Politik & Verwaltung -

Zielbild Nationaltheater Mannheim

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 10. März das „Zielbild Nationaltheater Mannheim“ beschlossen. Mit dem Zielbild beauftragt der Gemeinderat die Stadtverwaltung, das Nationaltheater Mannheim (NTM) langfristig als Vier-Sparten-Haus zu sichern und eine tragfähige Idee des Hauses für die Zukunft zu entwickeln – aber unter verminderten finanziellen Rahmenbedingungen. Das Zielbild begreift das NTM auch in Zukunft als Kulturinstitution mit wichtigem Kultur- und Bildungsauftrag und sieht ein attraktives Programm für unterschiedliche Zielgruppen als wesentlich an. Es zeigt aber auch sehr klar die notwendigen Voraussetzungen sowie geplanten Schritte auf, die zur finanziellen Konsolidierung des Theaterbetriebs sowie für Einsparungen bei der Generalsanierung erforderlich sein werden.
 
„Die Stadt Mannheim steht zu ihrem Nationaltheater. In der aktuellen Haushaltssituation ist es jedoch ebenso unumgänglich wie selbstverständlich, dass das Theater seinen Beitrag leistet um die städtischen Einsparvorgaben zu erfüllen. Das wird zu Veränderungen im Betrieb führen. Wir haben uns gemeinsam mit dem Nationaltheater auf den Weg gemacht, diesen Veränderungsprozess zu gestalten. Das vom Gemeinderat beschlossene Zielbild gibt dafür den Rahmen vor“, erklärt Oberbürgermeister Christian Specht.
 
„In enger Abstimmung zwischen Stadtspitze, Intendant*innen sowie unter Einbindung des Gemeinderats haben wir in einem sehr intensiven Prozess eine Zukunftsperspektive für das NTM erarbeitet, die unter den künftigen finanziellen Rahmenbedingungen realisierbar ist. Ich bin davon überzeugt, dass gerade die Theaterschaffenden in der Lage sind, innovative Modelle für das Theater von morgen zu entwickeln“, so Kulturbürgermeister Thorsten Riehle
 
Nationaltheater bildet eigenes Handlungsfeld innerhalb des „Mannheimer Zukunftshaushalts“
 
Das NTM bildet innerhalb des „Mannheimer Zukunftshaushalts“, dem bislang umfangreichsten städtischen Haushaltskonsolidierungsprogramm, ein eigenständiges Handlungsfeld. Mannheim muss – wie viele weitere Städte in der bundesweiten kommunalen Finanzkrise – massive Einsparungen erbringen. Das bedeutet unter anderem, dass alle Dezernate mit ihren Fachbereichen, Ämtern und Eigenbetrieben ab 2026 dauerhaft fünf Prozent ihrer Budgets einsparen.
 
Für das NTM bedeutet das konkret eine Kürzung des städtischen Betriebskostenzuschusses um 2,5 Millionen Euro. Darüber hinaus gehende Defizite des Theaters werden künftig nicht mehr von der Stadt ausgeglichen, sondern müssen vom NTM vollumfänglich aus eigener Kraft getragen werden. So müssen bspw. aufgelaufene Verluste oder Betriebskostensteigerungen über den Wirtschaftsplan des Nationaltheaters abgebildet werden. Um die Einsparvorgaben zu erfüllen und seinen Wirtschaftsplan bis zur Spielzeit 2028/29 auszugleichen, muss das NTM weitere strukturelle und nachhaltige Maßnahmen erarbeiten sowie das sanierungsbedingte Defizit reduzieren. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird den Konsolidierungsweg des NTMs eng begleiten.
 
Da die Personalkosten rund 80 Prozent der Kosten des NTM ausmachen, ist es unumgänglich, die Zahl der Mitarbeitenden zu reduzieren. Das NTM ist derzeit Arbeitgeber für rund 800 Menschen. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll nach Möglichkeit verzichtet und stattdessen freiwerdende Stellen nur sehr eingeschränkt nachbesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Konsolidierungsmaßnahmen liegt auf Effizienzsteigerungen, schlanken Prozessen und Synergien im laufenden Theaterbetrieb – zum Beispiel durch Poolbildung von technischen Teams. Auf der Einnahmenseite müssen die Erträge gesteigert werden. Ziel ist eine dauerhaft hohe Auslastung mit 350.000 Besucherinnen und Besuchern pro Spielzeit bei 950 Vorstellungen und einer Auslastung von 75 Prozent – ein Wert, der vor der Corona-Pandemie bereits erreicht wurde. Darüber hinaus ist eine Erhöhung der Eintrittspreise im Zweijahresrhythmus beschlossen. Stärker als zuvor wird das NTM auf Kooperationen und Vernetzung mit anderen Mannheimer Kultureinrichtungen setzen.
 
Reduzierung der Mehrkosten der Generalsanierung

Der Gemeinderat hat 2020 für die Generalsanierung des Nationaltheaters 247,08 Millionen Euro genehmigt, wovon 120 Millionen Euro über Fördermittel des Bundes und des Landes gedeckt sind. Zahlreiche weltweite Krisen haben sich seither auch auf die Baumaßnahme und die Kostenentwicklung des Großprojekts ausgewirkt. Die im Herbst 2024 zunächst prognostizierten Mehrkosten von 62,5 Millionen Euro konnten durch den Verzicht auf das Zentrallager des Nationaltheaters zugunsten einer Mittelumschichtung von 23 Millionen Euro für das Spielhaus auf 39,5 Millionen Euro und im weiteren Verlauf auf aktuell rund 25 Millionen Euro reduziert werden. Die Generalsanierung des Spielhauses beziffert sich demnach auf 295 Millionen Euro – die prognostizierte Kostensteigerung liegt damit bei ca. 20 Prozent. Sie liegt damit deutlich unterhalb der allgemeinen Preissteigerung im gewerblichen Sektor des Baugewerbes. Laut Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes sind bei Betriebsgebäuden – zu denen das Spielhaus zählt – die Baukosten von 2020 bis heute um rund 40 Prozent gestiegen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits 90 Prozent der an der Sanierung beteiligten Gewerke beauftragt. Die verbleibenden Mehrkosten zur Fertigstellung der Generalsanierung sowie die Kosten der klimaresilienten Herstellung des Goetheplatzes muss das NTM über die Aufnahme eines Kredites selbst im Wirtschaftsplan abbilden. Mit Einzug in das Spielhaus am Goetheplatz zur Spielzeit 2028/29 wird das Alte Kino wieder zurück an die MWSP gehen, während bezogen auf die Ersatzspielstätte OPAL ein Weiterverkauf der Leichtbauhalle geplant ist. Die Generalsanierung des denkmalgeschützten Spielhauses von 1957 wurde notwendig, da nach über 60 Jahren Dauerbetrieb Haus- und Bühnentechnik veraltet waren. Des Weiteren entsprachen Brandschutz, Betriebssicherheit und Funktion des Gebäudes nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Piktogramm 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Erfahren Sie mehr über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Strategische Ziele der Stadt

  • Piktogramm Soziale und kulturelle Teilhabe, gesellschaftliches Miteinander und lebenslanges Lernen

    Mannheim gewährleistet Bildungsgerechtigkeit und verhindert Armut. Die soziale und kulturelle Teilhabe aller Mannheimerinnen und Mannheimer
    ist sichergestellt.

Erfahren Sie mehr über die strategischen Ziele der Stadt

Medien