Mitten durch Charlottenburg-Wilmersdorf verläuft der Kurfürstendamm. Der Berliner Stadtbezirk beherbergt die City-West – mit Bikini-Haus, Restaurants, Galerien, Ausstellungshäusern und Hotels wie dem Waldorf Astoria eins der Hauptgeschäftszentren der Hauptstadt. Die Häuser der Seitenstraßen verströmen mit ihren prächtigen Fassaden und aufwändig verzierten Hauseingängen großbürgerliches Flair. Den Stadtteil gibt es seit 2001, als Charlottenburg und Wilmersdorf zu einem Bezirk zusammengelegt wurden.
Die Sitzung des 80. Gestaltungsbeirats fand am Donnerstag, den 23.07.2026 im HAIFA 2 (EG), des Technischen Rathauses statt.
Protokoll der öffentliche Beratung:
TOP 1 Neubau 125 Ma KiTa, Rheinau
Die vorhandene Situation zeichnet sich durch eine hohe städtebauliche und freiräumliche Qualität aus. Der bestehende Kindergarten fügt sich gut in das Grundstück mit seinem wertvollen Baumbestand ein und bildet über seine Materialität zusammen mit den Nebengebäuden ein harmonisches Ensemble. Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Gestaltungsbeirat, die Weiternutzung sowie eine optionale Aufstockung des Bestandes intensiv zu prüfen.
Sollte der Neubau weiterverfolgt werden, ist es städtebaulich nachvollziehbar, diesen in seiner Ausrichtung an der umliegenden Wohnbebauung zu orientieren. Allerdings ist die Ausdifferenzierung des vorgeschlagenen Baukörpers zu überprüfen. Der geplante Vorbereich der Kita erscheint als Auftakt nicht ausreichend, auch sollte die räumliche Überlagerung des Eingangsbereichs mit dem ruhenden Verkehr kritisch untersucht und entflochten werden.
Bezüglich der inneren Organisation ist die Orientierung innerhalb der Kita zu optimieren. Es ist wünschenswert, beim Eintreten einen großzügigen, einladenden Eingangsbereich zu erhalten, der einen direkten Blickbezug und Durchgang zum Freibereich ermöglicht. Zudem ist die vertikale Erschließung der oberen Gruppenräume funktional zu überprüfen. Die Fassaden erscheinen derzeit noch sehr stark vom benachbarten Wohnungsbau geprägt. Eine stärkere gestalterische Eigenständigkeit als Bildungseinrichtung wird empfohlen. Die Gruppenräume sind deutlich großzügiger zu belichten, um den Tageslichteinfall zu optimieren. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt den Dachabschluss zum Garten über den vorgeschlagenen Fluchtbalkon auszubilden und einen Sonnenschutz in dieses Element zu integrieren. Zudem sollte untersucht werden, den Baukörper gestalterisch differenzieren, indem eine offene, transparente Seite zum Freiraum und eine ruhigere, geschlossene Seite zur Eingangsseite ausgebildet wird.
Es wird darum gebeten, wenn wie angekündigt eine systemische beziehungsweise modulare Bauweise vorgesehen werden soll, diese bereits frühzeitig in der Planung zu berücksichtigen. Als Fassadenmaterial sieht das bisherige Konzept eine Putzfassade vor.
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt, alternativ die Ausbildung einer nachhaltigen Holzfassade zu prüfen. Ergebnis: Der Gestaltungsbeirat freut sich auf die Weiterentwicklung des spannenden Projektes und bittet nach der Überarbeitung um Wiedervorlage.
TOP 2 Neubau Wohn- und Geschäftshaus Modessa, Innenstadt
Vorgestellt wurde der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf den Grundstücken J 1, 16–17 nach Abbruch des bestehenden Gebäudes „Modessa“. Das Vorhaben dient der Schließung einer innerstädtischen Baulücke innerhalb der Blockrandbebauung der Mannheimer Innenstadt.
Geplant sind drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss, eine großflächige Gewerbeeinheit im 1. Obergeschoss, darüber Wohnungen in den Obergeschossen, sowie zwei Büroeinheiten im Dachgeschoss. Das Gebäude orientiert sich hinsichtlich der Traufhöhe an den Nachbargebäuden und endet straßenseitig mit einem zurückgesetzten Dachgeschoss unter einem flach geneigten Satteldach.
