This is a Man's World

Ein feministischer Burlesk-Abend

Mit ihrem Solo „This is a man’s world“ bringt Alexandra Kamp einen ebenso sinnlichen wie klugen Theaterabend auf die Bühne.

Der Abend beginnt scheinbar privat: Bei geöffnetem Vorhang bereitet sich die Schauspielerin vor, selbstversunken, ungeschützt, beobachtet. Was folgt, ist kein klassischer Strip, sondern ein feministischer Burlesk-Abend, der mit Ironie, Selbstentblößung und scharfem Witz arbeitet. Zu Songs wie „Fever“ wechselt Kamp mühelos zwischen Verführung und Reflexion – und bricht diese immer wieder bewusst.

Offen spricht sie über Körperbilder, Alter, Schönheitsdruck und persönliche Erfahrungen. Doch es geht um mehr als Biografisches: Kamp stellt kluge, unbequeme Fragen zu Sexismus, Patriarchat und der vermeintlichen sexuellen Freiheit unserer Zeit. Sie karikiert popkulturelle Frauenbilder, benennt historische Ungleichheiten und macht deutlich: Nicht einzelne Personen stehen hier am Pranger, sondern ein System.

Mit direkter Ansprache, Nähe und feinem Gespür für ihr Publikum entsteht ein Abend, der gleichermaßen unterhält und nachhallt. „This is a man’s world“ ist provokant, intim und überraschend – ein Solo, das Diskussionen eröffnet und lange im Gedächtnis bleibt.

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