Universitätsklinika-Verbund gestartet
In einem Sonderzug der rnv von Mannheim nach Heidelberg haben Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Universität Heidelberg, der Stadt Mannheim und der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim symbolisch die Verträge unterzeichnet, die den Verbund der beiden Häuser besiegeln. Danach folgte eine Feierstunde in Heidelberg mit Gästen aus Politik und Gesundheitswesen sowie Förderern und Mitarbeitenden der beiden Universitätsklinika.
„Mit den symbolischen Unterschriften und der gemeinsamen Fahrt von Mannheim nach Heidelberg haben wir für alle sichtbar den Verbund gestartet, der eines der größten Universitätsklinika Europas hervorbringen wird“, erklärte Oberbürgermeister Christian Specht und betonte: „Von der medizinischen Vielfalt und Exzellenz an beiden Standorten profitieren nicht nur Patienten, Forschende und künftige medizinische Fachkräfte, sondern auch die Gesundheitswirtschaft in der Region und ganz Baden-Württemberg.“
Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sagte: „Hinter uns liegen anstrengende Jahre der Verhandlungen. Aber was wir erreicht haben, macht mich stolz. Wir haben ein medizinisches Vorzeigemodell geschaffen, das Lehre, Forschung und Versorgung auf ein neues Qualitätsniveau hebt – und auch international große Beachtung findet. Gemeinsam wird der Verbund die so dringend benötigten Ärztinnen und Ärzte der Zukunft auf höchstem Niveau ausbilden und daran arbeiten, Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden früher und besser zu erkennen und so wirksamer behandeln zu können. Davon werden wir alle profitieren.“
Mit dem Verbund entsteht eines der größten Universitätsklinika Europas mit internationaler Strahlkraft und ein deutschlandweit herausragender universitärer Maximalversorger. Die Leitung des Verbunds hat zum 1. Januar 2026 Professor Hanns-Peter Knaebel als Vorsitzender des nun sechsköpfigen Vorstands des UKHD übernommen. Er steuert zukünftig die strategische Ausrichtung beider Häuser. Die medizinische Leitung wird in den Händen eines Vorstands Medizin liegen. Dieser wird Leitender Ärztlicher Direktor im Vorstand des UKHD und gleichzeitig Medizinischer Geschäftsführer am Universitätsklinikum Mannheim sein.
„Die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim zusammen mit den Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg stehen seit Jahren für exzellente Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Alle diese Bereiche werden wir im Verbund der Universitätsklinika gemeinsam maßgeblich stärken“, erklärte Professor Knaebel. „Unser Ziel ist es, eine Einrichtung internationaler Spitzenmedizin zu formen. Gemeinsam mit der Exzellenzuniversität Heidelberg und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Heidelberg und Mannheim entsteht ein weltweit einzigartiger Innovationsstandort für Medizin und Lebenswissenschaften. Wir danken dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Mannheim für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung auf diesem Weg. Gemeinsam können wir diese Vision Wirklichkeit werden lassen.“
Im Verbund werden sich die medizinischen Fachabteilungen komplementär spezialisieren, so das Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Verfahren erweitern und die Qualität der Krankenversorgung weiter verbessern. Von geschärften Profilen profitieren auch Lehre und Forschung. Die Fusion der Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg in Heidelberg und Mannheim ist für 2027 geplant.
„Unsere internationale Strahlkraft wird von der systematisch geförderten Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten, zwischen unserer Universität und ihren beiden Universitätsklinika und mit unseren starken außeruniversitären Partnern getragen“, berichtete Professorin Frauke Melchior, Rektorin der Universität Heidelberg. „Die Gründung des Klinikverbunds und die sich anschließende Fusion der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim wird diesen Prozess deutlich beschleunigen und ist ein Meilenstein auf unserem Weg zu einem der besten Standorte Europas.“
Gleichzeitig können in Verwaltungs-, Infrastruktur- und Versorgungsbereichen Ressourcen gemeinsam genutzt werden und Synergieeffekte die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen verbessern. In Kooperation mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Industrie sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zudem schneller als bisher für die Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden.
„In intensiven Verhandlungen haben wir optimale Startbedingungen für den Klinikverbund geschaffen – dafür danke ich allen Beteiligten und allen Mitarbeitenden der beiden Klinika“, fasste Oberbürgermeister Specht zusammen und appellierte: „Lassen Sie uns nun gemeinsam die Vision einer universitären Krankenversorgung und einer medizinischen Forschung und Lehre verwirklichen, von der alle Menschen profitieren und die weit über die Region hinaus strahlt!“
Der Verbund der Universitätsklinika Heidelberg Mannheim
Mit dem Verbund entsteht eines der größten Universitätsklinika in Europa. 90 spezialisierte Fachkliniken mit rund 2.800 Betten versorgen pro Jahr mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten stationär und knapp 1,5 Millionen Menschen ambulant. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden ist der Verbund einer der größten Arbeitgeber der Region. Zusammen mit den zugehörigen Ausbildungsakademien in Heidelberg und Mannheim ist er zugleich einer der größten Ausbildungsstätten mit mehr als 25 klinischen und nichtklinischen Ausbildungsberufen. Zusammen erwirtschaften die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim jährlich einen Umsatz von über 1,7 Milliarden Euro.
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