Städtebauliche Sanierung und Städtebauförderung

Städte, egal ob Großstadt in einer Metropole oder kleinere Gemeinde im ländlichen Raum, sind die Zentren ökonomischer, ökologischer, kultureller und sozialer Prozesse. Sich ständig verändernde Rahmenbedingungen, der gesellschaftliche Wandel und neue Funktionen stellen die Städte und Gemeinden dabei immer wieder vor große Herausforderungen, die es durch eine gezielte städtebauliche Entwicklungspolitik zu lösen gilt.

Ein zentrale Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen spielt dabei die städtebauliche Sanierung und damit eng verbunden die Städtebauförderung durch Bund und Land. Denn durch die fortwährenden Veränderungsprozesse bleibt es nicht aus, dass einzelne Quartiere mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten können und sich in der Folge städtebauliche Missstände abzeichnen oder gar manifestieren. In diesen Fällen ist es erforderlich, die be-troffenen Gebiete durch eine gezielte „Stadtreparatur“ zu stabilisieren und der Entwicklung durch aufeinander abgestimmte Einzelmaßnahmen neue Impulse zu geben.

Ausdruck solcher Fehlentwicklungen sind z.B.
•    schlechter baulicher Zustand von Gebäuden
•    verkehrliche Probleme (fließender und ruhender Verkehr)
•    Vernachlässigung des öffentlichen Raumes (Grünanlagen, Spielplätze)
•    fehlende Gemeinbedarfseinrichtungen
•    Versorgungslücken durch Rückgang des Einzelhandels
•    fehlgenutzte oder brachgefallene Gewerbe-, Industrie- oder Militärflächen
•    stadtklimatische Probleme

In zunehmendem Maße spielen aber auch nachteilige Veränderungen in der Zusammenset-zung der Bevölkerung und die soziale Segregation von Quartieren eine große Rolle. Mannheim als facettenreiche Großstadt in der „Metropolregion Rhein-Neckar“ kennt all diese Her-ausforderungen. Seit Anfang der 1970er Jahre haben sich die städtebauliche Sanierung und die Städtebauförderung daher als wichtige und flexible Instrumente einer nachhaltigen Stadtentwicklung etabliert. Sie gehören zu den zentralen kommunalpolitischen Aufgaben. Hierzu gehören u.a.

•    Modernisierung des Wohnungsbestandes (v.a. Erhalt preiswerten Wohnraums)
•    Revitalisierung von Brachflächen (Innenentwicklung vor Außenentwicklung)
•    Schaffung von bedarfsgerechten Gemeinbedarfseinrichtungen
•    Aufwertung des öffentlichen Raumes zur Verbesserung des Wohnumfeldes
•    Erhalt und die Stärkung der Stadtteilzentren
•    ökologische Maßnahmen (Energieeffizienz im Altbaubestand, Verbesserung des Stadtklimas, Reduzierung von Lärm und Abgasen usw.)
•    Betreuung von Bewohnerinnen und Bewohner durch Gemeinwesenarbeit oder Quar-tiermanagement zur Sicherung sozialer, altersgemischter, inklusiver und stabiler Bewohnerstrukturen

Ohne entsprechende Förderprogramme und finanzielle Hilfen von Bund und Land sind die Herausforderungen der städtebaulichen Sanierung aber nicht zu realisieren. Mannheim hat seit Anfang der 1970er Jahre über 220 Mio. € an Fördergeldern erhalten und in rd. 70 Sanierungsgebiete bzw. Einzelprojekte investiert. Dabei wurden Mittel aus 14 unterschiedlichen Förderprogrammen in Anspruch genommen (aktuelle Förderprogramme hier). Zusammen mit dem Komplementäranteil der Stadt sind dies Investitionen von weit über 400 Mio. €.

Damit ist die Städtebauförderung auch ein wichtiger Motor für die Wirtschaft, da nach entsprechenden Studien 1 € an Städtebaufördermitteln bis zu 8 € an Folgeinvestitionen nach sich ziehen, die auch der lokalen und regionalen Wirtschaft zugutekommen.