Wirtschaft & Arbeit -

OB Specht bei Deutsche & Japaner

Was haben das Dreisternerestaurant TOHRU in München, das Mannheimer Hotel & Bar Speicher 7, die Marke Armed Angels, die Designerin Dorothee Schumacher, der Musiker Clueso, die internationalen Musikgrößen Alicia Keys und Jay-Z und die Lifestyle-Marken Calvin Klein, Nike, Reebok, Rimowa und Givenchy gemeinsam? Deren Erscheinungsbilder, Verpackungen, Alben oder Medien werden von einer Mannheimer Agentur entwickelt und gestaltet. In der Mannheimer Neckarstadt Ost, in einem der Neubauten auf dem Konversionsareal TURLEY, befindet sich das Büro der Deutsche & Japaner GbR – der Kreativagentur, die 2010 von Ina Yamaguchi, Julian Zimmermann, Moritz Firchow und David Wolpert in Mannheim gegründet wurde.

Kürzlich besuchte Oberbürgermeister Christian Specht zusammen mit den Bürgermeistern Dr. Volker Proffen und Ralf Eisenhauer, und Christiane Ram, Leiterin der Wirtschafts- und Strukturförderung, das Kreativunternehmen. Dr. Matthias Rauch, Leiter Cluster Creative Economy, und Michael Müller, Firmenkundenbetreuer für kleine und mittlere Unternehmen bei der Wirtschaftsförderung Mannheim, nahmen ebenfalls an dem Treffen teil. Empfangen wurde die städtische Delegation von den drei Firmengründern und Inhabern Ina Yamaguchi, Moritz Firchow und David Wolpert.

Warum Mannheim?

Die Mitarbeitenden, Praktikantinnen und Praktikanten kommen zu 90 Prozent aus dem Ausland: aus internationalen Metropolen wie Paris, aus den USA, Kanada, Italien, Spanien, so auch die beiden Angestellten Anna aus Berlin und Max aus Bozen in Südtirol. Beide kannten Mannheim vorher nicht, für das Praktikum haben sie sich wegen der Marke Deutsche & Japaner und deren namhaftem Kundenportfolio entschieden. 

Die Gründer des Designstudios lernten sich in Mannheim kennen und entschieden sich für Mannheim, auch da „es 2010 nicht viel Konkurrenz im Bereich Design gab“, so Firchow. Angefangen haben sie in einem Raum hinter der Bonifatiuskirche, 2018 sind sie in die Quadrate umgezogen – nach G7. Inzwischen sitzen die acht Designerinnen und Designer in der Neckarstadt Ost. Der vierte Gründer ist inzwischen nach Berlin gegangen und leitet dort das Büro der Agentur. Zu dem Portfolio von Deutsche & Japaner gehören zum einen visuelle Identitäten und Branding, z.B. Markenauftritte oder die Entwicklung von individuellen Schriften, zum anderen verschiedene Designdisziplinen, wie Grafikdesign, Art Direction, Szenografie, Verpackungsdesign, Editorial Design, Webdesign und Raumgestaltung. Der Entwicklungsprozess entsteht immer gemeinsam mit dem Kunden und ist vollkommen individuell.

Bevor sie die ersten Aufträge aus Mannheim bekamen – unter anderem von Speicher 7, Dorothee Schumacher oder Engelhorn und Opus V – haben Deutsche & Japaner bereits für internationale Stars wie Jay-Z und Bruno Mars gearbeitet. Erste Artikel in führenden, internationalen Designblogs brachten ihnen vor fünfzehn Jahren die gewünschte Aufmerksamkeit. Dabei wurden in den Artikeln oftmals „freie Projekte“ vorgestellt, so Yamaguchi. Kurz darauf folgten die echten Aufträge internationaler Musikgrößen und die vier Kreativen mussten sich beweisen. Das ist gelungen, denn mittlerweile kommen die Kunden und Aufträge von sich aus.

Schwieriger als die Kundengewinnung ist die Anwerbung von Praktikantinnen und Praktikanten, denn Mannheim liege für deutsche Design-Studierende nicht auf der Karte für ein Praktikum, sind sich die Agenturinhaber einig. Deshalb halten sie unter anderem Vorträge an verschiedenen namhaften Designhochschulen, um sich als potenziellen Arbeitgeber zu positionieren.

Eine Stadt wie Mannheim für potenzielle Praktikanten und Mitarbeitende attraktiv zu machen, bedarf spannender kultureller Veranstaltungen und individueller Gastronomie, aber auch verschiedener Ausgehmöglichkeiten für unter 25-Jährige. Dass ein vielfältiges Nachtleben als Wirtschaftsfaktor eine Rolle spielt, vor allem für junge Fachkräfte – darüber waren sich die Unternehmer mit den städtischen Besucherinnen und Besucher einig. Das Cluster Creative Economy der Wirtschaftsförderung Mannheim kümmert sich unter anderem um diese Belange.

Oberbürgermeister Specht zeigte sich beeindruckt von dem Kreativunternehmen und dessen enormer internationaler Strahlkraft: „Sie ziehen Leute nach Mannheim an, die ansonsten nicht zu uns gekommen wären. Darin liegt auch großes Potenzial für andere Unternehmen in unserer Stadt und der Region, denn Sie öffnen für den Arbeitsmarkt Kanäle, die viele andere Unternehmen nicht haben“, so Specht. 

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