Vergangenheit – unter Einbeziehung der Anregungen und Wünsche der Bewohner*innen – sukzessive saniert.
Quartiersorientierte Gemeinwesenarbeit
Das Quartierbüro Schönau des Caritasverbandes begleitet die Erneuerungsmaßnahme und beteiligt sich beispielsweise am Umzugsmanagement mit dem Ziel, nachhaltige und funktionierende Hausgemeinschaften zu schaffen bzw. bereits intakte Hausgemeinschaften zu erhalten. Ein starker Fokus der quartiersorientierten Gemeinwesenarbeit liegt zudem auch auf der Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie von Kindern und Jugendlichen an den Modernisierungsmaßnahmen der GBG und bei der Umgestaltung des öffentlichen Raums.
Abbruch der Wohngebäude entlang der Königsberger Allee und Ersatz durch Neubauten
Einige Wohngebäude entlang der Königsberger Allee wurden aus Gründen der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit abgerissen. In diesem Bereich entstehen derzeit neue Wohngebäude, welche im Rahmen der Landeswohnraumförderung errichtet werden. Zudem hat die GBG in jüngster Vergangenheit den Bau von insgesamt 37 Reihenhäusern zwischen der Lilienthalstraße und der Marienburger Straße fertiggestellt.
Herstellung eines Rundweges
Die Straßen- und Wegebeziehungen in „Schönau-Nordwest“ sind durch ein sehr heterogenes Erscheinungsbild geprägt. Durch die Herstellung eines Rundweges mit integrierten Spiel- und Verweilflächen, sollen die Wegebeziehungen und der öffentliche Raum innerhalb des Quartiers nachhaltig optimiert werden. Ziel ist vor allem eine Öffnung zum restlichen Stadtbezirk Schönau.
Sonderabschreibungen im Sanierungsgebiet
Im Sanierungsgebiet Schönau-Nordwest besteht für Hauseigentümer die Möglichkeit, Kosten für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung steuerlich gelten zu machen (§ 7h, 10f, 11a EStG):
- Bei vermieteten Gebäuden oder Wohnungen können die steuerlich begünstigten Kosten auf zwölf Jahre verteilt zu 100 % abgeschrieben werden (im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils 9%, in den folgenden vier Jahren jeweils 7%).
- Bei Gebäuden oder Wohnungen, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden, reduziert sich der Abschreibungsbetrag auf 90% (zehn Jahre zu 9%).