OB Specht wirbt in Berlin für Bahnknoten Mannheim

Der Schienenknoten Mannheim ist schon heute weit über seine Grenzen belastet – daher zählt Mannheim laut Task Force „Zuverlässige Schiene“ des Bundes zu den verspätungsanfälligsten Knoten im gesamten deutschen Netz. Vor der Parlamentarischen Befassung im Deutschen Bundestag zur Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim haben die Stadt Mannheim, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) in Berlin für eine zukunftsfähige Lösung geworben.

Das Problem: Nach dem aktuellen Planungsstand endet die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim im nördlichen Vorort Waldhof. Wie der Bahnverkehr durch das Mannheimer Stadtgebiet zum Hauptbahnhof Mannheim und zum größten Rangierbahnhof im süddeutschen Raum weitergeführt werden soll, bleibt ungelöst. Das ist aus Sicht der Stadt Mannheim, des VRN und des VRRN untragbar: Wenn die zusätzlichen Fern- und Güterverkehre aus dem Norden auf das bestehende stark überlastete Netz geleitet werden, droht der Bahnknoten Mannheim endgültig zu verstopfen. So entstehen zusätzliche massive Verspätungen, außerdem werden die Menschen in der Region weiter zunehmenden Lärmbelastungen ausgesetzt und müssen auch künftig mit einem unzureichenden S-Bahn-Angebot leben.

Ebenso deutlich kritisieren Mannheim und die Region den aktuellen Stillstand beim Anschlussprojekt Richtung Süden. Die Neubaustrecke/Ausbaustrecke Mannheim-Karlsruhe soll eigentlich die Durchquerung Mannheims klären, hinkt jedoch massiv hinterher: Während für den südlichen Streckenabschnitt mit der Trasse R4 eine Vorzugsvariante vorliegt, herrscht bei der entscheidenden Durchfahrung des Mannheimer Stadtgebiets seit Jahren Stillstand. Maßgeblicher Grund dafür: Die seit Jahren angekündigte bundesweite Zugzahlenprognose 2040 liegt immer noch nicht vor. Diese Datenbasis ist zwingende Voraussetzung dafür, um verbindlich über die Notwendigkeit eines zukunftssicheren Tunnels unter Mannheim hindurch zu entscheiden. Denn nur eine Tunnellösung garantiert Lärmschutz für die Bürgerinnen und Bürger und schafft die dringend benötigten Kapazitäten für den Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar.

Die Stadt fordert daher bei der Parlamentarischen Befassung für die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim nachdrücklich, die Neubaustrecke durch das Stadtgebiet bis zum Mannheimer Hauptbahnhof weiter zu planen und den Rangierbahnhof durch einen Tunnel direkt anzubinden, um Bestandsstrecken und das Stadtgebiet vom weiter zunehmenden Güterverkehr zu entlasten.

Die Parlamentarische Befassung ist ein gesetzlich verankertes Instrument bei der Planung großer Schieneninfrastrukturprojekte. Dabei erhält der Deutsche Bundestag die Möglichkeit, Kernforderungen der betroffenen Regionen und Kommunen zu beraten, die über die reine gesetzliche Vorzugsplanung hinausgehen, und über deren Finanzierung und Umsetzung zu entscheiden. Diese Forderungen hatten der Gemeinderat der Stadt Mannheim und die Verbandsversammlung des VRRN schon 2024 beschlossen und an Bahn und Bund überreicht.

Um den zentralen Anliegen Nachdruck zu verleihen, reiste der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht, der auch Vorsitzender des Zweckverbands VRN und Verbandsvorsitzender des VRRN ist, im Vorfeld der Bundestagsberatungen nach Berlin. In intensiven Gesprächen mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie zahlreichen fachkundigen Abgeordneten des Bundestags warb er eindringlich für die Belange Mannheims und der gesamten Metropolregion.

„Eines der wichtigsten Bahnverkehrsprojekte Deutschlands kann nicht einfach im Norden Mannheims enden“, betont Oberbürgermeister Christian Specht. „Mannheim ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für den Schienenverkehr in ganz Europa. Eine Neubaustrecke, die im Norden Mannheims endet und den Knoten vollständig kollabieren lässt, bringt keine dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten ins Schienennetz. Daher hoffen wir, dass der Bundestag die verkehrs- und wirtschaftspolitische Notwendigkeit erkennt und die Strecke weiter bis zum Hauptbahnhof und Rangierbahnhof beschließt – für eine echte Verkehrswende und künftig wieder verlässliche Bahnverbindungen.“

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