Der Mann im Tauchanzug (DSE)

Schauspiel
Originaltitel: The Wetsuitman
Ein Stück von Freek Mariën
Aus dem Flämischen von Barbara Buri

An der norwegischen Küste geht ein Mann mit seinem Hund spazieren und findet einen Tauchanzug – mit Knochenresten. Ein Fall für Kommissar Westermann, der seit dem Fall mit dem verschwundenen Mädchen nicht mehr schlafen kann und zu viel trinkt. Und seinen unbeholfenen Praktikanten Magnussen. So beginnen Fernsehkrimis. Doch kaum hat man es sich gemütlich gemacht, wendet sich die Geschichte.

Das Stück folgt dem Weg einer Journalistin, die dem rätselhaften Fall nachspürt und eine Reise in die Tiefen verdrängter europäischer Realitäten unternimmt. Ihr Weg führt in Ferienorte, in Häfen, Amtsstuben und Polizeireviere, in den Dschungel von Calais und Chatverläufe voll Hoffnung und Enttäuschung – bis hin zu einer Familie deren Verlust es in keinen Fernsehkrimi schafft, denn „wie kannst du vermisst sein, wenn es dich offiziell nicht gibt?“

Während der politische Diskurs Geflüchtete und Migrant*innen vor allem kollektiv benennt und als äußere Bedrohung beschreibt, rekonstruiert dieses Stück ein persönliches Schicksal unter vielen und vollzieht so beispielsweise die mühevolle Arbeit, den menschlichen Blick wiederzuerlangen. In rhythmischer Sprache, mit Typen, Rollenwechseln, Ausschweifungen und falschen Fährten hinterfragt der Belgier Freek Mariën dabei höchst virtuos und unterhaltsam die Regeln medialer Darstellung.

Eine Produktion von Theaterhaus G7
Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.
Dank an Flanders Literature und der Botschaft von Belgien/Vertretung von Flandern für die Unterstützung.

Mit: Matthias Hecht, Bernadette Evangeline Schlottbohm und Maximilian Wex
Inszenierung: Inka Neubert
Bühne & Kostüm: Isabel Garcia Espino
Video & Sound: Philippe Mainz
Lichtdesign: Stefan Grießhaber
Dramaturgie: Philipp Bode
Outside Eye: Pascal Wieandt
Assistenz: Rojbin Sehzar
Technik: Joshua Nerz
Aufführungsrecht: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main

Kommende Termine:
Fr. 6. Februar, 20:00 Uhr
Fr. 20. Februar, 20:00 Uhr. Im Anschluss findet ein Hausgespräch statt.
Sa. 21. Februar, 20:00 Uhr

Hinweis: In diesem Stück werden sexualisierte Gewalt, Rassismus, Krieg und Flucht thematisiert.

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