Abfahrt von Kurt-Schumacher-Brücke
Wie die Stadt Ludwigshafen in einer Pressemitteilung informiert, gibt die Stadt Ludwigshafen die Abfahrtsrampe von der Kurt-Schumacher-Brücke Richtung Oppau und BASF versuchsweise und bis auf Weiteres wieder für den Auto- und Lkw-Verkehr frei. Wer von Mannheim kommend in die nördlichen Stadtteile Ludwigshafens oder zur BASF will, kann voraussichtlich ab Mitte kommender Woche wieder eine Fahrspur der Kurt-Schumacher-Brücke nutzen und über die Brückenrampe in den Ludwigshafener Norden fahren. Die Öffnung erfolgt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf Basis neuer fachlicher Erkenntnisse für diesen Teilabschnitt. Das Bauwerk wird permanent überwacht. Die Vorbereitungen zur Öffnung sind bereits gestartet. Sie nehmen – je nach Witterung – einige Tage in Anspruch.
Ludwigshafens Oberbürgermeister Blettner: Spürbare Entlastung – mit Sicherheit und Augenmaß
"Zunächst einmal: Das sind gute Nachrichten für viele Pendlerinnen und Pendler in Ludwigshafen und Mannheim, aber auch für die Unternehmen. Wir wissen, dass die Verkehrssituation eine Belastung für viele Menschen darstellt. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer steht jedoch bei jeder Entscheidung an erster Stelle. Deshalb war es richtig und konsequent, den kompletten Nordbrückenkopf im Sommer mit dem vorhandenen Wissen und unter den gegebenen Bedingungen zu sperren. Aber wir haben nicht lockergelassen, sondern die Situation an der Rampe noch einmal gesondert begutachten lassen und an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet, um den Verkehrsfluss zu verbessern.
Die gezielte zusätzliche Begutachtung zeigt uns, dass die Rampe aufgrund ihrer besonderen Konstruktion anders bewertet werden kann als der übrige Nordbrückenkopf. Aufgrund dieser Erkenntnisse halten wir es nach sorgfältiger Abwägung für verantwortbar, die Rampe unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu öffnen. Unsere Entscheidung ist fachlich begründet, wir handeln dabei mit Augenmaß und können jederzeit bei Veränderungen am Bauwerk eingreifen", erklärt Ludwigshafens Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner.
Um Verkehrsteilnehmende zu entlasten und um trotz Großbaustelle am Nordbrückenkopf den Verkehrsfluss weiter zu verbessern, hat die Stadt Ludwigshafen bereits Mitte Oktober auch die Nord-Süd-Verbindung auf der Rheinuferstraße für den Verkehr freigegeben. Damit ist eine wichtige innerstädtische Achse wieder in beide Richtungen befahrbar. "Dass die Arbeiten am Nordbrückenkopf uns allen einiges an Geduld und Nerven abverlangen, war von Anfang an klar. Dort, wo es um Fragen der Sicherheit geht, haben wir keine Spielräume. Aber dort, wo neue technische Erkenntnisse Verbesserungen ermöglichen, können wir abwägen, begründet entscheiden und danach handeln. So jetzt auch bei der Abfahrtsrampe", betont OB Blettner.
Mannheims Oberbürgermeister Specht: Leistungsfähige Rheinquerungen sind unverzichtbar
"Ich begrüße ausdrücklich, dass die Stadt Ludwigshafen mit großem Engagement die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, die Abfahrtsrampe Richtung Oppau und BASF vorläufig wieder zu öffnen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die durch eine vertiefte fachliche Prüfung diese Lösung ermöglicht haben und dabei die Sicherheit konsequent im Blick behalten", sagt Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht und erklärt: "Das ist auch für Mannheim und die Region eine wichtige Nachricht: Die Vollsperrung der Brücke hat die Verkehrsströme zwischen unseren beiden Städten erheblich beeinträchtigt und Pendlerinnen und Pendler sowie Unternehmen auf beiden Seiten des Rheins belastet. Dass nun ein Teil der Brücke wieder genutzt werden kann, hilft, den Verkehr von Mannheim nach Ludwigshafen zu entlasten."
