„AllerHand“ Ferienerlebnisse

In eine quirlige Freiluft-Werkstatt hat sich der Abenteuerspielplatz Erlenhof in der Neckarstadt-West vom 18. bis zum 21. August verwandelt: Metallisches Klirren ertönt, wenn in der Schmiede ein großer Hammer auf Metall trifft; bei der Grünholzwerkstatt liegt ein feiner Geruch von frischem Holz in der Luft. Und mittendrin sind die Stimmen von 40 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren zu hören. Bei der naturpädagogischen Werkstatt „Das ist ja AllerHand!“ können sie sich handwerklich kreativ austoben und mit Materialien, Werkzeugen und Techniken arbeiten. In der Weidenwerkstatt lernen sie unter fachkundiger Anleitung, wie man mit Weiden kleine Objekte flechten kann. In der Grünholzwerkstatt wird frisches, regionales Holz gesägt, gespalten und geschnitten. Dabei entstehen kleine Werkstücke wie Zauberstäbe, Schlüsselanhänger, Becher, Löffel und Schalen. In der Zauberschmiede von Joachim Harbut lernen die Teilnehmenden, wie man Rundstäbe in der Esse erhitzt und mit Amboss und Hammer in Form bringt. Mit einer Seildreh-Maschine stellen die Kinder außerdem eigene Seile aus Hanf und Wolle her. 

„Das Wichtigste bei ‚Das ist ja AllerHand!‘ sind in erster Linie die Dinge, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind und sich im Laufe der Woche entwickeln“, erklärt Boris Flockerzi von der Grünholzwerkstatt. „Das sind Selbstwirksamkeit, Geduld, Frustrationstoleranz, Freundschaften, Gemeinschaftsgefühl, die Freude, anderen zu helfen, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten und vieles mehr. Erkenntnisse und Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben“, beschreibt der Naturpädagoge. „Ich fand im Erlenhof alles supertoll, zum Beispiel das Essen in der Feuerküche. Am besten fand ich die Grünholzwerkstatt“, berichtet beispielsweise ein 11-Jähriger Teilnehmer ganz begeistert. 

Bevor die Werkstücke am Ende der Woche mit nach Hause genommen werden dürfen, gibt es am Freitag für die Familien und Freunde noch eine kleine Ausstellung. Dabei können die Kinder zeigen und beschreiben, was sie in der Freizeit mit ihren eigenen Händen hergestellt haben. 

Das Ferienangebot „Das ist ja AllerHand!“ ist eine gemeinsame Aktion des Jugendhauses und Abenteuerspielplatzes Erlenhof, der Fachstelle Naturpädagogik sowie der Fachstelle Erlebnispädagogik und Ferien im Sachgebiet Kinder- und Jugendbildung. Ein weiterer Kooperationspartner ist das TECHNOSEUM im Rahmen des Projektes Mobiles MINT-Zentrum. Im Rahmen des Projekts „MINT-Zentrum am TECHNOSEUM“, gefördert von der Klaus Tschira Stiftung, bringt das TECHNOSEUM regelmäßig (offene) Workshops und Mitmachaktionen direkt in Jugendhäuser und Ganztagsschulen in Mannheim und Umgebung. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für MINT-Themen zu begeistern. 

Tages- und Übernachtungsfreizeiten des „Ferienexpress Steig Ein“ 
Bereits in den ersten beiden Sommerferien-Wochen hatten etwa 550 Kinder und Jugendliche aus Mannheim bei den Tages- und Übernachtungsfreizeiten des Ferienex-press „Steig Ein“ der Jugendförderung spannende Abenteuer erlebt: beim Wakeboarden auf dem Kleinen Brombachsee, beim Segeln auf dem Ijsselmeer, beim Trekking auf dem Rheinsteig oder bei Parkour-Trainings, Theaterproben, Fahrradausflügen oder Tanz- und Kreativangeboten.    

Am Toulonplatz war als Ausgangspunkt der Freizeiten deshalb den ersten Ferienwochen richtig viel los: Spielende Kinder, wartende Eltern und eine fröhliche Stimmung bei warmen Temperaturen. Am Morgen stand eine Gruppe mit ihren Fahrrädern bereit zur Abfahrt ins Freibad, während eine andere Freizeitgruppe Namensspiele spielte, bevor es mit dem Reisebus zum Kurpfalzpark ging. Armbändchen wurden verteilt, Listen geführt und Eltern verabschiedeten ihre Kinder zu den Tagesfreizeiten.

Und an den Wochenenden der ersten beiden Ferienwochen sah man zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Schlafsäcken, Isomatten und Koffern – zum Start oder bei der Rückkehr der Freizeiten mit Übernachtungen. Eltern, die voller Vorfreude auf die Rückkehr ihrer Kinder warteten sowie Teilnehmende, die neue Freundschaften geschlossen und ihre Nummern ausgetauscht haben. Für viele stand am Ende der beiden Ferienwochen schon fest: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!

„Die meisten Programme wurden von ehrenamtlichen Betreuer*innen gestaltet, betreut und durchgeführt. Während der Vorbereitungsseminare wird immer gemeinsam entschieden, welche Freizeiten im nächsten Jahr angeboten werden. Daher variiert unser Programm jährlich, je nach Interessen und Fähigkeiten der Betreuer*innen“, berichtet Eva Keil vom Ferienexpress „Steig Ein“.

„Mein Highlight in diesem Jahr war es, ein neues Kreativprogramm ins Leben zu rufen, dieses im Team eigenständig zu planen und zu sehen, dass es funktioniert. Am meisten Spaß hatten die Kinder beim Herstellen der Seifen“, erzählte beispielsweise Mirja, die bereits das vierte Mal als Betreuerin dabei war.

„Die Ferienfreizeiten stellen relevante Sozialisations- und Bildungserfahrungen für Kinder- und Jugendliche und auch für die Ehrenamtlichen dar“, erklärt Yvonne Gera, Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugendbildung in der Jugendförderung des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt. „Oft prägt es die jungen Menschen in ihrem Erleben von Selbstwirksamkeit und Gemeinschaftserleben nachhaltig für ihr gesamtes Leben. Dies ist ein zentrales Ziel der Jugendarbeit.“ 

Weitere Informationen unter https://kinderundjugendbildung.majo.de/

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