Der Mann im Tauchanzug (DSE)
Schauspiel: Deutschsprachige Erstaufführung
"The Wetsuitman"
Ein Stück von Freek Mariën
Aus dem Flämischen von Barbara Buri
An der norwegischen Küste geht ein Mann mit seinem Hund spazieren und findet einen Tauchanzug – mit Knochenresten. Ein Fall für Kommissar Westermann, der seit dem Fall mit dem verschwundenen Mädchen nicht mehr schlafen kann und zu viel trinkt. Und seinen unbeholfenen Praktikanten Magnussen. So beginnen Fernsehkrimis. Doch kaum hat man es sich gemütlich gemacht, wendet sich die Geschichte.
Das Stück folgt dem Weg einer Journalistin, die dem rätselhaften Fall nachspürt und eine Reise in die Tiefen verdrängter europäischer Realitäten unternimmt. Ihr Weg führt in Ferienorte, in Häfen, Amtsstuben und Polizeireviere, in den Dschungel von Calais und Chatverläufe voll Hoffnung und Enttäuschung – bis hin zu einer Familie deren Verlust es in keinen Fernsehkrimi schafft, denn „wie kannst du vermisst sein, wenn es dich offiziell nicht gibt?“
Während der politische Diskurs Geflüchtete und Migrant*innen vor allem kollektiv benennt und als äußere Bedrohung beschreibt, rekonstruiert dieses Stück ein persönliches Schicksal unter vielen und vollzieht so beispielsweise die mühevolle Arbeit, den menschlichen Blick wiederzuerlangen. In rhythmischer Sprache, mit Typen, Rollenwechseln, Ausschweifungen und falschen Fährten hinterfragt der Belgier Freek Mariën dabei höchst virtuos und unterhaltsam die Regeln medialer Darstellung.
Eine Produktion von Theaterhaus G7
Nach der Vorstellung am 5. Juni findet ein Hausgespräch statt
Kasse und Bar öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn