Anlage von vier Amphibientümpeln im Dossenwald – Wasserrückhalt und Artenschutz verbinden
Im Mannheimer Stadtwald fehlen aufgrund der sandigen Böden abseits von Rhein und Neckar vielfach geeignete Kleingewässer. Amphibien wie die Erdkröte müssen daher oft lange und gefährliche Wanderungen zu ihren Laichplätzen zurücklegen. Die Zerschneidung von Lebensräumen, intensive Nutzung und weitere menschliche Einflüsse verschärfen diese Situation zusätzlich.
Um dem entgegenzuwirken, haben die Untere Forstbehörde und der Eigenbetrieb Stadtraumservice der Stadt Mannheim vier neue Amphibientümpel im Dossenwald angelegt. Diese dienen nicht nur als Laichgewässer, sondern fördern auch den Wasserrückhalt im Wald, ein Aspekt, der im Kontext des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dies stärkt die Widerstandskraft unserer Wälder in Trockenperioden.
Die Tümpel liegen in einem feuchteren Bereich mit Eichen-Hainbuchen-Wald und artenreicher Krautschicht innerhalb des Schonwaldes „Dossenwald“ sowie des Naturschutzgebietes „Hirschacker und Dossenwald“. Bereits vorhandene Gewässer haben die Ansiedlung von Arten wie Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch und der Blaugrünen Mosaikjungfer, einer seltenen Libellenart, ermöglicht. Die neuen Tümpel ergänzen dieses Netzwerk als Trittstein-Biotope und fördern die Wandermöglichkeiten der Amphibien.
Das Projekt ist Teil eines Förderprogramms der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg zum dezentralen Wasserrückhalt im Wald und steht im Zusammenhang mit der Waldstrategie 2050. Dabei werden verschiedenste Maßnahmen gefördert, die den Wasserrückhalt im Wald stärken. Dazu zählt auch die Anlage von Kleingewässern, die die Versickerung von Regenwasser verzögern und das Waldinnenklima positiv beeinflussen - mit positiven Effekten für die Artenvielfalt.
Aufgrund der Lage in mehreren Schutzgebieten sowie der Belastung durch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg waren umfangreiche Abstimmungen und Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Naturschutz-, Boden- und Wasserschutzbehörde, dem Kampfmittelräumdienst sowie dem NABU konnten die erforderlichen Genehmigungen jedoch zügig erteilt und die Tümpel angelegt werden.
Für die Umsetzung wurden die Flächen zunächst von Bewuchs befreit und auf Kampfmittel sondiert. Dabei konnten unter anderem ein Granaten-Fragment mit Sprengstoffresten sowie Metallschrott geborgen werden. Anschließend wurden die Tümpel mit einem Spezialbagger angelegt. Das anfallende Material wurde vor Ort genutzt, um zusätzliche Lebensräume wie Totholzhaufen und besonnte Bereiche für Reptilien zu schaffen.
Die flach angelegten Tümpel bieten nun geeignete Bedingungen für Amphibien und weitere Tierarten. Gleichzeitig wurde ein buchtiger Waldrand geschaffen, der die Strukturvielfalt im Schonwald Dossenwald zusätzlich erhöht.