Der in Mannheim geborene Musiker und Klavierlehrer Herbert Klingmann wurde am 6. April 1940 unter der Häftlingskategorie "Homosexuell", Häftlingsnummer 2858 im Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Am 11. August 1940 verstarb Herbert Klingmann 36-jährig, nach 4-monatiger Haft als sogenannter "Schutzhäftling" im KZ.
Jakob Reiter war vielen Mannheimern als Brezelverkäufer in der Vorhalle der AOK bekannt. In einem Gespräch mit dem dortigen Pförtner äußerte er sich über die Vernichtung der Juden und wurde vom Betriebsobmann der AOK bei der Gestapo denunziert. Diese konstruierte aus den Beschuldigungen eine das Todesurteil geradezu herausfordernde Anklage, das der Volksgerichtshof Berlin am 29. März 1944 erwartungsgemäß verkündete. Am 8. Mai 1944 wurde dieser Spruch in Brandenburg a. d. Havel vollstreckt.
Der Zigarrenfabrikant Otto-Josef Michel (geb. 1879) und seine Frau Frieda (geb. 1884) lebten mit ihrer Familie bis zum 22. Oktober 1940 in der Richard-Wagner-Str. 26 und wurden am 22. Oktober 1940 wegen ihrer jüdischen Abstammung nach Gurs in Südfrankreich verschleppt. 1942 brachte man sie nach Auschwitz, wo beide schließlich ermordet wurden.
Der Jurist Heinrich Wetzlar wurde in Mannheim als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mannheim studierte er an den Universitäten Berlin und Heidelberg, wo er 1892 an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät promovierte. Der nach der zweiten Staatsprüfung 1894 eingeschlagene Berufsweg als Richter führte ihn erst 1929 wieder in seine Geburtsstadt zurück, als er zum Präsidenten des Mannheimer Landgerichts ernannt wurde.