EUROCITIES SDG – TASKFORCE
Immer extremere Starkwetterereignisse, steigende Armut, die Ausschöpfung fossiler Brennstoffe und weltpolitische Konflikte, die zu Kriegen führen. Es sind die Kommunen, die den globalen Herausforderungen vor Ort als erstes gegenüberstehen. Globale Herausforderungen, die sich lokal auswirken. Und dabei sind sie meist allein in Eigenverantwortung in der Lösungsfindung.
Die Vereinten Nationen haben sich im Jahr 2015 zu den 17 Zielen Nachhaltiger Entwicklung verpflichtet und mit der Agenda 2030 eine Handlungsempfehlung für Städte und Kommunen zur Umsetzung dieser verabschiedet.
In Europa gibt es 33 Millionen Städte, die immer wieder vor neuen Herausforderungen in alleiniger Verantwortung stehen, zu denen sie sich neues Wissen, neue Erfahrungen und oftmals neue Regelungen aneignen.
Die Summe dieses lokalen Wissens, das täglich entsteht ist ein Schatz, der für die nachhaltige Entwicklung unerlässlich ist. Doch um die Summe des Wissens der einzelnen Kommunen zu bilden, braucht es Austausch und Vernetzung. Das EUROCITIES Städtenetzwerk, in dem die Stadt Mannheim Mitglied ist, ist ein Beispiel dafür, wie Städte gemeinsam zu bestimmten Themen in den Austausch gehen und an Lösungen arbeiten, die lokal hilfreich sind.
Im Jahr 2023 aktivierte die Stadt Mannheim im Rahmen der EUROCITITES Netzwerkarbeit zusammen mit der finnischen Stadt Espoo, der estländischen Stadt Tallinn und der spanischen Stadt Madrid eine Arbeitsgruppe zur lokalen Umsetzung der 17 globalen Ziele Nachhaltiger Entwicklung. Seit Anfang 2024 hält die Stadt Mannheim mit Christian Hübel, dem Fachbereichsleiter Demokratie und Strategie den Vorsitz dieser Netzwerk-Arbeitsgruppe. Rund 50 europäische Städte sind als Mitglieder der Sustainable Development Goals – Taskforce (kurz SDG-TF) im Austausch zu guten Beispielen, Erfahrungen und neuen Herausforderungen.
Neben dem Wissens- und Erfahrungsaustausch beschäftigt sich die Taskforce auch damit, die Stimme der europäischen Städte gegenüber der EU-Kommission, den Vereinten Nationen und anderen Instanzen zu stärken und ihr Mitspracherecht zu fördern.
Kommunen erledigen in Deutschland schätzungsweise 80 % aller öffentlichen Aufgaben. Dabei besteht der weitaus größere Teil aus Weisungsaufgaben und sonstigen Pflichtaufgaben, die durch EU, Bund und Länder angewiesen werden.
Doch diesen höheren Instanzen fehlt oftmals das Wissen über die Gegebenheiten vor Ort, den lokalen Abläufen und Abwicklungsprozessen. Es stellt sich immer wieder heraus, dass die Bedürfnisse von Kommunen um globale, europäische und nationale Ziele effektiv und effizient umzusetzen bei diesen Instanzen nicht vollständig bekannt sind.
Um dies zu erreichen, vertritt die SDG-Taskforce europäische Städte auf globalen und europaweiten Konferenzen, wie dem High-level Political Forum der Vereinten Nationen, dem World Urban Forum und anderen. Dabei werden vorab erarbeitete Stellungnahmen bspw. auf Podiumsdiskussionen und in Interviews bekannt gemacht.
Darüber hinaus werden Vertreter*innen globaler und europäischer Instanzen in die SDG-Taskforce- Sitzungen eingeladen und die in der Taskforce erarbeiteten Dokumente durch die Mitglieder in verschiedenen Netzwerken, auf Veranstaltungen und ihren Kanälen verbreitet.
Die Arbeit der SDG-Taskforce hat sich seit nunmehr über drei Jahre durch ihre wachsende Mitgliederzahl, der regen Teilnahme durch neue Good Practices und der Vorstellung von Initiativen aus der Mitgliedschaft, den wertvollen und weltweit auf positive Resonanz stoßenden Dokumenten und nicht zuletzt der Entstehung von neuen EU-geförderten Projekten aus dem Mitgliederkreis bewährt. Unter anderem können für die Stadt Mannheim hier URBACT IV - CSG und Interreg Europe – SUP4SUD, genannt werden. Projekte durch welche die Stadt Mannheim EU-Förderungen in Höhe von 75.000 € und 200.000 € erhielt.