Klang/Bild Festival - Festival für audiovisuelle Musikkultur

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19:00 Uhr Hex
Film | Norwegen 2026 | R: MajaHoland | 92 Minuten | Norwegisch mit engl. UT | FSK: Nicht geprüft
Wer Norwegens extrem düstere Black-Metal-Szene und die gruseligen Geschichten kennt, die man sich davon erzählt, weiß auch darum, dass Frauen darin normalerweise keine Rolle spielen. Die drei Musikerinnen von Witch Club Satan sind angetreten, das zu ändern: Am Anfang ihres kometenhaften Aufstiegs steht ein (zumindest angeblicher) Pakt: Drei Jahre wollen sich Johanna, Nikoline und Victoria Zeit geben, um den Aufstieg zu schaffen. Doch dazu müssen sie erst einmal lernen, die Instrumente zu beherrschen. Und sie müssen sich in einer Welt behaupten, in der überkommene Konzepte von Männlichkeit immer noch den Ton angeben.

Die ausgeklügelten und überaus bildgewaltigen Inszenierungen der Band „Moderne Hexen“ sorgen schnell für Aufmerksamkeit, sind aber vielmehr als ein bloßer Marketing-Gag. Witch Club Satan versteht sich als dezidiert politische und feministische Band, ihre Auftritte sind betörende Performances, ihre Songs handeln von Mutterschaft und Menstruation, sexueller Gewalt, Rassismus, Krieg und der Sorge um die Umwelt. Und sie scheuen sich auch nicht davor, Helden der Metalszene, die mit rechtsextremen Äußerungen auffallen, auf offener Bühne klar zu benennen und anzuprangern. Dieses Band ist ein ebenso verstörendes wie empowerndes Erlebnis voller Energie und Widerständigkeit. Ihre Musikvideos werden regelmäßig nominiert und ausgezeichnet.

21:00 Uhr Move Ya Body: The Birth of House
Film | USA 2025 | R: Elegance Bratton | 92 Minuten | engl. OF | FSK: Nicht geprüft
Mit der berüchtigten Disco Demolition Night am 12. Juli 1979, in deren Verlauf Jugendliche im Comiskey Park in Chicago aus tiefsitzenden Ressentiments heraus Disco- und Soul-Platten vernichteten, kam die Disco-Musik an einen Endpunkt, aus dessen Niedergang sich die House-Music entwickeln sollte. Mit Frankie Knuckles, der im Chicagoer Underground-Tempel The Warehouse Disco-Singles durch seine spezielle Remix-Technik endlos ausdehnte und merkte, wie gerade dies beim Publikum gut ankam, wurde der Grundstein gelegt für die elektronische Tanzmusik, wie wir sie bis heute kennen.

Elegances Brattons Dokumentarfilm, der auf zahlreichen Festivals gespielt wurde, begibt sich auf historische Spurensuche und fokussiert dabei mittels der persönlichen Geschichte von Vince Lawrence auf die Wurzeln der House Music in der queeren und afroamerikanischen Community, die nach dem Ende der Disco-Ära nach neuen safe spaces für sich suchten und dort fanden. Vince Lawrence schuf gemeinsam mit Jesse Saunders als Z Factor mit „On and On“ die erste Hymne der Bewegung und ist damit einer der Impulsgeber des House.

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