Yoga in der Kunsthalle - Kunst aus Betrachtung der Yogaphilosophie: Wilhelm Leibl "Die rechte Hand..."
Wem gehört diese Hand? Handelt es sich um eine aktive oder eine passive Pose? Sehen wir die Hand des Künstlers, was dem in der Malerei gängigen Motiv zur Veranschaulichung seiner Genialität entsprechen würde? Die akribische Malweise weist nichts Zufälliges oder Vorläufiges auf.
Wilhelm Leibl war Perfektionist. Er arbeitete obsessiv an den Details seiner Gemälde. Zeitweise verlor er darüber den Blick für das große Ganze, so auch in diesem Fall: Mehr als eine Dekade nach Fertigstellung seines Porträts von Julius Langbehn (1851–1907), einem Münchener Kunstkritiker, missfiel Leibl die Komposition. Kurzerhand beschnitt der 1844 in Köln geborene Künstler seine Leinwand und optimierte den Bildausschnitt.
Was kann eine Hand erzählen? Wir nähern uns dem Bild über die Perspektive der Yoga-Philosophie. Hände und Gesten tragen dort symbolische und energetische Bedeutung. Über Konzepte wie die Nadis – die Energiekanäle des Yoga – öffnen sich die Verbindungen zwischen Kunstwahrnehmung, Körpererleben und den Spannungsfeldern von Aktivität und Ruhe. Ein Workshop zwischen genauer Betrachtung, philosophischer Reflexion und der Frage, wie Kunst auch körperlich erfahrbar werden kann.