Bildung & Wissenschaft -

Internationale Fachkräftegewinnung

Stadt Mannheim gewinnt pädagogische Fachkräfte zukünftig im Kosovo und Griechenland
 

Um die Betreuung in den Kitas langfristig zu sichern, geht die Stadt Mannheim immer schon auch neue Wege bei der Personalgewinnung. Nach den Erfahrungen aus einem Pilotprojekt mit Spanien soll die internationale Rekrutierung pädagogischer Fachkräfte weitergeführt werden. Für die nächsten Vorhaben wurden Kosovo und Griechenland als weitere Zielregionen ausgewählt. Gemeinsam mit erfahrenen Partnern soll die Rekrutierung dort weiterentwickelt werden.

„Wir müssen bei der Fachkräftegewinnung viele Wege gehen, um ausreichend Fachkräfte zu rekrutieren.  Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe dafür sorgen, dass die Menschen, die zu uns kommen, gut in Mannheim ankommen und langfristig hier arbeiten können. Die Erfahrungen aus unserem Spanien-Projekt zeigen, dass internationale Rekrutierung dabei ein wichtiger zusätzlicher Baustein sein kann“, sagt Bildungsbürgermeister Dirk Grunert. „Entscheidend sind eine gute Vorbereitung, ausreichend Zeit für die Einarbeitung und eine verlässliche Begleitung – sowohl für die neuen Fachkräfte als auch für die Einrichtungen und Teams.“
 

32 Fachkräfte aus Spanien gewonnen

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden insgesamt 32 pädagogische Fachkräfte aus Spanien für den Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder gewonnen. Zwölf Mannheimer Tageseinrichtungen beteiligten sich als Projektpartner und Qualifizierungsorte.

Aktuell arbeiten bereits elf der spanischen Fachkräfte unbefristet als anerkannte Erzieherinnen und Erzieher in Mannheim. Weitere 15 befinden sich noch im Anpassungslehrgang; bei elf von ihnen wird die Anerkennung noch im Jahr 2026 erwartet, bei vier im Jahr 2027. Sechs Fachkräfte sind inzwischen nach Spanien zurückgekehrt.
 

Gute Erfahrungen – wichtige Erkenntnisse

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die internationalen Fachkräfte eine gute pädagogische Vorbildung mitbringen und sich fachlich schnell weiterentwickeln. Nach Rückmeldungen der beteiligten Tageseinrichtungen bereichern sie die Teams und bringen neue Perspektiven in die pädagogische Arbeit ein.

Gleichzeitig hat das Projekt deutlich gemacht, dass internationale Rekrutierung eine intensive Vorbereitung und Begleitung erfordert. Sprachbarrieren, Heimweh, die Trennung von Familie und Freunden sowie persönliche oder organisatorische Fragen können die Integration erschweren. Auch die Einarbeitung nimmt mehr Zeit in Anspruch als bei Auszubildenden oder bereits in Deutschland tätigen Fachkräften.

Aus den Erfahrungen hat die Stadt deshalb konkrete Konsequenzen für die Weiterentwicklung des internationalen Recruitings gezogen. Künftig sollen die Fachkräfte bereits bei der Einreise über Deutschkenntnisse auf B2-Niveau verfügen. Zudem wird eine strukturierte Integrationsbegleitung über etwa sechs Monate vorgesehen. Auch die Vorbereitung der Leitungen und Teams sowie die Unterstützung bei persönlichen, behördlichen und organisatorischen Fragen sollen weiter gestärkt werden.

„Wir haben aus dem Pilotprojekt viel gelernt. Internationale Personalgewinnung funktioniert erwartbar nicht allein über die Vermittlung von Fachkräften. Es braucht gute Rahmenbedingungen, verlässliche Ansprechpartner und vor allem Zeit, damit die neuen Kolleginnen und Kollegen fachlich und persönlich in Mannheim ankommen können“, so Grunert.
 

Nächste Schritte: Kosovo und Griechenland

Für das Kosovo ist die Gewinnung von sechs pädagogischen Fachkräften vorgesehen. Der Start ist voraussichtlich für Januar oder Februar 2027 geplant. 

In Griechenland sollen ebenfalls sechs Fachkräfte gewonnen werden. Das Projekt soll voraussichtlich mit dem Kita-Jahr 2027/28 starten. 

Mit den neuen Projekten will die Stadt Mannheim die Erfahrungen aus dem Spanien-Projekt gezielt nutzen und internationale Personalgewinnung als festen Baustein der Fachkräftesicherung weiterentwickeln, solange der Bedarf besteht. 

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