Politik & Verwaltung -

Fachtag zum Gewalthilfegesetz

Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt

Am 16. Januar hat die Stadt Mannheim einen Fachtag zum neuen Gewalthilfegesetz veranstaltet. Ziel war es, Fachkräfte aus Beratungsstellen, Stadtverwaltung, Polizei, Gesundheitswesen, Politik und Wissenschaft zusammenzubringen, um die konkreten Anforderungen, Herausforderungen und Chancen der Umsetzung dieses bundesweiten Gesetzes praxisnah zu beleuchten. 

Das Gewalthilfegesetz ist seit Februar 2025 in Kraft und verankert ab 2032 erstmals einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Schutz und fachliche Beratung für Frauen und Kinder, die von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. 

„Die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes ist keine freiwillige Aufgabe, sondern eine verbindliche Verpflichtung“, betonte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Zahra Deilami, die zum Fachtag eingeladen hatte. „Das Gesetz steht für einen grundlegenden Systemwandel im Umgang mit geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt.“

Kern des Gesetzes ist der Aufbau nachhaltiger Unterstützungsstrukturen: Neben Schutzräumen wie Frauenhäusern und Beratungsangeboten sollen auch präventive Ansätze gestärkt werden, um Gewalt frühzeitig entgegenzuwirken und ihre Folgen zu mindern. Der Fachtag machte deutlich, dass hierfür klare Zuständigkeiten, auskömmliche Finanzierung und qualifizierte Fachkräfte erforderlich sind.

Dr. Marie-Luise Löffler, Bundessprecherin der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und Mitarbeiterin der Abteilung Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart gab einen Überblick über Ziele, Inhalte und Herausforderungen des Gewalthilfegesetzes und unterstrich die Bedeutung einer verlässlichen, flächendeckenden Unterstützungsstruktur für gewaltbetroffene Frauen. Angela Müller-Schreckenberger vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, Leiterin der neu eingerichteten Stabsstelle Gewalthilfegesetz, berichtete über den aktuellen Stand der Umsetzung und geplante Maßnahmen auf Landesebene. 

Ein Schwerpunkt des Fachtags lag auf besonders vulnerablen Gruppen, darunter Frauen mit Behinderungen, geflüchtete Frauen und wohnungslose Frauen, die häufig erschwerten Zugang zu Schutz- und Beratungsangeboten haben. In moderierten Kleingruppen erarbeiteten die rund 90 Teilnehmenden im Anschluss zentrale Bedarfe und Ansatzpunkte für Mannheim – von der Fachkräftequalifizierung über die verbesserte Vernetzung bis hin zu gezielter Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Arbeit mit Täterinnen und Tätern wurde als wichtiger Bestandteil eines wirksamen Opferschutzes benannt.

„Der Fachtag hat wichtige Impulse für eine koordinierte, engagierte und fachlich fundierte Umsetzung des Gewalthilfegesetzes in Mannheim gesetzt“, betonte Deilami. „Er ist ein wichtiger Schritt, um den Schutz und die Unterstützung von Menschen, die von Gewalt betroffen sind, weiter zu stärken.“

Hintergrund
Das Gewalthilfegesetz ist am 28. Februar 2025 in Kraft getreten. Es verpflichtet Bund und Länder zum Aufbau eines flächendeckenden Hilfesystems bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt und schafft ab 2032 erstmals einen rechtlichen Anspruch auf Schutz und Beratung für betroffene Frauen und ihre Kinder.

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