Auswilderung junger Feldhamster
Im Rahmen des Wiederansiedelungsprojekts für den unter europäischem Schutz stehenden Feldhamster wurden am Donnerstag, den 11. Juni 2026 auf einem Feld in Straßenheim rund zehn junge Feldhamster von insgesamt über 180 Feldhamstern im Beisein der Ersten Bürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell ausgewildert. Dieser wichtige Schritt ist Teil der Bemühungen der Stadt Mannheim, einen nachhaltigen Bestand dieser bedrohten Tierart zu etablieren. „Die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten, die ihre Felder hamsterfreundlich bewirtschaften, ist dabei entscheidend“, betonte Pretzell bei ihrer Begrüßung.
2025 gab es im Frühjahr insgesamt 287 Baue, die im Sommer 2025 auf insgesamt 313 Baue anstiegen.
Mehrere Landwirte bewirtschaften in Mannheim auf rund 165 Hektar ihre Ackerflächen feldhamstergerecht, wodurch der Feldhamster dort einen geeigneten Lebensraum findet. Diese Bemühungen werden im Auftrag der Naturschutzbehörde der Stadt Mannheim und des Regierungspräsidiums Karlsruhe durchgeführt.
Auch im Rahmen der kommunalen Biodiversitätsstrategie der Stadt Mannheim, die in Kürze vom Gemeinderat verabschiedet werden soll, befasst sich die Stadt Mannheim intensiv mit dem Themenfeld Landwirtschaft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung einer ökologischen und naturverträglichen Landbewirtschaftung, die zur Erhöhung der Strukturvielfalt und zur Förderung des Artenreichtums in den agrarisch geprägten Landschaften beiträgt.
Gefördert wurde die Strategieentwicklung im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).
Hintergrundinformationen zum Feldhamster:
Der Feldhamster ist eine streng geschützte Art nach der europäischen FFH-Richtlinie. Baden-Württemberg trägt daher eine besondere Verantwortung für seinen Erhalt. In Mannheim gingen mit dem Bau der SAP-Arena 2004 Lebensräume verloren – seither engagiert sich die Stadt im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts.
Die Aufzuchtstation im Zoo Heidelberg wurde ebenfalls 2004 eingerichtet und wird von Biologe Dr. Ulrich Weinhold geleitet.
Für eine erfolgreiche Wiederansiedlung sind geeignete Lebensräume und ein eiweißreiches Nahrungsangebot nötig. Eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten, etwa beim Anbau von Luzerne, ist dabei entscheidend.
Hintergrundinformationen zum Wiederansiedlungsprojekt:
Das Projekt startete 2004, als der Feldhamster in Baden-Württemberg fast ausgestorben war. Seither wurden rund 2.744 Jungtiere ausgewildert – zunächst in Mannheim-Straßenheim, später auch in anderen Gebieten. Grundlage ist die Aufzuchtstation im Zoo Heidelberg.
Hintergrundinformationen zum Schutzstatus des Feldhamsters:
• "Stark gefährdet" laut der Roten Liste der IUCN
• Europäisch geschützte Tierart nach Anhang IV der FFH-Richtlinie
• Besonders geschützte Tierart nach dem Bundesnaturschutzgesetz
• Vom Aussterben bedrohte Tierart laut der Roten Liste Baden-Württemberg
Weitere Informationen zum Feldhamsterschutz auf: https://www.mannheim.de/de/service-bieten/umwelt/naturschutz/artenvielfalt/feldhamster-in-mannheim.