- Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung
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Mit dem Ziel, Mannheim als führenden Wirtschafts- und Industriestandort für die Zukunft zu positionieren, war die Entwicklung der neuen wirtschaftspolitischen Strategie das am breitesten aufgestellte Projekt im Rahmen der Neuausrichtung der Mannheimer Stadtverwaltung.
Neben umfangreichen, themenspezifischen Wirtschaftsanalysen und der Auswertung von Statistiken und vorliegenden Materialien hat das hierfür engagierte Beraterteam in der Analysephase Einzelinterviews und Expertengespräche mit Mannheimer Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen, mit bedeutenden Unternehmen aus der Region sowie mit Vertretern von wirtschaftsnahen Verbänden, Stadtverwaltung und Wissenschaft geführt. Die Ergebnisse wurden in Workshops diskutiert und erörtert sowie regelmäßig in einem Projektausschuss und danach im großen Plenum der Projektgruppe mit 70 Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Verbänden, der Region sowie der Stadtverwaltung Mannheims abgestimmt und verabschiedet. Im Rahmen der Etatberatungen wurde die neue Strategie vom Gemeinderat der Stadt Mannheim im März 2010 einstimmig beschlossen und befindet sich derzeit in der Umsetzung.
Die Stadt Mannheim wird aus diesen Erkenntnissen heraus die vorhandenen Ressourcen im Bereich Wirtschaftsförderung neu ordnen, ihre Aktivitäten für Mannheimer Unternehmen in Richtung Kundenorientierung erhöhen, aber auch in erkannte zukunfts- und wachstumsorientierte Themen investieren. Das sind die Kernpunkte. Im Fokus steht ebenso die Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit in der Metropolregion Rhein Neckar vor allem auch in den starken regionalen Kompetenzfeldern (Energie- und Umwelt, Produktions- und Prozesstechnik)
Ein Großteil der Ressourcen der Wirtschaftsförderung soll zukünftig in die Bestandspflege der hier ansässigen Unternehmen fließen. Dieser Bereich wird zum einen durch eine neue Organisationsstruktur, zum anderen durch personellen Zuwachs gestärkt. Die Bestandskundenentwicklung ist auf alle Branchen und Unternehmen ausgerichtet. Zunächst muss es die Aufgabe der neu aufgestellten Wirtschaftsförderung sein, den ansässigen Unternehmen mit optimierten Dienstleistungen und größerer Kundennähe zu begegnen, Kontakte zu intensivieren und einen dauerhaften Standortdialog ins Leben zu rufen. Begleitet werden muss diese Strategie mit einer klaren Standortkommunikation, die profil- und imagebildend wirkt. Wirtschaftsförderung entwickelt neben den klassischen, anforderungsbezogenen Instrumenten weitere proaktive Angebote und professionelle Strukturen eines modernen Dienstleistungsunternehmens. Stärker als bisher hat die Wirtschaftsförderung die Funktion des Kümmerers und Dienstleisters, nicht zuletzt auch durch die Verortung des kommunalen „Einheitlichen Ansprechpartners“ nach EU-Dienstleistungsrichtlinie zu übernehmen.
Beide Säulen (Bestandsentwicklungsstrategie und Kompetenzfeldstrategie) setzen an dem vorhandenen Unternehmensbestand an. Die Kompetenzfeldorientierung ist jedoch verbunden mit einer strategischen Fokussierung auf ausgewählte Wirtschaftbereiche und Projekte, die für das wirtschaftliche Wachstum und die Exzellenzförderung an einem Standort zunehmend wichtig sind.
Vor diesem Hintergrund und auf Basis der Ergebnisse der Analyse sollte Mannheim zwei der dreizehn untersuchten regionalen Kompetenzbranchen, nämlich Kreativwirtschaft und Medizintechnologie, zukünftig federführend in der Region entwickeln. Letzteres als Ergänzung zu den Aktivitäten der Region in den Bereichen Biotechnologie, Organische Elektronik, Gesundheit und Life Science. In beiden Bereichen sind profil bildende Alleinstellungsmerkmale und aussichtsreiche Projektansätze vorhanden, die für eine regionale und nationale Positionierung des Wirtschaftsstandortes Mannheims und der Region geeignet sind. Aber auch in den übrigen regionalen Kompetenzfeldern hat Mannheim Stärken, die in die regionale Kooperation eingebracht werden sollten. Allem voran sollte Mannheim in den schon erwähnten Technologiebereichen Energie und Umwelt sowie Produktions- und Prozesstechnologie Ressourcen investieren und pro-aktiv Wirtschaftprojekte vorantreiben.
Der Schwerpunkt der Aktivitäten – auch mit Blick auf die Ressourcenplanung – soll auf der Umsetzung der Bestandsentwicklungs-strategie (ca. 70%) vor der Kompetenzfeldentwicklungs-strategie (ca. 30%) liegen.
Mit der Implementierung der neuen wirtschaftspolitischen Strategie wurde im April 2010 begonnen. Mit einem Abschluss der Implementierung ist Ende 2010 / Anfang 2011 zu rechnen.