Sanierungsgebiet Innenstadt Planken
Ausgangslage
Der Fortbestand des Einzelhandels in den zentralen Lagen ist eng mit der Attraktivität der Geschäftsstraßen verbunden. Die Planken als wichtigster innerstätischer Einzelhandelsstandort in Mannheim wurden Mitte der 70er Jahre zur Fußgängerzone umgebaut und blieben bis Ende der 2010er Jahre gestalterisch aber weitgehend unverändert. Durch zahlreiche Baumaßnahmen ist es immer wieder zu Eingriffen in den Bestand gekommen, die das Erscheinungsbild der Planken negativ verändert haben. Zudem haben in Folge von Strukturveränderungen viele alteingesessene mittelständige Unternehmen ihre Geschäfte aufgeben oder wurden durch finanzkräftige Filialisten verdrängt. Leerstände oder Mindernutzungen waren häufig die Folge.
Sanierungsziel(e)
Zur Stärkung der Innenstadt als Einzelhandelsstandort erhalten die Planken zwischen Wasserturm und Paradeplatz sowie den angrenzenden Seitenstraßen ein neues und modernes Gesicht. Neben einer neuen Pflasterung mit Fußgängerleitsystem und Möblierung gehören zur Aufwertung auch eine energieeffiziente Beleuchtung, ein barrierefreier Umbau der Haltestellen sowie eine Neuverlegung der Stadtbahngleise. Die Planken sollen sich wieder als gestalterische Einheit mit einer hohen Standortqualität für den Einzelhandel präsentieren.
Einzelmaßnahmen im Überblick
- Aufwertung der Planken und der Seitenstraßen
- Neugestaltung der Straßen um das neue Stadtquartier Q6/Q7
- Sanierung der historischen Mannheimer Sternwarte
- Umbau/Sanierung des ehemaligen städtischen Dienstgebäudes in C 7 als Wohnhaus
- Abbruch der Mannheimer Kunsthalle (Mitzlaff-Bau) als Voraussetzung für den Neubau
- Aufwertung des öffentlichen Umfeldes der neuen Mannheimer Kunsthalle
Eckdaten
| Vorbereitende Untersuchungen | 29.04.2008 |
| Beschluss Sanierungssatzung | 11.10.2011 |
| Rechtskraft mit Veröffentlichung | 27.10.2011 (Amtsblatt Stadt Mannheim) |
| Förderprogramm | Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASP) bis 2020, Lebendige Zentren (LZP) ab 2021 |
| Aufnahmejahr | 2008 |
| Bewilligungszeitraum | 01.01.2008 - 30.04.2025 |
| Bewilligte Fördermittel | 7,6 Mio. € |
| Aufhebung der Satzung | 28.04.2026 (Bekanntmachung am 14.05.2026) |
Beschreibung und Stand der Einzelmaßnahmen
Aufwertung der Planken und Seitenstraßen
Nach über 40 Jahren wurden die Planken zwischen Wasserturm und Paradeplatz auf einer Länge von rd. 800 Metern abschnittsweise zwischen März 2017 und April 2019 grundlegend umgestaltet. Neben einer neuen Oberfläche aus dunklen und hellen Pflastersteinen incl. Blindenleitsystem aus Rippen- und Noppenpflastersteinen, wurden alle Abschnitte mit Unterflur-Abfallbehältern, Sitzbänken, Baumpflanzungen incl. Baumschutzbügel, barrierefreien Haltestellen, moderner LED-Beleuchtung und Intarsien zur Orientierung in den Quadraten ausgestattet.
Die Umgestaltung der Seitenstraßen, die im Frühjahr 2021 begonnen hat, wurde im Jahr 2025 abgeschlossen. Das für die Planken entworfene Gestaltungskonzept wird auch in den Seitenstraßen konsequent umgesetzt. Zusätzlich wurde in den Seitenstraßen eine Versenkpolleranlage als Zugangskontrolle installiert, um das Befahren der Planken zu regulieren.
Neugestaltung der Straßen um das neue Stadtquartier Q6/Q7
Auf dem Quadrat Q6 (ehemals Parkhaus) sowie auf Teilen des Quadrates Q7 wurde ab 2012 das neue Stadtquartier Q6/Q7 errichtet. Es entstand ein hochwertiger moderner Geschäft- und Wohnkomplex incl. Tiefgarage, der - flankierend zur Umgestaltung der Planken - zu einer Belebung und Attraktivierung der Innenstadt beitragen soll. Um das neue Stadtquartier adäquat zu erschließen incl. neuer Geh- und Radwege, war eine Anpassung der angrenzenden Straßenbereiche der „Fressgasse“, der Konkordienstraße und der Straße zwischen den Quadraten Q5/Q6 erforderlich. Die Maßnahmen wurden 2016 abgeschlossen.
Sanierung der historischen Mannheimer Sternwarte
Die ehemalige Sternwarte (erbaut 1772/74) ist ein Kulturdenkmal gem. § 12 DSchG, deren Erhalt aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse liegt. Bis zum Beginn der Sanierung befanden sich in dem Gebäude Künstlerateliers. Das Gebäude war in einem baulich sehr schlechten Zustand. Witterungsbedingte Schäden an Fassade und Absprengungen der Natursteine führten bereits 2008 zu Absperrungen im Außenbereich. In mehreren Bauabschnitten wurden von 2013 bis 2022 die Fassade, die Fenster und der Innenbereich umfangreich saniert sowie die historische Dachkuppel wiederhergestellt.
Umbau / Sanierung des ehemaligen Dienstgebäudes in C 7 als Wohnhaus
Die Nachfrage zur Schaffung von Wohnraum im innerstädtischen Bereich durch private Baugemeinschaften hat die Stadt veranlasst, die Voraussetzungen hierfür im Quadrat C 7 zu schaffen. Das ehemalige kommunale Verwaltungsgebäude der Stadt in C 7, 1-4 wurde durch die Baugemeinschaft „Cityloft“ in 23 Wohnungen und verschied. Gewerbeeinheiten umgebaut. Die Stadt hat das 2014 fertiggestellte Vorhaben mit einem Kostenerstattungsbeitrag unterstützt.
Abbruch der Mannheimer Kusthalle (Mitzlaff-Bau)
Um den Neubau der Mannheimer Kunsthalle zu ermöglichen, wurde in den Jahren 2014/2015 ein Teil der alten Kunsthalle (der sog. Mitzlaff-Bau) abgerochen. Mit dem Neubau (nicht Gegenstand der Städtebauförderung) wurde 2015 begonnen, Wiedereröffnung war Ende 2017.
Aufwertung des öffentlichen Umfeldes der neuen Mannheimer Kusthalle
Im Zusammenhang mit dem Neubau der Kunsthalle wurden die öffentlich zugänglichen Außenbereiche und Gehwege umfangreich saniert. Da die Außenbereiche der Kunsthalle frei von Zäunen gehalten wurden und damit für jedermann zugänglich waren, konnten sie in die Förderung einbezogen werden.