Zukunftsperspektiven Albrecht-Dürer-Schule
Oberbürgermeister Christian Specht lädt Eltern und Schulleitung zu Gesprächen ein
Auf der Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Bildung und Gesundheit, des Schulbeirates und des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 19. März, war die weitere Beratung über das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Albrecht-Dürer-Schule vorgesehen.
Oberbürgermeister Christian Specht hat die Beratung aktuell von der Tagesordnung des Ausschusses genommen, da er vor einer Beschlussfassung den bisherigen Prozess nochmals neu aufsetzen will. Dabei sollen die Möglichkeiten im Detail beleuchtet und auf dieser Basis eine Entscheidung durch den Gemeinderat vorbereitet werden. In den Prozess wird er sich selbst einbringen, um sich ein genaues Bild vor Ort zu verschaffen und persönlich mit den Eltern und der Schulleitung ins Gespräch zu kommen. Dafür sollen die nächsten Wochen genutzt werden.
Eine Schließung der Schule zum Herbst 2026, wie im September 2025 beschlossen, ist organisatorisch nicht mehr sinnvoll umsetzbar. Daher hat die Verschiebung des TOPs keine negative Wirkung für den Fortbestand der Schule, alle schulischen Prozesse laufen weiter.
Hintergründe der geplanten Schulschließung
Bereits zum Schuljahr 2025/26 wurde die Albrecht-Dürer-Werkrealschule wegen zu geringer Schülerzahlen eingestellt. Da auch in der Albrecht-Dürer-Grundschule die Schülerzahlen seit Jahren stetig sinken, ist eine dauerhafte Aufrechterhaltung des Standorts mit eigenständiger Struktur nicht mehr tragfähig. Im Frühsommer 2025 wurde deshalb mit dem Staatlichen Schulamt des Landes Baden-Württemberg vereinbart, auch die Grundstufe des SBBZ Albrecht-Dürer aufzulösen.
Da sich im Sommer des letzten Jahres die finanzielle Situation der Stadt rasant zugespitzt hatte, wurde eine schnelle Schließung der Albrecht-Dürer-Schule im Rahmen der Maßnahmen für den Mannheimer Zukunftshaushalt (MZH) vorgeschlagen.
Deutlich gesunkene Schülerzahlen erfordern strukturelle Anpassungen
In den vergangenen Jahren haben immer weniger Schülerinnen und Schüler die Albrecht-Dürer-Schule besucht. Aktuell werden dort noch 15 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das ist vor allem auf die erfolgreiche Arbeit des sonderpädagogischen Dienstes zurückzuführen, der es vielen Kindern mit Sehbeeinträchtigungen ermöglicht, allgemeine Grundschulen zu besuchen. Mit moderner Technik können Sehbeeinträchtigungen immer besser kompensiert werden, so dass sich fast alle Eltern sehbeeinträchtigter Kinder für eine reguläre inklusive Beschulung und gegen eine Beschulung in einem SBBZ wie der Albrecht-Dürer-Schule entscheiden.
Bessere Förderung durch Konzentration am Kompetenzzentrum
Mit der Schloss-Schule Ilvesheim steht in unmittelbarer Nähe ein leistungsstarkes Kompetenzzentrum zur Verfügung, das bereits heute einen Großteil der Schülerinnen und Schüler aus Mannheim aufnimmt. Die Schule verfügt über ein deutlich breiteres Angebot, darunter ein Internat, ein Medienberatungszentrum sowie spezialisierte Förderangebote.
Da an diesem Standort nicht nur eine Grundschule, sondern auch eine Werkreal- und eine Realschule unter einem Dach existiert, können die Kinder dort häufig ohne Schulwechsel zu ihrem Schulabschluss geführt werden. Auch Kooperationen mit Gymnasien und Berufsbildenden Schulen existieren in Ilvesheim. Nach Einschätzung des Staatlichen Schulamts des Landes Baden-Württemberg können sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch alle Aufgaben des bisherigen Standorts dort nahtlos übernommen werden.
Effizienterer Einsatz von Ressourcen
Derzeit belegt die Albrecht-Dürer-Schule 27 Schulräume, während gleichzeitig an anderen Schulstandorten erheblicher Platzmangel herrscht.
Auch beim Personaleinsatz sollen Ressourcen effizienter genutzt werden: Während am SBBZ Sehen vergleichsweise viele Ressourcen gebunden sind, fehlen diese an anderen sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Mannheim, insbesondere im Bereich der geistigen Entwicklung. Vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels ist eine gezielte Bündelung der vorhandenen Kapazitäten erforderlich.
Dringend benötigter Schulraum für wachsende Einrichtungen
Die freiwerdenden Räume am Standort Käfertal werden künftig insbesondere dem stark wachsenden sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Eugen-Neter-Schule zugutekommen. Diese Schule ist bereits heute auf zusätzliche Flächen angewiesen und kann ihren Bedarf am bisherigen Standort nicht mehr decken. Die Konzentration der Angebote an einem Standort schafft hier dringend benötigte Entlastung und verbessert die Lernbedingungen für eine deutlich größere Zahl von Schülerinnen und Schülern.
Zumutbare Wege und gesicherte Angebote
Die Schloss-Schule Ilvesheim ist nur wenige Kilometer von der Albrecht-Dürer-Schule entfernt und für die meisten Familien sogar besser erreichbar als der bisherige Standort. Eine kostenfreieund direkte Schülerbeförderung ist auch weiterhin sichergestellt. Auch Angebote wie Frühförderung und sonderpädagogischer Dienst bleiben vollständig erhalten und werden künftig vom Standort Ilvesheim aus organisiert.
Geordneter Prozess unter Einbindung aller Beteiligten
Die Stadt Mannheim befindet sich aktuell am Beginn eines geordneten Schulentwicklungsprozesses. In enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt des Landes Baden-Württemberg, den Schulleitungen sowie den Elternvertretungen werden die nächsten Schritte gestaltet. Ziel ist es, tragfähige Lösungen im Sinne der Kinder und Familien zu entwickeln.
Die geplante Verlagerung des SBBZ Sehen Albrecht-Dürer-Schule orientiert sich an dem veränderten Bedarf, stärkt die pädagogische Qualität durch die Bündelung von Expertise am Standort Ilvesheim und ermöglicht gleichzeitig eine effizientere Nutzung von Ressourcen für andere sonderpädagogische Schulen in Mannheim.
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