Mannheim begrüßt neu Eingebürgerte

Zum 27. Mal hat die Stadt Mannheim ihre neu eingebürgerten Einwohnerinnen und Einwohner feierlich begrüßt: Oberbürgermeister Christian Specht empfing am 4. Oktober rund 800 Gäste, darunter etwa 400 Neubürger, in der Festhalle Baumhain im Luisenpark.

2026 haben in Mannheim bis Ende August insgesamt 1.237 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Im ganzen Jahr 2025 erreichte die Zahl der Eingebürgerten mit 2.279 einen neuen Höchststand, 2024 wurden 1.662 Menschen eingebürgert und 2023 989. Die meisten Eingebürgerten stammten wie schon im Vorjahr aus der Türkei (189) und Syrien (92). Neu unter den Top-3-Herkunftsländern ist Indien mit 63 Einbürgerungen. 2026 erhielten bisher Menschen aus 97 Herkunftsländern die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die Feier stand ganz im Zeichen der demokratischen Werte, der Vielfalt und des Zusammenhalts, die Mannheim prägen. In seiner Ansprache betonte Oberbürgermeister Christian Specht, dass Integration mehr bedeute als Deutsch zu lernen oder Arbeit zu finden. „Beides ist unverzichtbar – aber Integration reicht weiter“, so Specht. „Sie bedeutet auch, die grundlegenden Regeln unseres Zusammenlebens zu verstehen, zu respektieren, anzunehmen und selbst zu leben.“ Dazu gehöre die Gleichwertigkeit aller Menschen, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit – also auch die Bereitschaft, Meinungen zu tolerieren, die man selbst nicht teilt. Auch die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen, die Anerkennung unabhängiger Gerichte und des Rechtsstaats sowie die Anerkennung des staatlichen Gewaltmonopols seien unabdingbar für das Zusammenleben in Deutschland.

Der Oberbürgermeister betonte, dass Demokratie auch auf Werten wie Solidarität und Vertrauen beruhe, die der Staat nicht erzwingen könne. „Demokratie ist eine tägliche Aufgabe und Anforderung. Sie lebt davon, dass Menschen wählen gehen, sich engagieren, Verantwortung übernehmen und bereit sind, auch unterschiedliche Meinungen und Lebensweisen auszuhalten“, so Specht weiter. „Demokratie bedeutet nicht, dass sich immer die eigene Meinung durchsetze – Demokratie bedeutet, dass unterschiedliche Interessen friedlich und mit Argumenten miteinander ausgehandelt werden. Sie lebt von Kompromissen und vom gegenseitigen Respekt.“ Das sei gerade in einer vielfältigen Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Denn Menschen brächten unterschiedliche Erfahrungen, Kulturen, Religionen und Lebensgeschichten mit. „Das ist eine Stärke unserer Gesellschaft“, so der Oberbürgermeister.

„Mit Ihrer Entscheidung zur Einbürgerung bekennen Sie sich öffentlich zu unserem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat und unseren Werten und Normen. Sie erklären Ihre ganz persönliche Bindung zu unserer demokratischen Gesellschaft, aber auch Ihre Bereitschaft, unser politisches Gemeinwesen mitzugestalten und mitzubestimmen. Zu dieser Entscheidung gratuliere ich Ihnen heute ganz besonders“, sagte Specht.

Eine Talkrunde mit Neubürgerinnen und Neubürgern beschäftigte sich mit dem Thema „Die deutsche Staatsbürgerschaft“. Daran nahmen Nikolaos Boutris, Samira Goli Pozveh aus dem Iran und Aditya Vadgaonkar aus Indien teil. Boutris ist in Mannheim geboren, hatte aber bisher die griechische Staatsangehörigkeit. Nach vielen Jahren in den USA nach Mannheim zurückgekehrt, ist er jetzt auch Staatsbürger Deutschlands – des Landes, das er als seine Heimat sieht. Pozveh ist Quantenphysikerin und setzt sich dafür ein, dass Frauen nicht mehr Opfer von sexistischer Gewalt und Fremdbestimmung werden. Vadgaonkar kam während der Corona-Pandemie von Oxford nach Mannheim. Heute arbeitet er als Arzt an der Universitätsmedizin Mannheim und steht kurz vor dem Abschluss seiner Promotion zum Dr. med.

Die Nationalhymne sangen Jamie Lee Imhof, Merve Uslu-Ersoy und die erst 13jährige Philippa Drexler-Gonzalez aus dem Jugendhaus Herzogenried, begleitet von Popakademie-Absolventin Michal Thielen am Flügel. Außerdem führten sie den von Imhof und Uslu-Ersoy eigens komponierten Song „Mein sichtbares Ich“ auf. Das Lied handelt von Selbstentfaltung und Authentizität. Er beschreibt den Mut, sich selbst so zu zeigen, wie man wirklich ist und das Leben mit offenem Herzen und ohne Masken zu erkunden. Erstmals trat auch ein namibischer Künstler aus der Mannheimer Partnerstadt Windhoek bei der Einbürgerungsfeier auf: Charl Eugene Vries (O.U_SLOW) hat bei einem Wettbewerb ein Semester an der Popakademie gewonnen und begeisterte das Publikum mit seinem Gesang und Gitarrenspiel.

Vor und nach dem Begrüßungs-Empfang konnten die Neu-Eingebürgerten Erinnerungsfotos mit Oberbürgermeister Specht aufnehmen lassen. Unter den anwesenden Eingebürgerten wurden politische Bildungsreisen nach Stuttgart oder Berlin verlost, die von Mannheimer Abgeordneten zur Verfügung gestellt worden waren.

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Piktogramm 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Erfahren Sie mehr über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Strategische Ziele der Stadt

  • Piktogramm Demokratie, Engagement und Beteiligung

    Mannheim zeichnet sich durch eine starke Stadtgesellschaft und gutes Verwaltungshandeln aus. Die Mannheimerinnen und Mannheimer nutzen überdurchschnittlich engagiert die Möglichkeiten, sich in demokratischen und transparenten Prozessen an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen.

  • Piktogramm Gleichstellung, Vielfalt und Integration

    Mannheim ist durch eine solidarische Stadtgesellschaft geprägt und Vorbild für das Zusammenleben in Metropolen. Die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung vielfältiger menschlicher Identitäten und Lebensentwürfe sind hergestellt.

  • Piktogramm Soziale und kulturelle Teilhabe, gesellschaftliches Miteinander und lebenslanges Lernen

    Mannheim gewährleistet Bildungsgerechtigkeit und verhindert Armut. Die soziale und kulturelle Teilhabe aller Mannheimerinnen und Mannheimer
    ist sichergestellt.

Erfahren Sie mehr über die strategischen Ziele der Stadt

Medien