Kanzlei von Ernst Bassermann

Im Jahr 1898 zieht der nationalliberale Stadtrat und Reichstagsabgeordnete Ernst Bassermann mit seiner Anwaltskanzlei von O 4, 1 nach L 2, 12 um. Seit 1880 ist er in Mannheim als Rechtsanwalt niedergelassen, zunächst – bis 1886 – als Juniorpartner des Rechtsanwalts Heinrich von Feder (1822-1887), Führer der Demokraten in Baden. „Bei dem alten Feder konnte man die Politik erlernen“ schreibt Bassermann später. Er selbst schließt sich den Nationalliberalen an, der führenden politischen Kraft in Baden und seit den 1890er Jahren auch in Mannheim. Seit 1887 gehört Bassermann dem Stadtrat an, 1893 wird er in den Reichstag gewählt und führt dort ab 1898 die nationalliberale Fraktion. Bassermann macht sich reichsweit als Wirtschafts- und Sozialpolitiker einen Namen. Auch seine Ehefrau Julie ist politisch aktiv. Die Mutter von vier Kindern engagiert sich in der Frauenbewegung, ist unter anderem Vorsitzende des Badischen Verbands für Frauenbestrebungen, des Vereins Frauenbildung – Frauenstudium sowie des nationalliberalen Frauenausschusses. Von 1919 bis 1922 sitzt sie für die DVP im Mannheimer Bürgerausschuss.
 

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