Feuergriffel

Nominierte für den „Feuergriffel“ stehen fest

42 Bewerbungen sind für das Stadtschreiber-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur eingegangen

Die Stadtbibliothek Mannheim hat im Jahr 2020 zum achten Mal den Mannheimer Kinder- und Jugendstadtschreiber „Feuergriffel“ ausgeschrieben. Bis Ende September trafen 42 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und Großbritannien ein. Nun stehen die Nominierten fest: Mit ihren spannenden Texten überzeugten Katrin Bongard, Jana Heinicke und Julia Willmann eine achtköpfige Jury.

Wer ab kommenden April für drei Monate in das Turmzimmer der Alten Feuerwache einzieht, um die eingereichte Buchidee auszuarbeiten und die Nachfolge von Tamara Bach, Antje Wagner, Rike Reiniger, Saša Stanišić, Tobias Steinfeld, Florian Wacker und Tanja Witte anzutreten, wird im Januar bekannt gegeben.
 

Die Nominierten:

Katrin Bongard lebt und arbeitet als Künstlerin, Schriftstellerin und Agentin für junge Schauspieler in Potsdam. Die Autorin ist Peter Härtling-Preisträgerin und hat Erfahrung mit einem Aufenthaltsstipendium in Schloss Wiepersdorf. Ihr Jugendromanprojekt mit dem Arbeitstitel „Green Sea“ handelt von drei Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen beschließen, sich als Aktivisten einer Umweltorganisation anzuschließen. Sie treffen sich auf einem Einsatzboot im Mittelmeer mit Umweltschützern aus aller Welt und verändern ihr Leben für immer. Aus Sicht der Jury spricht das aktuelle Thema Jugendliche sehr an und der Text ist packend geschrieben.
 

Jana Heinicke lebt und arbeitet als Kinderbuchautorin, Moderatorin und Workshopleiterin in Berlin. Die Bewerberin überzeugt die Jury mit einem tollen Text, dessen Lektüre Spaß und neugierig macht auf mehr. Das Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Blau, blau, blau ist alles was ich mag“ erzählt die Geschichte von Tilla, die ihrer Freundin und Mitschülerin Lara ein Veilchen verpasst. Sie ist wütend, weil diese sie nicht zur Party eingeladen hat und weil ihr Vater wieder säuft und mit Laras Mutter zusammengezogen ist.
 

Julia Willmann, freischaffende Autorin und Filmdramaturgin, lebt ebenfalls in Berlin und hat Erfahrung als Stadtschreiberin in Rottweil. Das Kinderromanprojekt mit dem Arbeitstitel „Die keine Fiege ii und das Rauschen der Welt“ überzeugt durch eine originelle Idee, einen mitreißend geschriebenen Text und erzeugt sofort „Kopfkino“ beim Leser, so dass die Jury unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Im geplanten Kinderbuch geht es um die kleine Schwebfliege Lili – die durch einen Unfall ihr L verliert und als keine Fiege ii alles dransetzt, die fernen Alpen zu erreichen.
 

Mit 9000 Euro dotierte Auszeichnung
Die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung teilt sich auf in 3.000 Euro Preisgeld bei der Abschlussveranstaltung, 3.000 Euro bei Veröffentlichung des in Mannheim entstandenen Buches und ein dreimonatiges Aufenthaltsstipendium in der Stadtschreiber*innenwohnung im Turm der Alten Feuerwache von April bis Juli 2021 inklusive Pauschale für Anreise- und Lebenshaltungskosten in Höhe von 3.000 Euro.
Die Stadtbibliothek unterstützt die Stadtschreiber*in durch lokale Kontakte und eine persönliche Betreuung.

Daneben sollen Kinder, Jugendliche und die Mannheimer Bevölkerung  - gerne auch bei ungewöhnlichen Veranstaltungen wie etwa einem gemeinsamen Frühstück oder einer Radtour, Lesungen, Werkstattgesprächen oder Schreibwerkstätten - die Möglichkeit haben, den Autor oder die Autorin kennenzulernen. Außerdem sind während des Aufenthaltes verschiedene Veröffentlichungen im Social Media-Bereich geplant.
 
Die unabhängige Fachjury setzt sich zusammen aus:
 • Jürgen Boos, Frankfurter Buchmesse
• Prof. Dr. Thomas Wortmann, Universität Mannheim
• Dr. Albrecht Plewnia, Institut für Deutsche Sprache
• Ulrike Stöck, Junges Nationaltheater Mannheim
• Eva Baumgartner, Journalistin
• Susan Zerwinsky, Goethe-Institut Mannheim
• Neo Allert, jugendliches Jurymitglied
• Dajana Schneider, jugendliches Jurymitglied
 
„Kinder- und Jugendbücher sind für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen elementar. Schüler*innen, die selbstbestimmt ihr Lektüreprogramm auswählen und sich ganz selbstverständlich in Bibliotheken bewegen, verzeichnen besondere Bildungserfolge. Es ist mir als Bildungsdezernent daher ein Herzensanliegen, Literatur zu fördern, die Kinder und Jugendliche besonders anspricht“, erklärt Bildungsbürgermeister Dirk Grunert die Gründe für die Auslobung des Preises.
 
Der Feuergriffel – Mannheimer Stadtschreiber für Kinder- und Jugendliteratur ist ein Preis der Stadtbibliothek Mannheim und wird gefördert vom Förderkreis der Stadtbibliothek Mannheim e.V., der GBG Mannheim, der Bülent Ceylan für Kinder Stiftung, der Carl Esser Stiftung und dem Kulturzentrum Alte Feuerwache Mannheim.
 

Bisherige "Feuergriffel"-Bücher

  • Am 13. Februar 2018 erschien das Buch „Scheiße bauen: sehr gut“. Geschrieben wurde es vom Feuergriffel-Preisträger 2015, Tobias Steinfeld, der das Manuskript dazu während seines Aufenthaltes in Mannheim unter dem Arbeitstitel „Im Himmel gibt es Sucuk, soviel du willst“ begann.
  • Rike Reiniger, Feuergriffel-Preisträgerin 2011, hat während ihres Mannheim-Aufenhaltes am Manuskript mit dem Arbeitstitel „Samika aus dem weißen Land“ gearbeitet. Im Frühjahr 2013 erschien das Buch unter dem Titel „Wolfsliebe” im Klak Verlag Berlin.
  • Die Feuergriffel-Preisträgerin von 2009, Antje Wagner, hat ihr in Mannheim begonnenes Buch „Vakuum“ im Bloomsbury Kinder- und Jugendbuchverlag veröffentlicht.

 

Galerie