Existenzgründungen 2015/2016

J. Hanke – Deine Weinkiste.de

Upcycling liegt im Trend: In einer kurzlebigen, verschwenderischen Zeit entdecken immer mehr Menschen alte Gebrauchsgegenstände als Ausdruck ihrer individuellen Kreativität. So ging es auch dem Dipl.-Betriebswirt und IT-Berater Johannes Hanke, als er auf der Suche nach geeigneten Möbeln für seine eigene Wohnung war. „Eher per Zufall stieß ich auf alte Original-Weinkisten – und diese erwiesen sich als ideale Grundlage für eine flexible, innovative und nachhaltige Einrichtung“, erinnert er sich und entwickelte aus dieser Erfahrung eine ungewöhnliche Geschäftsidee. „2013 gründete ich parallel zu meinem Master-Studium und unterstützt von der Start-up-Beratung der Mannheimer Wirtschaftsförderung eine eigene Firma J. Hanke – Deine Weinkiste.de“, so der Mannheimer. „Mein Angebot: alte Weinkisten mit bis zu 60 Jahre alter Patina, die aufgrund einer speziellen Wärmebehandlung jedoch keine Schädlinge einschleppen.“ Dieses Produkt hat sich Hanke mit einem Gebrauchsmuster schützen lassen.

Rund die Hälfte seiner Weinkisten verkauft der junge Unternehmer über das Internet. Wer jedoch vor Ort eine Auswahl treffen möchte, hat dazu am Abhol-, und Versandlager im Gebäude von MeinLager24 in Mannheim-Neuostheim, an zwei weiteren Abholpunkten in Frankfurt und Karlsruhe sowie im ersten eigenen Ladengeschäft in Stuttgart Gelegenheit.

Auf seiner Web- und Facebookseite kann man die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Weinkisten begutachten. „Bei privaten Nutzern werden sie vor allem für Regale, als Couchtisch oder sogar als Lampenschirme verwendet. Im Gewerbe dienen sie auch als Thekenverkleidung oder werden im Messebau eingesetzt. Erst kürzlich wurde einige Kisten für die Ausstattung von Sailer’s Barbershop erworben“, freut sich Hanke. „Und sogar als Diplomatengepäck nach Nigeria wurden meine Weinkisten schon verschifft.“

Weitere Informationen: www.DeineWeinkiste.de

LU – Linguistische Unternehmenskommunikation

Unternehmen haben eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, aber im Bereich Kommunikation wird nicht auf wissenschaftliche Expertise zurückgegriffen. Diesen Zustand möchte Dr. Simone Burel mit ihrem im August 2014 gegründeten Unternehmen ändern. Ihre Geschäftsidee: bisher unausgewertete sprachliche Daten von und über Unternehmen linguistisch analysieren – und dadurch effizientes Interagieren im Big-Data-Zeitalter ermöglichen. Zum Angebotsportfolio gehören u. a. eine linguistische Analyse vorliegender Texte sowie konkrete Vorschläge zur Textbearbeitung – ausgelegt auf die jeweilige Zielgruppe. Zudem führt Burel Social Media-Analysen und Imageanalysen durch. Dazu setzt sie in Kooperation mit der Universität Heidelberg das zertifizierte, computergestützte LU-Tool ein, das beispielsweise die für ein Unternehmen wichtigen Keywords aufzeigt. „Ich möchte wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Linguistik für die Praxis operationalisieren und die Macht zeigen, die von Sprache ausgeht“, so die Wissenschaftlerin, die in Mannheim, London und Heidelberg Germanistik, Anglistik und Pädagogik studierte. Im Anschluss promovierte sie an der Universität Heidelberg, wo sie einen Lehrauftrag besitzt. Der Sitz des Unternehmens ist Mannheim.

Weitere Informationen: www.linguistische-unternehmenskommunikation.com

people@venture

Einfach erfolgreicher bewerben! Mit diesem Geschäftskonzept gründeten die Betriebswirtin Sabine Ratermann und der Diplom-Geograph Dirk Steinhäuser, die beide über eine langjährige Erfahrung im Bereich Personalberatung verfügen, Anfang 2014 ihr Unternehme people@venture GmbH mit Sitz in Mannheim. Erste Zielgruppe sind Personen, die eine qualifizierte Bewerbung schreiben möchten. Drei unterschiedliche Pakete kann man auf der Homepage des Unternehmens herunterladen, in jedem finden sich über 60 verschiedene Bewerbungsvorlagen im gängigen Word- sowie OpenOffice-Format.
Beim Kauf des Premium-Pakets kann man die fertige Bewerbung zusätzlich überprüfen lassen. Im Rahmen des Profi-Pakets findet ein persönliches Coaching statt. Aktuell steht jedoch besonders die zweite Zielgruppe im Fokus: Unternehmen, die für ihre Mitglieder den Service von people@venture buchen und als Mehrwert zur Verfügung stellen. Derzeit gibt es erste Probeläufe für eine Kooperation im Bereich Krankenkassen, die testen, ob ein solches Angebot bei der Werbung für neue Mitglieder ein erfolgreiches Instrument sein könnte. Zwölf Monate diskutierten Ratermann und Steinhäuser über eine passende Businessidee für ein Start-up, bevor sie ihre Jobs kündigten, die Geschäftsräume anmieteten und den Sprung in die Selbstständigkeit wagten.

Weitere Informationen: www.peopleatventure.de

Rätselagentur Rätselstunde

Viele Jahre verdiente Erik Krämer seinen Lebensunterhalt als Bilanzbuchhalter – seine große Leidenschaft waren jedoch Rätsel und Quiz. „Im Jahr 2008 baute ich die Rätsel-Website www.raetselstunde.de auf, die heute täglich von 3.000 Menschen besucht wird und die sich über Werbung finanziert“, erinnert er sich. „Als mich zunehmend Firmen anriefen und mich baten für sie Rätsel zu erstellen, gründete ich im Jahr 2010 eine Rätselagentur auf nebenberuflicher Basis und erweiterte diese zwei Jahre später um die Lieferung von Quizfragen.“ Und das Geschäft lief gut. So gut, dass Krämer Anfang 2015 beschloss, seine Firma hauptberuflich zu betreiben. Sitz ist das Kreativwirtschaftszentrum „Altes Volksbad“ in der Mannheimer Neckarstadt-West. Insbesondere Zeitungen und Zeitschriften kaufen seine Rätsel, die er entweder mithilfe einer speziellen Software oder aber per Hand erstellt. Einige Rätsel, beispielsweise für Kinder, erwirbt er auch von Dritten. Ein zunehmend wichtigeres Standbein ist jedoch auch der Verkauf von Quizfragen. 11.000 Fragen hat Krämer gespeichert – in 23 Kategorien und in fünf Levels. Abnehmer sind hier in erster Linie Firmen, die Quiz-Apps für Handys anbieten oder die Quizfragen im Intranet einsetzen. Zu seinen Kunden gehört das Who’s Who der deutschen Wirtschaft. Eine ganz besondere Klientel sind Irish Pubs, zu deren Tradition regelmäßige Quizrunden zählen – mit Fragen, die auf einem hohen Niveau angesiedelt sind, wie der Rätselspezialist weiß.

Weitere Informationen:
www.raetselstunde.com
www.quizfragen.de

The circle in quadra

Was haben der Mannheimer Barbier Marco Sailer, der Barkeeper Paul Sieferle und der Sternekoch Tristan Brandt gemeinsam? Alle drei tragen bei der Arbeit mit Stolz eine Schürze von „the circle in quadra“. Im Mai 2015 gründeten der damalige BWL-Student Marcel Hofmann und Modedesignstudent Gabriel Trauth ihr Start-up. Das Ziel: nachhaltige und authentische Arbeitsbekleidung für die Gastronomie zu kreieren und der Schnelllebigkeit der Modebranche die Stirn zu bieten. Erstes Produkt: eine Kittelschürze mit Lederapplikationen und -Riemen, die es in unterschiedlichen Varianten für verschiedene Berufe gibt. Entwickelt wurde das Modell von Gabriel Trauth im Rahmen seiner Abschlusskollektion an der Manuel Fritz Modedesignschule. „Als Winzersohn aus der Pfalz lag mir das Thema nahe“, berichtet er von seiner Motivation und freut sich über den Erfolg. Inzwischen lassen die Jungunternehmer aufgrund der hohen Nachfrage die Schürzen bei einem Handwerksbetrieb in Heilbronn nähen und suchen auch eine kleine Manufaktur für die Herstellung des Leders. Kaufen kann man die Schürzen u. a. im Concept Store Butiq bei engelhorn und zukünftig auch online. „Wir sind überzeugt, dass die Zukunft kleinen Labels im Premiumbereich mit persönlicher Note und individueller Geschichte gehört“, ist Trauth sicher. So setzt das Unternehmerduo beim Marketing denn auch auf Testimonials wie den Barbier Marco Sailer, echte Charaktere zum Anfassen – die sie per Videos in den sozialen Netzwerken präsentieren. Wenn im Sommer auch Trauth sein Studium beendet hat, wollen die beiden  richtig Gas geben. Bis dahin arbeitet Hofmann in dem Karlsruher Start-up store2be. In welchem Ausmaß das Projekt weitergehen soll, ist jedoch noch offen. Eine Option ist es, das Thema Arbeitskleidung weiter auszubauen. Denkbar ist es jedoch auch, das Thema Leder in den Vordergrund zu stellen und ein Sortiment von Lederaccessoires auf den Markt zu bringen. 

Weitere Informationen: www.circle-quadra.com

Yalla Yalla! – studio for change

„Yalla Yalla!“ – arabisch für „Los geht’s!“ – haben Robin Lang und Wulf Kramer als Firmennamen für ihr im Mai 2014 gegründetes Büro gewählt, das sich die Konzeption, Planung und Realisierung temporärer Erlebniswelten auf die Fahnen geschrieben hat. Und zahlreiche Projekte der jungen Diplom-Ingenieure (Architektur) sorgten bereits für Furore. Den Grundstein für ihre gemeinsame Arbeit legte die Buschbad-Initiative 2013. Im Frühjahr 2014 gewannen sie den internationalen Wettbewerb für das Hotel Shabby Shabby, vorübergehend  errichtete Hotels im Rahmen des Festivals „Theater der Welt“. Mit einem  Pop-up-Schreibtisch mit Fischernetz wurde 2014 das Thema Meinungsfänger als Teil der Hack & the City-Ausstellung des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen umgesetzt. In der Chemiestadt gestaltete Yalla Yalla auch im vorigen Jahr mit 1.200 Gemüsekisten das Design der Ausstellung „Helden der Stadt“. Für Unternehmen sind die Diplom-Ingenieure ebenfalls aktiv. Etwa für die Labels von Jungfeld und Stork & Fox, für die sie jeweils einen Messeauftritt auf der Berliner Fashion Week realisierten. Doch auch neue Pläne sind bereits am Start. So haben  bereits die Vorbereitungen für ein Mobile Cinema anlässlich des Radjubiläums 2017 begonnen. Der Clou: Zuschauer müssen selber in die Pedale treten, um die Bilder zum Laufen zu bringen. Zwei Zielgruppen wollen Robin Lang und Wulf Kramer mit ihren kreativen Angeboten bedienen. „Zum einen fordert der fortschreitende gesellschaftliche Wandel neue Ansätze im Umgang mit dem öffentlichen Raum in den Städten, der die Bildung von Nachbarschaften und lokalen Netzwerken fördern soll. Hier wenden wir uns an städtische, kommunale und kulturelle Einrichtungen“, so Lang. „Zum anderen nutzen wir den Bedarf von Unternehmen an neuen und außergewöhnlichen Raumerlebnissen zur Stärkung der Kundenbindung und Erschließung neuer Kundengruppen.“ Sitz des Unternehmens ist das Kreativwirtschaftszentrum C-Hub.

Weitere Informationen: www.doitwithyallayalla.de

Studybees

Als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Überfüllte Hörsäle, hohe Arbeitsbelastung und ein enormer Leistungs- und Konkurrenzdruck prägen den Alltag an den Universitäten. Das Resultat: Jeder vierte Bachelor-Student bricht sein Studium vorzeitig ab, rund 30 Prozent davon aufgrund von Leistungsproblemen und nicht bestandenen Prüfungen. Hier setzt Studybees an – eine Vermittlungsplattform für Nachhilfe von Studenten für Studenten, spezifisch für jede Hochschule, für jeden Studiengang und die jeweilig anstehende Prüfung.  Vier Studierende haben das Unternehmen Ende 2013 ins Leben gerufen, seit Ende 2014 ist Studybees online: Geschäftsführerin Julia Hetzel und Fabian Klein, der für Produktmanagement und Customer Service verantwortlich ist, arbeiten inzwischen Vollzeit für das Start-up. Alexandra Slabskaia (Business Development & Marketing) sowie Johannes Saal (Produktentwicklung) unterstützen Studybees neben ihrem Studium. Während Einzelnachhilfe kostenlos vermittelt wird, fallen für die Teilnahme an den ein- oder zweitägigen Crashkursen, die derzeit an neun Universitäten stattfinden, Gebühren von ca. 40 Euro an. 1.000 Studenten wurden in den letzten sechs Monaten im Rahmen solcher Kurse auf ihre Prüfungen vorbereitet. In diesem Jahr sollen es 5.000 bis 6.000 sein. 750 Tutoren sind bei Studybees registriert. Vor allem an der Universität Mannheim, aber auch in Münster, am KIT in Karlsruhe und an der Uni Mainz ist das Unternehmen aktiv, wobei das Angebot in erster Linie in den Bereichen Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften genutzt wird. Seine Adresse hat Studybees im MAFINEX-Technologiezentrum.
Weitere Informationen: www.studybees.de

JACQ. GmbH

Jacqueline Yildirim liebt High-Heels und die SAP-Vertriebsspezialistin  bezahlte dafür – mit  häufig schmerzenden Füßen. Und so machte sie sich auf die Suche nach bequemen, aber auch schönen, attraktiven Schuhen – jedoch ohne Erfolg. „Nach einigen Versuchen, Prototypen mit einem Orthopäden und einem Schuhmodelleur anzufertigen, stand für mich fest, dass es mit herkömmlichen Dämpfungsmaterialien nicht möglich ist, Schuhe vor allem mit hohen Absätzen alltagstauglich und schmerzfrei zu machen“, so ihre Erkenntnis. Doch sie gab nicht auf – forschte weiter und fand eine Lösung: Sie entwickelte mit Unterstützung einer US-amerikanischen Firma einen Werkstoff, der die Wirkung der Bandscheibe im menschlichen Bewegungsapparat nachahmt und als Dämpfung für die Fußsohlen wirkt. Im November 2014 gründete sie das Unternehmen JACQ. GmbH. Ihre Innovation, ein sogenanntes Scientific Plastic, ist ein Hightech-Material zur Druckabsorption und wurde unter dem Namen COMDUREN inzwischen sowohl als Marke als auch als Patent angemeldet. Nun kann die Unternehmensgründerin Gas geben, die im Oktober 2015 ihre Stelle bei SAP gekündigt hat, um sich in Vollzeit ihrem jungen Unternehmen zu widmen. Und alle Signale stehen auf grün. „Zum Anfang des Jahres 2016 ist die Finanzierung vor allem durch ein Venture Capital der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg gesichert. Und ich habe mit Bernhard Küppers einen Investor gewonnen, der mich beim Geschäftsaufbau und der Geschäftsführung unterstützt“, berichtet sie. Potenzielle Kunden aus der ersten Liga der Schuhhersteller geben sich bei JACQ. die Klinke in die Hand. Mit vier Interessenten ist Yildirim derzeit im Gespräch, darunter mit einem führenden deutschen Anbieter von Sportschuhen. „Wir möchten COMDUREN nun in Form von Lizenzen an Partner in der Schuhindustrie verkaufen. Und wir sind zuversichtlich, dass wir erste Verträge bereits 2016 abschließen können“, ist Jacqueline Yildirim überzeugt. Ihre ursprüngliche Idee von der Entwicklung, dem Design und dem Vertrieb eines eigenen High-Heel-Labels hat sie vor dem Hintergrund dieser aktuellen positiven Situation zurückgestellt, aber durchaus  für 2016 oder 2017 noch auf der Agenda. „Dies ist für uns jedoch derzeit eher eine mittelfristige Perspektive“, so die Existenzgründerin, deren Unternehmen seinen Sitz im Mannheimer Kreativwirtschaftszentrum C-HUB hat.

