Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke in Mannheim
Die Asiatische Tigermücke ist seit einigen Jahren auch in Mannheim heimisch. Sie breitet sich durch den globalen Reise- und Handelsverkehr weltweit aus und findet durch mildere Temperaturen mittlerweile auch bei uns geeignete Lebensbedingungen. Ganzjährige Bekämpfung und konsequente Prävention – vor allem durch die Bevölkerung selbst – sind notwendig, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.
Bti-Tabletten abholen
Ab Ende April sind Bti-Tabletten kostenlos erhältlich in den Bürgerservice-Zentren in den Stadtteilen Lindenhof, Waldhof und in der Innenstadt.
Häufige Fragen zur Asiatischen Tigermücke
- Woran erkenne ich die Asiatische Tigermücke? Was ist der Unterschied zu heimischen Stechmücken?
Die Tigermücke ist im Vergleich zu heimischen Stechmücken relativ klein, aber unverkennbar: Sie trägt ein charakteristisches schwarz-weißes Muster und eine markante weiß-silbrige Linie, die vom Kopf über den Rücken verläuft sowie am hintersten Beinpaar fünf weiße Ringel, wobei das letzte Fußglied komplett weiß ist (siehe Seitenende). Anders als die meisten einheimischen Stechmücken ist sie tagaktiv.
- Überträgt die Asiatische Tigermücke Krankheiten?
Die Tigermücke stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Sie kann Erreger wie das Dengue-, Zika-, Chikungunya-, Gelbfieber- und das Westnil-Virus auf den Menschen übertragen.
Die Mücke trägt die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich. Sie muss zunächst eine infizierte Person stechen, bevor sie das Virus weitergeben kann. Solche Viren können durch Reiserückkehrende eingetragen werden. Dies kann passieren, wenn sich eine infizierte Person in einer Region mit Tigermücken aufhält und gestochen wird. Bei ausreichend warmen Temperaturen können sich die Krankheitserreger in der Tigermücke vermehren und nach ungefähr neun Tagen bei einem weiteren Stich auf eine andere Person übertragen werden. In Deutschland ist ein solcher Fall bislang noch nicht bekannt (Stand März 2026).
Auch Hunde sind gefährdet: Die Tigermücke kann Fadenwürmer übertragen, die die Herzwurmerkrankung verursachen.
- Wo bilden sich die Brutstätten?
Tigermücken brüten in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden:
- Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen
- Tiertränken und Vogelbäder
- Hofgullys sowie verstopfte bzw. durchhängende Dachrinnen
- Hohle Zaunpfähle bzw. andere Hohlräume
- In welchen Stadtteilen kommt die Tigermücke vor?
In den Stadtteilen Almenhof, Lindenhof, Feudenheim, Schwetzingerstadt, Neckarstadt-Ost, Niederfeld, Neckarau und Rheinau-Süd hat sich die Asiatische Tigermücke fest angesiedelt.
In der Gartenstadt, im Speckweggebiet sowie in Käfertal-Süd, Wallstadt, Neuostheim und Neuhermsheim wurden Einzelfunde nachgewiesen.
- Wieso wird nicht das ganze Stadtgebiet durch die KABS bekämpft?
Da sich die Asiatische Tigermücke bereits sehr großflächig in Mannheim ausgebreitet hat, sind regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen durch Fachkräfte der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) im gesamten Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke aus personellen und finanziellen Gründen nicht möglich.
Daher ist es umso wichtiger, dass die Bürgerinnen und Bürger eigenständig Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern.
Was Sie tun können
Zu den wirksamsten Methoden zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke gehört die Vermeidung bzw. Beseitigung von Brutmöglichkeiten:
- Behältnisse leeren: Tiertränken, Untersetzer etc. mindestens einmal pro Woche vollständig leeren und abtrocknen.
- Behältnisse abdichten, z.B. Regentonnen mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug lückenlos verschließen
- Gefäße richtig lagern, sodass sich kein Wasser darin ansammeln kann
- Eier abtöten: Behältnisse mit heißem Wasser (mind. 60 °C) behandeln oder Ränder kräftig abbürsten; Spülwasser auf den Boden gießen
- Bti-Tabletten nutzen: Wo diese Maßnahmen nicht umsetzbar sind, helfen Bti-Tabletten. Mückenlarven werden mit dem biologischen Wirkstoff abgetötet, für Menschen und Tiere ist er vollkommen unbedenklich.
- Naturnahe Gärten anlegen & Artenvielfalt fördern: Libellen, Frösche und Vögel fressen Tigermücken und ihre Eier. Kräuter wie Lavendel und Rosmarin wirken abschreckend.
Fliegengitter anbringen: Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Tigermücken zuverlässig aus dem Haus fern.
Wann handeln?
- April bis Oktober:
Hauptsaison – konsequent Brutstätten kontrollieren
- November bis März:
Überwinterung als Eier & keine Vermehrung – frühzeitige Beseitigung von Eiern mit Bürste und heißem Wasser (60 °C)
Trotz allem Tigermücken Zuhause?
Wenn Sie alle Maßnahmen umgesetzt haben und die Belästigung trotzdem erheblich ist, können Sie sich direkt an die KABS wenden: www.kabsev.de/kontakt-tigermuecke.