Kultur20.04.2017

Flucht aus Afghanistan: Autorenlesung mit Said Azami im Stadthaus



20.04.2017

Flucht aus Afghanistan: Autorenlesung mit Said Azami im Stadthaus



Terror, Verfolgung, Flucht – Der afghanische Autor Said Azami hat in Zusammenarbeit mit der Schwetzinger Stadträtin und Flüchtlingshelferin Raquel Rempp das Buch „Mut zu neuen Wegen“ erarbeitet, in dem er eindringlich seine Fluchterfahrung schildert, von Religion und deren Missbrauch erzählt, von den unterschiedlichen Volksstämmen und deren Sprachen berichtet und seine Gedanken zu Bildung sowie zum Recht der Frauen auf Gleichberechtigung äußert. Die Abteilung für Flüchtlingshilfen bei der Stadt Mannheim lädt am Donnerstag, 27. April, ab 19 Uhr ins Mannheimer Stadthaus N 1, Raum 52/53, zu einer Literaturlesung mit Said Azami und Raquel Rempp ein. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung wird gefördert durch den Flüchtlingsfonds der Stadt Mannheim.

Der 1983 geborene Azami erzählt von seiner Kindheit in einem unzugänglichen Gebirgsdorf in Afghanistan – auch vom Spiel mit Kalaschnikows und Raketen sowie den Angriffen sowjetischer Hubschrauber. Sein Vater war ein gebildeter, angesehener Mullah, der ihn früh mit religiöser und poetischer Literatur vertraut machte. Azami lernte sowohl Persisch als auch Arabisch und konnte damit auch den in arabischer Sprache geschriebenen Koran lesen, was nur wenige seiner Landsleute können. Eindrucksvoll schildert er, wie er ab 1979 die Besetzung des Landes durch die sowjetische Armee und den Tod von Familienangehörigen bei Hubschrauberangriffen auf die Zivilbevölkerung erlebte. Nach dem Tod seiner Eltern schlug er sich mit 14 Jahren nach Kabul durch, dort erlebte er den Bürgerkrieg und den Einmarsch der Taliban. Als Flüchtling wurde er mehrere Jahre im Iran ausgebeutet, ertrank beinahe auf der Überfahrt mit einem Schlauchboot von Izmir nach Lesbos. Im Juli 2013 schaffte er es schließlich nach Deutschland und traf in Schwetzingen auf die in der Asylbetreuung engagierte Stadträtin Raquell Rempp. Sie erkannte sein großes Interesse an der Literatur und der deutschen Sprache und ermunterte ihn, seine Erlebnisse aufzuschreiben.

In „Mut zu neuen Wegen“ offenbart sich Azami selbst, erzählt von Kindheitstagen und seinem geliebten Heimatland, aber auch in grenzenloser Offenheit die harte, persönliche Geschichte von Krieg und Zerstörung, Korruption und Folter, dem Schicksal der Flüchtlinge und dem Abgrund menschlicher Grausamkeit.

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