Buch-Club: Linda Nochlin - Why Have There Been No Great Women Artists? Warum hat es keine bedeutenden Künstlerinnen gegeben?

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Was haben die Künstler*innen gelesen, geschrieben, welche neuen Bücher gibt es zu den Themen und wie denken wir unsere Gegenwart vor dem Hintergrund der Kunst?

Der „Buch-Club“ in der Alten Bibliothek der Kunsthalle Mannheim lädt ein zu einem gemeinsamen Blick in Bücher und mediale Beiträge zu den Themen und künstlerische Formen der Werke aus Sammlung und Sonderausstellungen.

Mode­riert wird der Buch-Club von wech­seln­den Expert*innen und Dörte Ilsabe Dennemann, Programmkuratorin

Mittwoch, 03.06.26, 18:30 Uhr

Buch-Club: Elfriede Jelinek - Die Liebhaberinnen

Mit Julia Alicka.

Der Roman „Die Liebhaberinnen“ von 1975 der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek ist ein Klassiker der feministischen Literatur und fasziniert mit dem unheimlichen Talent, Alltagsgeschichten auf den Grund zu gehen. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Doch wie andere Möglichkeiten, so sind auch sozial attraktive Männer rar, und die attraktivsten sind schon vergeben. So setzt zwischen zwei «Liebhaberinnen» ein Konkurrenzkampf auf Leben und Besserleben ein, der mit Wucht ausgetragen wird. «Beide ‹Liebhaberinnen› sind die Betrogenen. „Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein Mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine Frau.› ... Bestechend an dieser Schriftstellerin ist die Genauigkeit und Schärfe, mit der sie in eine Welt falscher Glücksvorstellungen eindringt.» (Frankfurter Rundschau)

Mittwoch, 01.07.26, 18:30 Uhr

Linda Nochlin - Why Have There Been No Great Women Artists?

Warum hat es keine bedeutenden Künstlerinnen gegeben? Der im Jahre 1971 von der US-amerikanischen Kunsthistorikerin Linda Nochlin (1931–2017) veröffentlichte Essay war wegweisend für die feministische Kunstgeschichte. Zugleich war der Aufsatz der Auftakt für die wissenschaftlichen Arbeiten, die schließlich zu der gemeinsam mit Ann Sutherland Harris durchgeführten Ausstellung Women Artists: 1550–1950 im Jahr 1976 führten. In ihrem Aufsatz untersucht Nochlin die institutionellen – anstatt wie herkömmlich die individuellen – Hindernisse, welche Frauen in der westlichen Welt davon abgehalten haben, Erfolge in der bildenden Kunst zu erzielen, welche mit denen männlicher Künstler vergleichbar wären.

„Ein Verlust der Ganzheit, eine Zerrüttung der Verbindung, eine Zerstörung oder ein Zerfall". So beschreibt Linda Nochlin in ihrem anderen wegweisenden Essay ‚The Body in Pieces‘ die Erfahrung des modernen Menschen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. In der Sammlungspräsentation „Der fragmentierte Körper“ in Kubus 5 nimmt die Kuratorin Luisa Heese den Essay ‚The Body in Pieces‘ zum Ausgangspunkt der Beschäftigung der Künstler*innen mit dem „Gefühl der sozialen, psychologischen, ja sogar metaphysischen Fragmentierung“, das angesichts epochaler gesellschaftlicher Umbrüche entsteht und zu neuen künstlerischen Umgangsweisen mit der menschlichen Gestalt führt. Ausgehend von der erlebten fragmentarischen Wirklichkeit wird auch der Körper nicht mehr in seiner Ganzheit, sondern aufgelöst in Teilen wahrgenommen und dargestellt.

Im Buch-Club werfen wir einen Blick in Linda Nochlin‘s Denken.

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