Umwelt & Verkehr18.03.2016

Weg mit dem Gelben Sack: Mannheim kämpft für die Wertstofftonne

Weg mit dem Gelben Sack, her mit der Werstofftonne: Mannheim kämpft für die Wertstofftonne.


27.03.2013

Weg mit dem Gelben Sack, her mit der Werstofftonne: Mannheim kämpft für die Wertstofftonne.



Weg mit dem Gelben Sack, her mit der Wertstofftonne: Derzeit arbeitet die Stadt Mannheim intensiv daran, dass ab 1. Januar 2017 stadtweit die Wertstofftonne eingeführt werden kann. Einer entsprechenden Beschlussvorlage stimmten die Mitglieder des Betriebsausschusses Technische Betriebe am Donnerstag einstimmig zu.  

Nun wird die Abfallwirtschaft Mannheim die Vertragsverhandlungen mit dem derzeitigen Systembetreiber, der Firma Europäische Lizenzierungssysteme GmbH, fortführen und bis Mitte April 2016 abschließen. Kommt es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung, ist die Einführung der Wertstofftonne in Mannheim gescheitert. Aber auch bei einer Einigung müssen noch alle anderen Systembetreiber zustimmen. Erst dann gehört die Gelbe-Sack-Sammlung in Mannheim der Vergangenheit an.

Sauberkeit des Straßenbildes steigern

„Mit dem Wechsel vom Gelben Sack zur Wertstofftonne könnte die Abfallwirtschaft Mannheim einen wichtigen Beitrag zur Stadtsauberkeit leisten“, betont Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die Bemühungen und macht deutlich: „In den letzten Jahren gab es immer wieder Verzögerungen bei der Abholung der Gelben Säcke und es kam häufig zu Beschädigungen der Säcke, was Auswirkungen auf die Sauberkeit des Straßenbildes hatte. Die Stadt, insbesondere die Abfallwirtschaft Mannheim, die sich zuverlässig für die Sauberkeit einsetzt, ist jeweils Adressat für die vielen Beschwerden, hat aber gleichzeitig nicht die Verantwortung für die Abholung der Gelben Säcke, da hier nach einer Ausschreibung ein privates Unternehmen beauftragt wurde. Um dieses Dilemma aufzubrechen und die Sauberkeit stadtweit zu verbessern, hat sich der Gemeinderat in einer Resolution und in mehreren Anträgen für die Abschaffung des Gelben Sacks und die Einführung der Wertstofftonne ausgesprochen. Jetzt wollen wir dies umsetzen.“

Wertstofftonne auch Forderung aus dem Beteiligungshaushalt

Darüber hinaus folge die Abfallwirtschaft mit den Verhandlungen auch den Forderungen nach einem Systemwechsel hin zu einer gelben Tonne bzw. Wertstofftonne, die über den Beteiligungshaushalt im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Jahre 2016/17 an die Stadt gerichtet wurden, so der Oberbürgermeister.

Die Wertstofftonne schont Ressourcen

Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala ergänzt die Bedeutung für die Umwelt, die durch eine verbesserte Wertstoff-Sammlung erfolge: „Über die Wertstofftonne können nicht nur Leichtverpackungen entsorgt werden, sondern auch andere Wertstoffe, sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen, die bislang in der Restmülltonne landen. Die getrennt gesammelten Wertstoffe können so einer hochwertigen Wiederverwertung zugeführt werden und schonen nachhaltig Ressourcen.“

Das bedeutet, dass künftig Wertstoffe aus Kunststoff – auch stoffgleiche Nichtverpackungen genannt – wie Spielzeug, Eimer, Blumentöpfe und aus Metall wie Töpfe, Pfannen und Eisenwaren in die Wertstofftonne gegeben werden können. Diese Gegenstände dienen wiederum als Rohstoffe für neue Produkte. Auf diese Weise werden die natürlichen Ressourcen geschont und Energie eingespart. Zudem sei eine Wertstofftonne für die Bürgerinnen und Bürger ein kundenfreundliches und leicht verständliches Sammelsystem, so die zuständige Dezernentin.

Abfallwirtschaft Mannheim will Verantwortung für alle Wertstofftonnen

Für den Umstieg von den Gelben Säcken auf die Wertstofftonne ist die Abfallwirtschaft Mannheim seit August 2015 in Gesprächen mit den zuständigen Systembetreibern. Die intensiven Verhandlungen ergaben, dass die Wertstofftonne in Mannheim im Rahmen eines sogenannten Gebietsteilungsmodells eingeführt werden soll. Dem Gebietsteilungsmodell liegt eine Aufteilung des Stadtgebietes zugrunde. Entsprechend der Menge von etwa 20 bis 25 Prozent an stoffgleichen Nichtverpackungen, die erfahrungsgemäß in den Wertstofftonnen eingesammelt werden, würde die Abfallwirtschaft Mannheim die Tonnen für circa 22 Prozent des Stadtgebietes anschaffen, aufstellen und im Vierwochen-Rhythmus leeren. Die Bemühungen zur stadtweiten Übernahme des Wertstofftonnen-Management wurden vom zuständigen Betreiber kategorisch abgelehnt. „Auch einen kürzeren Sammelrhythmus akzeptiert der Systembetreiber nicht - dies wäre auch für die Abfallwirtschaft Mannheim mit höheren Kosten verbunden“, so Klockow und er ergänzt: „Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Mannheim wird sich um das von dem privatwirtschaftlich organisierten und finanzierten Betreiber ausgeschriebene Sammelsystem „Gelber Sack“ bewerben – denn erst wenn die Verantwortung für alle Wertstofftonnen wieder beim Eigenbetrieb der Stadt liegt, kann sie Einfluss auf die Leistungserfüllung nehmen.“

Die stadtweite Einführung der Wertstofftonne kostet insgesamt circa 700.000 Euro pro Jahr, umgerechnet auf den Einwohner sind das 2,10 Euro pro Jahr. Eine Gebührenerhöhung für 2017 ist aller Voraussicht nach nicht nötig. In der Folgezeit führt die Einführung der Wertstofftonne zu einer einmaligen Gebührenerhöhung in Höhe von circa 2,3 Prozent“, erklärt Dr. Stefan Klockow, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Mannheim. Im Hinblick auf eine mögliche Gebührenerhöhung appelliert der Eigenbetriebsleiter an das Trennverhalten. Bürgerinnen und Bürger, die richtig trennen, können beim Restmüllaufkommen sparen und dann eventuell auf eine kleinere Restmülltonne umsteigen.

Die Wertstofftonne – gelber Deckel mit grauem Rumpf

Für die Wertstoffe soll es zwei Behältergrößen in einheitlicher Gestaltung mit grauem Rumpf und gelbem Deckel geben: den zweirädrigen 240-Liter-Behälter und den 1.100-Liter-Behälter mit vier Rädern. Dies gilt einheitlich für die ganze Stadt.

 

 

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