Mini-Wäldchen
Mini-Wäldchen sind angepflanzte Wälder auf einer relativ kleinen Fläche. Sie bestehen aus einer dichten Mischung standortangepasster und heimischer Baum- und Straucharten, die auf die heutigen klimatischen Anforderungen angepasst sind, und bilden kleine Biodiversitäts-Hotspots.
Da die Bäume relativ dicht gepflanzt sind, stehen sie unter einem Konkurrenzdruck, der sie besonders schnell wachsen lässt. Die stärksten von ihnen werden groß. Für ein Mini-Wäldchen braucht es normalerweise 200 bis 1.000 Quadratmeter.
Durch diese Vielfalt wird ein Lebensraum für zahlreiche Tierarten geschaffen und die Fläche dient als Biotoptrittstein in der Stadtlandschaft. Neben dem Gewinn für den Artenschutz zeichnen sich Waldinseln durch Temperatursenkung, CO2- und Wasserspeicher-Kapazität und Luftaustausch aus. Das wirkt sich insgesamt positiv auf das Stadtklima aus.
In Mannheim gibt es derzeit drei Mini-Wäldchen.
Lindenhof
Im Lindenhof entstand 2024 das erste Mini-Wäldchen Baden-Württembergs. Es befindet sich am Kleinfeldsteg in direkter Nachbarschaft des Glückstein-Quartiers und ist als Gemeinschaftsprojekt von Bürger-Interessensgemeinschaft (BIG), Unternehmen aus der Umgebung und zahlreichen Freiwilligen entstanden. Die BIG hat auch langfristig die Pflege des Mini-Wäldchens übernommen.
Die Fläche beträgt 350 Quadratmeter, auf der 150 Sträucher und 750 Bäume Platz finden. Ein kleiner Teil der Bäume stammt aus dem Baumbestand des Luisenparks. Sie stehen an einem gesonderten Randplatz. Gerahmt wird die Baum- und Strauchpflanzung durch einen insektenfreundlichen Blühstreifen.
Sensoren in diesem Mini-Wäldchen messen die Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung, Oberflächentemperatur sowie Bodenfeuchtigkeit und -temperatur. Aktuelle Vergleichsdaten der Oberflächentemperatur kann auch der Webseite der Smart City Mannheim GmbH aufgerufen werden: Vergleich der Oberflächentemperatur Tiny Forest mit Betonrampe Kleinfeldsteg - Smart City Mannheim
Neckarstadt-West
In der Fröhlichstraße, direkt hinter dem MARCHIVUM, in der Neckarstadt-West befindet sich seit 2024 ein weiteres Mini-Wäldchen. Auf einer Fläche von 273 Quadratmetern befinden sich rund 800 Pflanzen.
Die Setzlinge stammen aus einer Darmstädter Baumschule sowie aus der Grünen Schule im Luisenpark, wo Kinder Saatgut sammelten und daraus junge Pflanzen zogen. Zusätzlich sorgen verschiedene Sträucher für einen abgestuften Waldrand und ein Blühstreifen aus gebietseigenen Wildblumen und Wildgräsern am Rand der Fläche fördert Artenvielfalt.
Der Regionalverband Mannheim des Vereins für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung kümmert sich um das Mini-Wäldchen.
Schönau
Das jüngste Mannheimer Mini-Wäldchen befindet sich auf der Schönau. Es wurde 2026 in Kooperation mit BAUHAUS, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie lokalen Partnerinnen und Partnern am Loslauer Weg, Ecke Sohrauer Straße angelegt.
Rund 1200 Bäume und Sträucher wurden hier auf der 1.000 Quadratmeter großen Fläche angepflanzt. Für ein harmonisches Stadtbild wurde berücksichtigt, welche Baumarten bereits in der Umgebung vorkommen. Auch 50 junge Bäume aus der Grünen Schule des Luisenparks sind Teil des Mini-Wäldchens geworden. Die Stadt Mannheim ist für das Mini-Wäldchen verantwortlich. Ehrenamtliche aus dem Stadtteil unterstützen sie bei der Pflege.