Kinder, Jugend, Familie11.11.2010

32 Tagesmütter und zwei Tagesväter zertifiziert

Mannheim ist einer von 162 Modellstandorten des bundesweiten Aktionsprogramms Kindertagespflege. Im Rahmen des Programms qualifizierten Stadt und Kooperationspartner in diesem Jahr 32 Tagesmütter und zwei Tagesväter für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Die feierliche Überreichung der Zertifikate fand am Samstag, den 6. November im Schnawwl-Theater statt.

Maria Wagner, Leiterin der Abteilung Tageseinrichtungen und Tagespflege für Kinder, bedankte sich bei den frischgebackenen Tagesmüttern und -vätern, die sich in 160 Unterrichtseinheiten für ihre neue Aufgabe qualifiziert hatten: „Sie sorgen dafür, dass wir ein hochwertiges Angebot in der Kinderbetreuung schaffen können.“ Bis 2013 will die Stadt für 35 Prozent der Kinder bis drei Jahre einen Betreuungsplatz anbieten, 60 Plätze jährlich sollen in der Kindertagespflege hinzukommen. Gefördert und begleitet wird der Ausbau durch das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Aktionsprogramm des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

„Sie engagieren sich für wichtige gesellschaftliche Aufgaben“, wandte sich Wagner an die zukünftigen Kinderbetreuer, „Sie tragen dazu bei, dass Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verwirklichen können.“ Christoph Schwamborn, Programmkoordinator ESF-Regiestelle, hob die Bedeutung der frühkindlichen Förderung hervor. „Mit unserem Projekt schaffen wir ein Angebot in der Elementarbildung.“ Ein Gütesiegel für Bildungsträger stelle sicher, dass die Qualifizierung der Tagesmütter und -väter bundesweit nach einheitlichen, fachlich anerkannten Standards erfolgt, so Schwamborn. In Mannheim qualifizieren Caritasverband, Familiengenossenschaft, Freizeitschule, Generation Guide und die Stadt. „Mannheim ist der erste Standort, an dem alle Bildungsträger das Gütesiegel haben“, freute sich Katrin Steinhilber vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS). Angetan zeigte sie sich auch über die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter.

Thomas Schulz, Koordinator des Aktionsprogramms bei der Agentur für Arbeit, begründete die Beteiligung mit dem Auftrag, die Chancengleichheit zu fördern. „Viele Frauen sind gut ausgebildet“, meinte er, „wir wollen ihre Erwerbsbeteiligung steigern.“ Dazu trage die flexible Kindertagespflege bei. Für alle, die gerne mit Kindern umgehen und arbeiten, bietet sie eine neue berufliche Perspektive.

Voller Stolz nahmen die Mannheimer Tagesmütter und -väter die Zertifikate von Maria Wagner entgegen. Anschließend feierten sie und die anwesenden Kinder bei Snacks, Kaffee und Kuchen und einer Aufführung des Schnawwl-Theaters. Auch Schwamborn freute sich über den Erfolg des Mannheimer Projekts: „Das Modell hier ist eines der besten.“

Die Veranstaltung moderierte Ingeborg Reinhard-Meyer vom Fachdienst Kindertagespflege.