Fit für die Zukunft: Waldentwicklungstypen in der Praxis
Der Klimawandel setzt unseren heimischen Wäldern durch Dürre und Hitze stark zu. Damit sie langfristig überleben können, müssen sie sich verändern. Doch wie sieht ein Wald aus, der den Extremen von morgen standhält? Antworten liefern die sogenannten Waldentwicklungstypen, kurz WETs.
Was sind Waldentwicklungstypen?
WETs sind wissenschaftliche Steckbriefe für den Wald der Zukunft auf Ebene von Waldgesellschaften. Für Baden-Württemberg gibt es 14 Waldentwicklungstypen, z.B. den Buntlaubbaum-Mischwald frischer Standorte oder den Kiefernmischwald mit hohem Risiko. Für jeden WET gibt es Informationen zu Waldgeschichte, Standortspektrum, Bodenpfleglichkeit, Natura2000, Arten- und Biotopschutz, Zielen und Maßnahmen. Sie geben z.B. vor, welche Baumarten in welcher Mischung an einem Standort stabile und widerstandsfähige Bestände bilden können.
Mit der Neuauflage der WETs für Baden-Württemberg im Jahr 2024 wurde ein wichtiger Schritt gemacht: Erstmals fließen verschiedene Klimaszenarien in die Planungen mit ein. Anstatt sich an der Vergangenheit zu orientieren, wird gezielt auf Baumarten gesetzt, die auch in den kommenden Jahrzehnten mit mehr Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Gerade in der Rhein-Neckar-Region ist dieser Ansatz besonders entscheidend. Die Wälder in und um Mannheim wachsen auf nährstoffarmen Böden, bei vergleichsweise wenig Niederschlag und hohen Temperaturen.
Bestens vorbereitet: Praktische Übungen im Kiefern-WET
Wie die Umsetzung in der Praxis gelingt, wurde kürzlich bei einer gemeinsamen Schulung mit ForstBW und dem Forstamt des Rhein-Neckar-Kreises im Käfertaler Wald geübt. Im Rahmen praktischer Übungen trainierten Försterinnen und Förster den gezielten Waldumbau für die besonders vom Klimawandel geprägten Kiefernwälder des nördlichen Oberrheingrabens und diskutierten vielfältige Erfahrungen und mögliche Lösungen.
So wird sichergestellt, dass das neue Wissen unmittelbar angewendet werden kann – mit dem Ziel, die Wälder in der Region langfristig als stabile Ökosysteme, grüne Lunge und Erholungsraum zu erhalten.