Der Gestaltungsbeirat begrüßt grundsätzlich die Nachverdichtung an diesem innerstädtischen Standort sowie die Wiederherstellung eines geschlossenen Straßenraums. Die vorliegende Planung wird jedoch hinsichtlich ihrer städtebaulichen und architektonischen Einfügung kritisch bewertet. Fassadengliederung und Maßstäblichkeit
Die Straßenfassade wird als sehr schematisch und repetitiv wahrgenommen. Durch die durchlaufenden Geschossbänder und die gleichförmige Fensteranordnung entsteht ein eher großmaßstäblicher Eindruck, der nur bedingt auf die kleinteilige Parzellenstruktur und die differenzierte Fassadenabwicklung des Umfelds reagiert.
Insbesondere die beiden gewerblich genutzten Sockelgeschosse dominieren die Fassadenkomposition. Die horizontale Schichtung verstärkt die Wahrnehmung eines großvolumigen Gebäudekörpers und lässt die vertikale Gliederung der benachbarten Häuser vermissen.
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt zu prüfen,
− wie die historische Parzellenstruktur stärker ablesbar gemacht werden kann, − wie die Fassade vertikal gegliedert werden kann, − wie die Geschosse differenzierter ausgebildet werden können, − ob Materialwechsel oder plastische Fassadenelemente zur Maßstabsbildung beitragen können.
Ausbildung des Sockels
Die starke Verglasung im Erdgeschoss und die nahezu vollständig geöffnete Fassade im ersten Obergeschoss führen zu einer sehr ausgeprägten Sockelzone. Es wurde kritisch hinterfragt, ob die Fassadengliederung den darüberliegenden Wohnnutzungen ausreichend Halt und Bezug gibt. Der Übergang zwischen gewerblich genutztem Sockel und den darüberliegenden Wohngeschossen erscheint derzeit gestalterisch zu abrupt.
Der Gestaltungsbeirat regt an, den Übergang zwischen Gewerbe- und Wohnnutzung differenzierter auszuarbeiten.
Hauseingang und Adressbildung
Der Zugang zu den Wohnungen tritt innerhalb der langen Gewerbefassade kaum in Erscheinung. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt, den Wohnungszugang stärker herauszuarbeiten und ihm eine eigenständige Adresse im Straßenraum zu geben. Dies könnte durch eine klarere räumliche Fassung, eine differenzierte Materialität oder eine stärkere Hervorhebung des Eingangsbereichs erfolgen.
Dachgestaltung und oberer Gebäudeabschluss
Intensiv diskutiert wurde die Ausbildung des Dachgeschosses. Aus Sicht des Gestaltungsbeirats entsteht trotz des vorgesehenen Satteldaches der Eindruck eines zusätzlichen Vollgeschosses. Die straßenseitige Wirkung wird dabei insbesondere durch die großflächigen Dachterrassen, die hohen Brüstungen sowie die nahezu senkrechten Außenwände des Dachgeschosses bestimmt.
Die gewählte Dachform vermittelt derzeit nur eingeschränkt den Eindruck eines klassischen Abschlusses innerhalb der vorhandenen Dachlandschaft. Die geplanten Gauben wurden kritisch hinterfragt: In Größe, Breite und Anordnung nehmen sie einen erheblichen Anteil der Dachfläche ein und lassen die Dachform optisch zurücktreten. Dadurch wird die Dachlandschaft stark horizontal geprägt und der Eindruck eines weiteren Vollgeschosses verstärkt. Empfohlen wird, Proportion, Anzahl und Einbindung der Gauben zu überprüfen und zugunsten ruhigerer, zusammenhängender Dachflächen zurückhaltendere Lösungen zu untersuchen. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt deshalb zu prüfen,
− ob das Dachgeschoss stärker zurückgesetzt werden kann, − ob die Dachflächen steiler ausgebildet werden können, − ob die Gauben in ihrer Größe und Anordnung überarbeitet werden sollten, − ob die Dachfigur insgesamt prägnanter und ruhiger entwickelt werden kann, − wie die Einfügung in die heterogene Mannheimer Dachlandschaft verbessert werden kann.
