Artenvielfalt in Mannheim

Die Stadt Mannheim zeichnet sich dadurch aus, dass hier hochverdichtete urbane Stadtgebiete auf Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen treffen. Wertvolle Lebensräume sind zum Beispiel die Auen an den beiden Flüssen Rhein und Neckar oder die Sanddünen im Käfertaler Wald und im Dossenwald.

Der Feldhamster gehört der Gruppe der streng geschützten Tierarten an. Er lebt in Baden-Württemberg nur noch an zwei Orten – die größte Population gibt es in Mannheim! Weitere Beispiele geschützter Arten sind Mauer- und Zauneidechsen, Heldbock und Hirschkäfer, bestimmte Fledermausarten, Wechsel- und Kreuzkröten sowie bei den Pflanzen die Sandsilberscharte und die Wilde Weinrebe.

 

Warum bedrohte Tiere und Pflanzen schützen?

Unser Ökosystem erhalten: Der Mensch ist durch seine Handlungen wie zum Beispiel Verwendung von Pestiziden, Massentierhaltung und hohen Ressourcenverbrauch der Hauptgrund dafür, dass Tier- und Pflanzenarten aussterben. Jede verschwundene Art reißt eine Lücke in unser Ökosystem, was unabsehbare Folgen hat. Auch wir Menschen können durch diese Folgen beeinträchtigt werden. Deshalb lohnt es sich, Arten zu schützen.

Ein ethisches Argument lautet: Der Mensch hat nicht das Recht, zu bestimmen, welche Arten auf der Erde leben dürfen und welche nicht. Durch seine Lebensweise und Wirtschaft trägt er zum Aussterben von Tieren und Pflanzen bei. Deshalb liegt auch der Schutz gefährdeter Arten in der Verantwortung der Menschen.

Gesetzliche Grundlagen: Die Stadt Mannheim sorgt für den Schutz gefährdeter Arten, indem sie beispielsweise Biotope anlegt und/oder erhält, Straßen für Amphibienwanderungen vorübergehend sperrt und bei Baumaßnahmen prüft, ob geschützte Arten betroffen sind. Die gesetzliche Grundlage bildet das Bundesnaturschutzgesetz.

 

Wenn in dem Lebensraum einer geschützten Art eine Baumaßnahme geplant ist, müssen zwei widerstrebende Interessen gegeneinander abgewogen werden: Das Interesse, zu bauen und das Interesse, die gefährdeten Tiere oder Pflanzen zu erhalten. Um beiden Interessen gerecht zu werden, sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit von Ausgleichs-Maßnahmen vor. So ist die Stadt Mannheim seit der Umsetzung des Bebauungsplans „Sportpark Bösfeld-Arena“ dazu verpflichtet, für eine stabile Feldhamster-Population in Mannheim zu sorgen. Doch das Beispiel des Feldhamsters zeigt: Ausgleichsmaßnahmen bergen immer auch das Risiko, dass sich die Art an ihrem neuen Standort nur schwer ansiedeln lässt. Das oberste Ziel muss daher sein, geschützte Arten dort zu erhalten, wo sie sich schon erfolgreich etabliert haben.

 

Bilder oben: Links Feldhamster, Mitte Biene, rechts Zauneidechse.