Kasimir und Karoline

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Kasimir wird arbeitslos, doch seine Verlobte Karoline will sich davon weder ihren Optimismus noch ihre eigenen beruflichen Ambitionen nehmen lassen. Prompt steht beider Liebe auf dem Prüfstand. Was gibt den beiden Halt in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten, auf wen oder was können sie hoffen? In seinen Volksstücken spiegelt Horváth das Politische im Kleinen. Er schildert die gesellschaftliche Zerrissenheit der späten Weimarer Republik und die Not von Angestellten und Arbeiter*innen, deren Leben in der seit 1929 andauernden Weltwirtschaftskrise von den wenigen großen Privatunternehmen abhängt, die noch Arbeit bieten. Satirisch, aber liebevoll zeichnet er ihre (und unsere) Sehnsucht nach Selbstbestimmung, nach Aufstieg trotz Krise. Seine Figuren leben in vollen Zügen, scheitern krachend, lieben hungrig.

Charlotte Sprenger und ihr Team zeigen den Klassiker mit heutigem Blick und verlegen den Schauplatz des Stücks vom Oktoberfest der 1930er Jahre auf die Betriebsfeier eines Technologieunternehmens der Gegenwart. Vor dem Hintergrund multipler Krisen, verringerter Sozialleistungen und Aufrüstung, verändern KI und Robotik Arbeit und Leben nachhaltig. Immer mehr Menschen scheinen ersetzbar, während einzelne global agierende Tech-Unternehmer Medienmacht, Kapital und persönlichen Reichtum anhäufen. Was macht das mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen? Spielerisch, musikalisch und visuell stark befragt die Inszenierung Horváths Figuren nach individuellen Handlungsoptionen in der allgemeinen Misere.

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