Soziales -

4 Millionen Euro aus Programm OrtsNahePflege BW

Das „Mannheimer Modell – Wohnen mit Versorgungssicherheit“ erhält eine Förderung über 4,04 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „OrtsNahePflege BW: Modellvorhaben für lokale Pflegestrukturen“. Mit dem Förderprogramm unterstützt das Land innovative Vorhaben, die neue Wege in der Pflege vor Ort entwickeln. Ziel ist es, tragfähige und zukunftsorientierte Strukturen zu schaffen, die Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sowie ihre Angehörigen nachhaltig stärken. Land und Pflegeversicherung fördern die neuen Versorgungskonzepte über das Förderprogramm „OrtsNahePflegeBW“ mit aktuell rund 14,3 Millionen Euro, einem ersten Baustein von insgesamt bis zu 31 Millionen Euro, die bis Ende 2029 in innovative Pflege-Ideen fließen sollen. Neben Mannheim werden neue Ansätze in Überlingen, Schorndorf, Tübingen und in den Landkreisen Tuttlingen und Lörrach erprobt.

Wohnen mit Versorgungssicherheit – einer von fünf Bausteinen des Mannheimer Modells 
 
Das „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ ist einer von fünf Bausteinen des Mannheimer Modells für ein „Gutes Älterwerden im Quartier“, das im Stadtteil Vogelstang pilotmäßig gestartet ist. Schritt für Schritt werden die Bausteine auf weitere Stadtteile ausgeweitet – so sollen im Rahmen des Projekts „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ neben der Vogelstang quartiersnahe Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen in den Stadtteilen Neckarstadt-West, Rheinau-Mitte und Gartenstadt eingerichtet werden. Der Gemeinderat hat die Umsetzung des Projekts in Verbindung mit dem Förderprogramm "OrtsNahePflege BW" in seiner Sitzung am 23. Juni beschlossen.
 
Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Pflegebedarf ein möglichst selbständiges Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Realisiert werden soll dies durch eine enge Verzahnung von Wohnen, Pflege und Beratung sowie den Ausbau wohnortnaher Unterstützungsangebote in den ausgewählten Stadtteilen. So sollen beispielsweise Pflegewohnungen eingerichtet werden, die den Übergang aus einer stationären Behandlung in die Pflege zu Hause erleichtern. In Pflegebüros steht eine Rufbereitschaft zur Verfügung, die in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende Unterstützung leisten kann. Und digitale Anwendungen können das Zusammenspiel zwischen pflegebedürftiger Person, Pflegedienst und pflegenden Angehörigen verbessern und so Entlastung und Sicherheit bringen.
 
"Im vertrauten Zuhause zu bleiben, ist der Wunsch der meisten älteren Menschen – auch dann, wenn sie Unterstützung oder Pflege brauchen. Für die Gestaltung seniorengerechter Quartiere mit integrierten Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen benötigt es ebenso innovative wie interdisziplinäre Konzepte und Ideen. Ich freue mich, dass das Land Baden-Württemberg unser Engagement in diesem Bereich anerkennt und das Projekt „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ als eines von sechs Modellvorhaben landesweit für eine Förderung ausgewählt hat. Wir sehen uns daher in der glücklichen Lage, dieses wichtige Projekt in den nächsten drei Jahren haushaltsneutral in Mannheim auf- und auszubauen“, so Bürgermeister Thorsten Riehle.
 
Erfolgreiche Projekte sollen nach Abschluss der Modellförderphase in Gesetzesvorschläge überführt und in die Regelversorgung übernommen werden. „Mit der Durchführung des Projektes hat Mannheim die Chance, die Zukunft der Pflege aktiv mit zu gestalten“, so Dr. Jens Hildebrandt, Fachbereichsleiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales, bei dem das Projekt angesiedelt ist. „Dass wir die Projektförderung erhalten haben, zeigt, dass wir mit unserem „Mannheimer Modell“ auf dem richtigen Weg sind.“
 
Nach der jetzt erfolgten Förderzusage kann der letzte, noch offene Baustein des „Mannheimer Modells“ umgesetzt werden. Das Projekt wird unabhängig wissenschaftlich evaluiert und begleitet, um die Wirksamkeit überprüfbar zu machen. So werden die Grundlagen für langfristig tragfähige Strukturen geschaffen, die eine bessere Versorgung für ältere Menschen im Quartier möglich machen. Hierbei wird die Stadtverwaltung auch auf die Kompetenz örtlicher Dienstleister im Bereich Wohnen und Pflege zurückgreifen.

Förderhinweis
 
Das Projekt wird finanziert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat, sowie durch die Landesverbände der Pflegekassen in Baden-Württemberg im Einvernehmen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.

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