Mannheimer Projekt KinderHelden
Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie, die im September 2026 veröffentlicht wurden, zeigen erneut, vor welchen Herausforderung Deutschland bei Bildungsthemen steht. In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichten die Schülerinnen und Schüler jeweils nur das OECD-Durchschnittsniveau – zugleich sind die Ergebnisse die niedrigsten seit Beginn der PISA-Erhebungen. Deutlich wird in der Studie auch, wie eng die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit ihrer sozialen Herkunft zusammenhängen. Auch diese Kompetenzunterschiede sind heute so ausgeprägt wie nie zuvor seit der ersten PISA-Erhebung im Jahr 2000. Doch es geht auch anders: Länder, die in der Studie gut oder sehr gut abschneiden, setzen verstärkt auf gezielte Förderung, die Stärkung grundlegender Kompetenzen und eine passgenaue Unterstützung für Kinder mit Förderbedarf.
Wie groß der Unterstützungsbedarf bereits vor dem Schuleintritt ist, zeigt sich auch in Mannheim: Laut der Einschulungsuntersuchung in diesem Jahr haben 54 Prozent der untersuchten Kinder einen intensiven Sprachförderbedarf. Gute Bildungschancen setzen deshalb voraus, dass Kinder frühzeitig und entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt werden. Doch wie können Menschen vor Ort dazu beitragen, Kindern bessere Bildungschancen und eine gute Begleitung zu ermöglichen?
Eine Antwort darauf gibt die gemeinnützige Organisation KinderHelden. Sie bringt ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren mit Grundschulkindern zu einem Tandem zusammen, die aufgrund ihrer persönlichen oder sozialen Situation zusätzliche Unterstützung benötigen. Dabei geht es nicht um klassische Nachhilfe. Im Mittelpunkt steht eine verlässliche, persönliche Beziehung: Eine Mentorin oder ein Mentor nimmt sich regelmäßig Zeit für ein Kind, liest gemeinsam, übt Mathematik, unterstützt beim Lernen und stärkt das Selbstvertrauen. Je nach Bedarf geht es auch um Sprachentwicklung, Lern- und Arbeitsverhalten sowie soziale Kompetenzen.
So wird in Kooperation mit der Stadt Mannheim, Fachbereich Bildung seit 2015 das Mannheimer-Cleverlinge²-Projekt an Mannheimer Schulen umgesetzt; aktuell mit der Hans-Christian-Andersen-Schule (Schönau) und der Käthe-Kollwitz-Schule (Herzogenried). Früh anzusetzen, das heißt bereits in der Grundschulzeit, lohnt sich, wie unabhängige Studien zum Mentoring zeigen. Die Mentorinnen und Mentoren begleiten „ihr" Kind in der Regel mindestens ein Jahr lang, etwa zwei bis drei Stunden pro Woche. Die Treffen finden in der Regel nachmittags in der Schule statt oder auch an anderen Orten im Stadtteil, wie Bibliotheken, Jugendhäusern oder Parks.
Wer sich als Mentorin oder Mentor engagiert, steht nicht allein da. KinderHelden begleitet die ehrenamtlich Engagierten intensiv und professionell. Vor dem Start erhalten sie ein umfassendes Training, damit sie sicher starten können. Zusammen mit der Schule wird ein individueller Bildungsplan entwickelt, der die Förderschwerpunkte des Kindes klar festlegt. Eine feste Mentoring-Beraterin steht den Tandems bei Fragen und Herausforderungen zur Seite und sorgt für regelmäßige Rückkopplung. Dabei ist das Projekt mehr als nur eine Einzelbegleitung. KinderHelden organisiert gemeinsame Veranstaltungen, bringt so die Tandems zusammen und stärkt den Austausch untereinander.
Gesucht werden Mentorinnen und Mentoren jeden Alters und aus allen beruflichen Hintergründen, die Freude daran haben, ein Grundschulkind zu begleiten und ihm Zeit zu schenken.
Weitere Informationen zum Mentoring und zur ehrenamtlichen Mitarbeit gibt es unter https://www.kinderhelden.info.
Ansprechpartnerin ist Jana Kühn (KinderHelden, jana.kuehn@kinderhelden.info, 0621/18066364).
Fragen zum Projekt beantwortet Anja Dickau (Stadt Mannheim/Fachbereich Bildung, anja.dickau@mannheim.de, 0621/2937883).
Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen
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