Stadtklimaanalyse 2010
Im Rahmen der Stadtklimaanalyse 2010 sind, auf der Basis einer Nutzungstypisierung, erstmals auch die bioklimatischen Umgebungsbedingungen bewertet worden. Zusammen mit der Klassifizierung der baulichen Nutzungstypen und Baustrukturen, fand dabei u.a. eine Bewertung der bioklimatischen Verhältnisse innerhalb der Bebauung statt.
Bioklimatische Belastung
Nachdem jede Baustruktur einer thermischen Belastungszone zugeordnet wurde, erfolgte – durch Mittelbildung der Wertigkeiten Wärmepotenzial und Lufttemperaturverhältnisse – die Berechnung der bioklimatischen Belastung. Hierzu wurden auch die verschiedenen Kaltluftproduktionsarten ermittelt. So stellen beispielsweise gerade landwirtschaftlich genutzte Flächen und Grünflächen mit geringem Gehölzbestand hoch aktive Kaltluftentstehungsgebiete dar. Durch ihre geringe Oberflächenrauigkeit ist auch ihre Eignung als Kaltlufttransportbahn als sehr gut zu bewerten.
Thermisches Ausgleichsvermögen
Darauf aufbauend wurde erstmalig die Effektivität des thermischen Ausgleichsvermögens bewertet. Die Wertung basiert auf dem thermischen Ausgleichsvermögen und der Eignung der Freiflächen als Kaltlufttransportbahn.
Planungshinweiskarte
Innovativ war damals die Planungshinweiskarte. Die setzt die textlich beschriebenen Maßnahmen des Erläuterungsberichts in Piktogrammen um. Inhaltlich verfolgt sie diese Ziele:
- Freiraum bzw. Grünflächen sichern
- Kälteinseln erhalten
- Keine bauliche Nachverdichtung
- Baugrenzen einhalten
- Zusammenwachsen von Wärmeinseln verhindern
- Freihalten von Ventilationsbahnen
- Flächen mit städtebaulichem Entwicklungspotenzial
- Entkernung von Blockinnenbereichen
- Grünzug/Ventilationsbahn entwickeln