Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung

Mit dem Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung unterstützen die Stadt Mannheim und die Heinrich-Vetter-Stiftung professionelle Künstler*innen, die in der Metropolregion Rhein-Neckar leben und wirken. Der in diesem Jahr für Malerei ausgelobte Preis wird 2026 bereits zum elften Mal verliehen. Der Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung ist ein wichtiges Instrument zur Förderung regionaler zeitgenössischer Künstler*innen. Neben dem Preisgeld der Stiftung ist die begleitende Preisträgerausstellung in Port25 – Raum für Gegenwartskunst ein wesentlicher Aspekt der Förderung durch das Kulturamt.
 
„Mit der Vergabe dieses Kunstpreises würdigen wir nicht nur die herausragende Leistung des Preisträgers Konstantin Voit, sondern auch den wertvollen Beitrag, den Kunst für das Miteinander und die Weiterentwicklung unserer Stadt leistet. Kunst und Kultur sind unverzichtbare Pfeiler unserer Gesellschaft – sie regen zum Nachdenken an, schaffen Begegnung und verleihen unserer Stadt Identität. Für die nachhaltige Unterstützung der Bildenden Kunst möchte ich der Stiftung meinen großen Dank aussprechen“, so Kulturbürgermeister Thorsten Riehle.
 
Die Fachjury bestehend aus Eva-Maria Höllerer (Kuratorin Kunsthalle Mannheim), Kim Behm und Yvonne Vogel (Betreiberinnen PORT25 – Raum für Gegenwartskunst), Dr. Friedrich W. Kasten (Vorstandsvorsitzender Mannheimer Kunstverein) und Andrea Kasten (Mannheimer Kunstverein), Prof. Dr. Markus Haass (Vorstandsvorsitzender der Heinrich-Vetter-Stiftung), Antje Geiter (Leiterin Ideeller Bereich/Soziales Heinrich-Vetter-Stiftung), Ewa Wojciechowska (Leiterin Kulturamt Mannheim) und Carolin Ellwanger (Beauftragte für Bildende Kunst Kulturamt Mannheim) würdigte die außerordentlich hohe Qualität der zahlreichen Einsendungen und die Vielfalt der künstlerischen Ansätze, die die kreative Stärke der regionalen Kunstszene eindrucksvoll widerspiegelt.
 
Hauptpreisträger ist Konstantin Voit 
 
Nach eingehenden und intensiven Beratungen hat die Jury mehrheitlich entschieden, den mit 15.000 Euro dotierten Preis an den Mannheimer Künstler Konstantin Voit zu vergeben.
 
„Das Werk von Konstantin Voit ist unverkennbar und einzigartig. Mit dem Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung würdigen wir herausragende künstlerische Leistungen, die unsere Region kulturell bereichern und weit über ihre Grenzen hinausstrahlen“, so Prof. Dr. Markus Haass, Vorstandsvorsitzender der Heinrich-Vetter-Stiftung.
 
Das malerische Werk von Konstantin Voit (*1964) ist farbstark und nutzt gezielt die reduzierte Form von Kindermalschablonen, die der Künstler seit 1993 sammelt und zur größten Sammlung dieser Art weltweit ausgebaut hat. Voits grundsätzlich abstrakter Ansatz wird so um die Gegenstandswelt der Schablonenmotive erweitert. Der undifferenzierte Charakter der schlichten Stanzungen fordert gleichsam dazu auf, die formale Leere zu überwinden und mit Symbolik und archetypischer Bedeutung zu füllen.
 
Im Ein-Mann-Betrieb Malfabrik, ein Projektname, den Voit seit seinem Kunststudium in Hamburg verwendet, wurden inzwischen über 2.000 Malereien realisiert. Die Malfabrik ist in 10 Werkblöcke mit zahlreichen Unterblöcken organisiert, die sich allesamt mit der inhaltlichen wie formalen Vorgabe der Malschablone beschäftigen. So existieren Serien zu Bildern im öffentlichen Raum (Flaggen, Verkehrsschilder, Logos), aber auch zu malerischen Komponenten wie Spiegelungen, Transparenzen oder verschiedenen Farbsystemen. Dabei werden Computer und Schneideplotter als moderne Hilfsmittel genutzt, trotzdem ist dem Künstler wichtig, am Ende Malerei zu erhalten, also gemalte Farbe auf einem hochwertigen Bildträger. Es handelt sich somit weder um digitale Kunst noch um Drucke, zudem wird bis heute keinerlei KI eingesetzt. Sind die ersten Werkblöcke allesamt mit Spray auf Leinwand fabriziert, wurde die Produktion vor 15 Jahren auf Acrylfarbe umgestellt.
 
Voits neues Projekt Werbeblock 2.0 umfasst 294 verfremdete Markenlogos, die durch den gezielten Einsatz von Schablonenmotiven nicht nur ihren Wiedererkennungswert behalten, sondern sich zudem als poetisch verspielte Bilderschau unserer allgegenwärtigen Waren- und Konsumwelt lesen lassen. Nach dem ersten Werbeblock, bei dem der Künstler die damals bekannte Logo-Welt mit Schablonen neu interpretierte und diese z. B. bei der Ausstellung I love ALDI (2011) im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen präsentierte, beschäftigt sich der neue Werbeblock mit weniger bekannten oder sogar verschwundenen Signets. Die aktuelle Serie ist somit auch eine Zeitreise zurück, die den Blick öffnet für das Verborgene, das Kurzlebige und die Besonderheiten des Markendesigns. Kombiniert mit den Schablonen des Künstlers ergeben sich oft humorige, manchmal doppelbödige, vor allem stets überraschende Bildmomente, die auf spielerische Weise zum Mitraten und zur Kommunikation einladen.
 
Konstantin Voit ist in Mannheim geboren und hat an der HFBK Hamburg (u. a. bei Sigmar Polke) studiert. Nachdem ihn mehrere Stipendien quer durch Deutschland führten, zog er 2001 zurück in die Kurpfalz. Er war dreimal Preisträger des Welde-Kunstpreises (2003, 2012, 2014), erhielt 2003 den Kunstpreis für Malerei der Stadt Bühl in Baden, 2006 den Kunstpreis der Künstlermesse Karlsruhe sowie 2018 ein halbjähriges Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris. 2016 verwirklichte er an der Erich Kästner-Schule in Ludwigshafen ein Kunst am Bau-Projekt mit drei monumentalen Wandarbeiten. Konstantin Voit ist seit vielen Jahren mit zahlreichen Ausstellungen sowohl in der Region als auch bundesweit präsent, so 2020 mit einer Postkarten-Installation in der Kunsthalle in Emden oder 2023 während einer Projektresidenz im Kunstverein Ludwigshafen, bei der Voit ein raumfüllendes, begehbares Labyrinth aus Tape und grünem Leuchtpapier in den temporären Ausstellungsraum in der Rhein-Galerie legte.
 
Voit ist Teil des Kollektivs Die Kunstpirativen (gegr. 2017), Mitgründer der Produzentengalerie PENG! – raum für kunst (2006-09) und war lange Jahre an der Freien Kunstakademie Mannheim (FKAM) als Dozent tätig (2003-15), 2026 nimmt er seine Dozententätigkeit an der neu gegründeten Akademie der Bildenden Künste (ABK) Mannheim auf.
 
Preisträgerausstellung im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst
 
Die Ausstellung des Preisträgers des diesjährigen Mannheimer Kunstpreises der Heinrich-Vetter-Stiftung wird am 31. Juli um 19 Uhr in PORT25 – Raum für Gegenwartskunst in Mannheim eröffnet.

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