Cinema Italia!: "Das Leben als Erwachsene – La vita da grandi"
Vom 23. bis 28. Oktober gibt im Mannheimer Cinema Quadrat wieder aktuelles italienisches Kino mit Cinema Italia!
Bei Cinema Italia! laufen fünf ebenso interessante wie unterhaltsame aktuelle Produktionen aus (und über) Italien.
DAS LEBEN ALS ERWACHSENE - LA VITA DA GRANDI
ITA 2025. R: Greta Scarano. D: Matilda De Angelis, Yuri Tuci, Maria Amelia Monti, Ariella Reggio, Gloria Coco. 95 Min. ItalOmdtU. FSK: k. A.
Irene versucht sich in Rom ein neues Leben aufzubauen. Doch dann überredet ihre überforderte Mutter sie, in ihre Heimatstadt Rimini zurückzukehren und sich um Omar, ihren 40-jährigen autistischen Bruder, zu kümmern. Der hat sehr klare Vorstellungen von seiner Zukunft: Er möchte heiraten, drei Kinder haben, weil drei die perfekte Zahl ist, vor allem aber will er unbedingt als Kandidat in die populäre TV-Talentshow „Yes You Can“, um ein großer Rap-Star zu werden. Sowohl für Irene als auch für Omar wird ihr Zusammensein zu einem Crashkurs in Sachen Erwachsen-Werden…
Greta Scaranos gelungener Debütfilm ist eine kluge, überraschend humorvolle und emotionale Filmadaption der authentischen und als Buch veröffentlichten Lebensgeschichte der Geschwister Damiano und Margherita Tercon. Eine echte Entdeckung ist Yuri Tuci, selber autistisch, in der Rolle des Omar. Greta Scarano war vor ihrem Regiedebut erfolgreich als Schauspielerin tätig und ist beim diesjährigen Cinema Italia!-Festival als Hauptdarstellerin in COME TI MUOVI, SBAGLI zu sehen.
Regisseurin Greta Scarano über ihren Film:
Als ich auf die wahre Geschichte von Damiano und Margherita Tercon stieß, war ich buchstäblich wie vom Donner gerührt: mir war sofort klar, dass ich sie als Regisseurin erzählen wollte. Obwohl ich keinen Bruder mit Behinderung habe, bin ich (wie sehr viele Menschen) in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen. Ich wollte, dass das Publikum Irenes Sichtweise versteht, aber dass auch Omars Sichtweise klar und deutlich zum Ausdruck kommt: seine Art, die Welt zu sehen, und die Schwierigkeiten, mit einer Behinderung zu leben und sich ständig mit einer „normalen“ Schwester auseinanderzusetzen. Für mich war entscheidend, dass das Thema Autismus nicht die gesamte Erzählung dominiert, genau wie bei der Hauptfigur Omar, dessen Autismus nur eines von vielen Merkmalen ist, die ihn als Mensch ausmachen.
Weitere Informationen: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=4