Digitale Stadtsauberkeit
Ob wilde Müllablagerungen oder achtlos weggeworfener Kleinabfall – Verschmutzungen im öffentlichen Raum beeinträchtigen das Stadtbild in Mannheim spürbar. Sie mindern die Aufenthaltsqualität, versperren Wege und stellen die Stadtreinigung und Abfallwirtschaft vor große Herausforderungen, insbesondere in Zeiten knapper Kassen. Ziel eines neuen, vom Stadtraumservice Mannheim und der Smart City Mannheim GmbH durchgeführten Pilotprojekts ist es, mithilfe optischer Sensoren auf kommunalen Fahrzeugen automatisiert Daten zur Sauberkeit im öffentlichen Raum zu erfassen.
Zunächst geht es in einer viermonatigen Pilotphase um die Frage, ob sich unterschiedliche Arten von Abfällen – von großteiligen Ablagerungen bis hin zu kleinteiligem Littering – zuverlässig durch optische Sensoren erkennen lassen. Dazu werden Kameras auf Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen montiert, die im Rahmen ihrer regulären Touren Daten zu Zeit, Ort und Art der Verschmutzung erfassen. Großteilige Müllablagerungen sollen außerdem zukünftig mit angemeldetem Sperrmüll abgeglichen werden, um illegale Müllablagerungen zu erkennen. Dabei entsprechen alle eingesetzten Systeme den Vorgaben gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO).
„Wir wollen die Sauberkeit in der Stadt verbessern und gehen dafür auch neue, innovative Wege. Wir erhoffen uns von den gewonnenen Informationen eine verlässliche Grundlage sowohl für die Einsatzplanung der Stadtreinigung als auch für weitere strategische Entscheidungen. Ich möchte aber auch betonen, dass es sich hierbei zunächst um einen Pilotversuch handelt, der dafür da ist, herauszufinden, ob die neue Technik auch wirklich weiterhilft“, so Erste Bürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell.
Die gesammelten Daten ermöglichen es, stark verschmutzte Bereiche zu identifizieren, Entwicklungen über längere Zeiträume zu beobachten und Rückschlüsse auf besonders belastete Stadtteile zu ziehen. Die Sensorik ergänzt dabei das bestehende manuelle Qualitätserfassungssystem der Stadt Mannheim. Der automatisierte Ansatz kann somit helfen, die Datengrundlage erheblich zu verbessern und Ressourcenengpässe zu schließen.
Sollte die erste Phase erfolgreich verlaufen, ist eine zwölfmonatige Anschlussphase geplant. In dieser soll geprüft werden, wie die gewonnenen Informationen in die tägliche Arbeitsorganisation integriert werden können – etwa zur Optimierung von Reinigungsrouten oder zur gezielteren Abholung von wilden Müllablagerungen. Ziel ist es, die Stadtsauberkeit nicht nur sichtbarer sowie messbarer zu machen, sondern auch kommunale Reinigungsprozesse datenbasiert zu steuern.
Weitere Informationen finden Sie unter Digitale Erfassung von Stadtsauberkeit in Mannheim - Smart City Mannheim