Brandwände und Dachaufbauten
Die beidseitig sichtbaren Brandwandflächen werden in ihrer aktuellen Ausprägung als sehr dominant wahrgenommen. Im Zusammenhang mit der Dachgestaltung wurde angemerkt, dass die hohen Brandwandaufkantungen und die Ausbildung der Dachaufbauten die Wahrnehmung des oberen Gebäudeabschlusses zusätzlich verstärken. Die Dachsilhouette erscheint dadurch vergleichsweise unruhig und wenig in die umgebende Dachlandschaft integriert. Es wird empfohlen, Möglichkeiten zur gestalterischen Reduzierung der Brandwandwirkung zu prüfen und die Dachaufbauten insgesamt zurückhaltender und harmonischer in die Dachlandschaft einzubinden.
Hofseite und Freiräume Die hofseitige Gebäudeorganisation erscheint vor dem Hintergrund der engen Grundstückssituation nachvollziehbar. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass die Vielzahl an Rücksprüngen, Terrassen, Lichtschächten und Erschließungselementen zu einer hohen räumlichen Komplexität führt. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt eine Überprüfung der Freiraumorganisation und eine stärkere gestalterische Ordnung der Hoffassade.
Grundrissorganisation
Die Grundrisse wurden als Ergebnis einer sehr anspruchsvollen Grundstückssituation nachvollzogen.
Gleichwohl wurde angemerkt, dass die Vielzahl der Nutzungen – Gewerbe, Wohnen und Büro – sowie die komplizierte Erschließung zu einer hohen planerischen Komplexität führen. Eine weitere Optimierung hinsichtlich Klarheit und Robustheit der Erschließungsstruktur wird empfohlen.
Empfehlung des Gestaltungsbeirats Der Gestaltungsbeirat würdigt die Zielsetzung, die innerstädtische Baulücke zu schließen und die Nutzungsdurchmischung an diesem Standort zu stärken.
Vor einer Zustimmung sieht der Gestaltungsbeirat erhebliche Überarbeitungserfordernisse insbesondere hinsichtlich: − der Fassadengliederung, − der Maßstäblichkeit, − der Ausbildung des Sockels, − der Adressbildung des Wohnzugangs, − der Dachgestaltung und − der Wirkung der Brandwandbereiche.
Ergebnis: Der Gestaltungsbeirat bittet daher um Überarbeitung des Entwurfs und Wiedervorlage des Projekts zur erneuten Beratung.
Info 1 Sanierung Stengelstr., Seckenheim
Der Gestaltungsbeirat begrüßt ausdrücklich die Überarbeitung, bei der die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats aufgenommen und gut umgesetzt wurden. Nicht zuletzt die differenzierte Darstellung der Nachbarbebauung trägt sehr gut zur weiteren Beurteilung bei. Die Fassaden und die Dachlandschaft sind deutlich ruhiger und klarer gegliedert und passen sich nun gut in die Umgebung ein. Zum Hof wurde keine Überarbeitung vorgestellt. Hier bittet der Gestaltungsbeirat um Berücksichtigung der in der Sitzung am 30.04.2026 genannten Empfehlungen bezüglich Anordnung Stellplätze, der möglichen Verwendung von nutzbaren zusammenhängenden und versickerungsfähigen Flächen, um die Aufenthaltsqualität im Hof zu stärken.
Ergebnis: Der Gestaltungsbeirat freut sich über die positive Weiterentwicklung des Projektes und wünscht gutes Gelingen bei der Umsetzung, bei der der Hof jedoch noch überarbeitet werden sollte.
Haifa im Norden Israels ist nach Jerusalem und Tel Aviv mit ca. 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Beeindruckend die Landschaft: Vom Nordhang des Karmelgebirges fällt die Stadt aus 400 Metern Höhe steil ins Mittelmeer ab. Man sagt: Keine Stadt ist so schön wie Haifa, und in keiner leben so viele fleißige Menschen.
Die Tagesstätte für Wohnungslose in D 6, 7 ist eine Anlaufstelle für Menschen ohne Wohnung und Menschen, die am Existenzminimum leben. Dort gibt es eine niederschwellige und unkomplizierte Hilfe für Betroffene. Wir suchen eine ehrenamtliche Person für die Kleiderkammer.