Er betont: “Die Situation zeigt, wie unverzichtbar leistungsfähige Rheinquerungen für unsere eng verflochtene Region sind. Deshalb müssen Bund und Länder die Kommunen bei der Sanierung dieser zentralen Verkehrsverbindungen stärker unterstützen. Die Verantwortung für eine leistungsfähige Infrastruktur darf nicht allein bei den Städten liegen.”
Arbeiten für Öffnung der Rampe sind angelaufen
In den kommenden Tagen wird witterungsabhängig die einspurige Fahrverbindung auf der Kurt-Schumacher-Brücke hergestellt. Unter anderem werden Markierungen aufgebracht sowie Baken und Leitwände aufgebaut. Es gilt, wie bereits vor der Sperrung, das Abstandsgebot für Lkw: Zwischen zwei Lkw müssen 50 Meter Abstand eingehalten werden. Die zweite Spur – also die linke – ist ausschließlich für Rettungskräfte reserviert. Sind die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen, steht für den Pkw- und Lkw-Verkehr, der von Mannheim kommt, auf der Kurt-Schumacher-Brücke eine Fahrspur zur Verfügung, um dann an der Ausfahrt Oppau/BASF abzufahren. Auf der gesamten Kurt-Schumacher-Brücke gilt für Pkw und Lkw Tempo 30. Auf Mannheimer Seite sind die Zufahrten von Luisen- und Parkring entsprechend ausgeschildert. Nicht möglich ist die Auffahrt von der Innenstadt/Fressgasse.
Zum Hintergrund: die geplante Sperrung des Nordbrückenkopfes
Der stark geschädigte Nordbrückenkopf wurde im Sommer planmäßig für den bevorstehenden Rückbau gesperrt. Neben den bekannten Materialschäden machten vorgefundene, so genannte Spannungsrisskorrosionen an Teilen des Nordbrückenkopfes vorsorgliche Einschränkungen auch an der Abfahrtsrampe Richtung Oppau/BASF sowie an der geplanten "Verkehrsspange" notwendig. Denn treten solche Schäden auch nur in Teilen des Bauwerks auf, gilt das gesamte Konstrukt als gefährdet. Ermessensspielraum gibt es in solchen Fällen nicht. Sicherheit geht immer vor.
Stadtverwaltung Ludwigshafen und Bauprojektgesellschaft (BPG) wollten dennoch wissen, welche Handlungsoptionen die Ergebnisse der großflächigen Untersuchung am Nordbrückenkopf konkret für die Abfahrtsrampe von der Kurt-Schumacher-Brücke nach Oppau zulassen. Daher haben Gutachter im Auftrag von Stadt und BPG für diesen Teilbereich überprüft, ob in den Bauwerken der Rampe Reserven enthalten sind, die für den Weiterbetrieb genutzt werden können.
Im Ergebnis: Für diese Abfahrtsrampe ist das der Fall, weil, sehr vereinfacht gesagt, zusätzlich eine andere Stahlkonstruktion verbaut wurde. Ernstzunehmende Verschlechterungen kündigen sich dabei mit Rissen an und passieren nicht schlagartig. Daraus ergibt sich der Handlungsspielraum, den die Stadt Ludwigshafen nun versuchsweise und bis auf Weiteres nutzt. Damit einher geht eine sehr engmaschige Überwachung des Bauwerks, um jederzeit reagieren zu können.
Alle anderen Teile des Nordbrückenkopfes bleiben planmäßig aufgrund der Bauwerksschäden gesperrt, während wie angekündigt der Abbruch vorbereitet wird. Nähere Informationen, wie dies passieren wird und was damit einhergeht, werden voraussichtlich in den kommenden Wochen vorliegen. Die Sperrung des Nordbrückenkopfes ist notwendig, damit der Verkehr unter der Brücke gefahrlos passieren kann.
Der Nordbrückenkopf ist Teil der Hochstraße Nord und verbindet diese mit der Kurt-Schumacher-Brücke. Die Hochstraße Nord ist irreparabel geschädigt und wird abgerissen. An ihre Stelle tritt die ebenerdige Helmut-Kohl-Allee, die sich bereits in Teilen im Bau befindet. Mit der Helmut-Kohl-Allee geht eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in der Geschichte Ludwigshafens einher: die Entwicklung eines rund 39 Hektar großen innerstädtischen Areals: den Rheintor Quartieren.