Weitere Informationen: www.jacq.shoes

Simon & Paul - Film- und Fotoproduktion

Schon als Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaften bzw. der Soziologie in Mannheim waren Simon Fessler und Tobias Paul ein gutes Team, gründeten eine WG  und arbeiteten bei verschiedenen Themen erfolgreich zusammen. Der Anlass zur Gründung eines eigenen Unternehmens im Februar 2014 war jedoch das Videoprojekt „Der Bartender“, das die beiden kurz vor Ende ihres Studiums starteten. Die Begeisterung über den Film, der die  Arbeit des Barkeepers Jonathan Keßeler begleitete, im Internet war groß und bescherte den beiden jungen Unternehmern innerhalb von 48 Stunden ihre ersten beiden Aufträge. Genuss sichtbar zu machen – das steht bei den Projekten von Fessler und Paul ganz oben auf der Agenda. „Wir sind eine junge Produktionsfirma  mit dem Fokus auf Genusskultur und Lifestyle“, bringt es Simon Fessler auf den Punkt. „Und wir haben einen crossmedialen Ansatz, das heißt wir bieten bewegtbild-Inhalte sowie Fotografien aus einer Hand und ermöglichen so ein homogenes Gesamtprodukt.“ Dass das Start-up auf gutem Weg ist, belegt die Kundenliste mit vielen namhaften Firmen wie Globus, Welde, Beiersdorf oder Tchibo. Ein Leuchtturmprojekt war das Rebranding des Pfälzer Weinguts Schwedhelm – angefangen von Fotografien auf den Etiketten der Weinflaschen bis zum epischen Imagefilm. Eng ist die Zusammenarbeit auch mit b2b-Werbeagentur wob in in Viernheim, bei der Simon Fessler und Tobias Paul schon sehr früh in geplante Werbekampagnen eingebunden werden. „Das ist für uns sehr wichtig. Denn wir möchten nicht nach einem festgelegte Drehbuch arbeiten, sondern uns auch in die Gestaltung der Fotos und Filme einbringen“, so Fessler. Sitz des Unternehmens ist das Kreativwirtschaftszentrum Altes Volksbad in der Neckarstadt-West. Ein weiteres Büro wurde in Hamburg eröffnet.

Weitere Informationen: www.simonundpaul.com

Alugha GmbH

Der Online-Videomarkt boomt. Jede Minute werden heute weltweit 300 Stunden Videomaterial allein auf YouTube hochgeladen. Rund ein Zehntel davon steht in  mindestens zwei Sprachen zur Verfügung: ein großer Aufwand, denn für jede Sprache muss ein eigenes Video produziert oder oder die ursprüngliche Variante mit Untertiteln versehen werden – ein ebenfalls sehr aufwändiges Verfahren. Hier setzt die Geschäftsidee von alugha an, einem Mannheimer Start-up, das im April 2014 ins Leben gerufen wurde. Gründer Bernd Torsten Korz entwickelte gemeinsam mit seinem Sohn Niklas einen Player für mehrsprachige Videos, der es ermöglicht, mehrere Audiospuren mit ein und demselben Video zu verknüpfen – wie man es bei DVDs kennt. Als Investor stieg die Mannheimer Unternehmerfamilie Greinert ein und Gregor Greinert komplettierte mit Ithamar Adema das Kleeblatt der geschäftsführenden Gesellschafter. Insgesamt zählt das Team inzwischen zwölf festangestellte und freie Mitarbeiter. Die Technologie ist in Deutschland patentiert. In den USA wurde ein entsprechender Antrag eingereicht.

Aktuell sind über 2.000 Videos mit der alugha-Technologie erweitert und mehrsprachig online u. a. auf YouTube und alugha.com verfügbar. Zahlreiche User aus aller Welt haben sich die kostenlose Browser-Extension heruntergeladen, die benötigt wird, um sich die Videos nicht nur auf alugha.com oder den eigenen Webseiten der Video-Produzenten, sondern auch auf den großen Plattformen wie YouTube, Vimeo, Dailymotion oder Facebook anzuschauen. Dieses Angebot existiert für alle gängigen Browser. Einen Mehrwert bringt die Innovation von alugha vor allem für die Online-Video-Produzenten, die  nun nicht für jede gewünschte Sprache ein eigenes Video ins Netz stellen müssen und für die Nutzer, deren Suchaufwand sich verringert. Aber auch die sogenannten Hoster wie YouTube und die Provider wie T-Com profitieren. Sie sparen große Mengen an Ressourcen ein, da Audiospuren nur 5 Prozent der Speicherkapazität einer Videodatei benötigen.

Weitere Informationen: https://alugha.com

zingoo UG

Das Mannheimer Start-up zingoo hat das Verschenken von Gutscheinen neu erfunden. Auf der Suche nach einem passenden Geschenk, beispielsweise für das Weihnachtsfest, können auf der Plattform des Unternehmens Gutscheine von lokalen Firmen online erworben und dem Beschenkten auf das Smartphone geschickt werden. Gegründet  wurde das Unternehmen von Joscha Stothfang, der sich schon früh mit den Herausforderungen für den stationären Handel in Zeiten des Online-Shop-Booms beschäftigt hat. Seine Mitstreiter sind Andreas Jacob und Nils Keßler, die für die technische Umsetzung zuständig sind. Zingoo startet nun pünktlich zur Weihnachtszeit 2015 das Pilotprojekt in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen und will im Anschluss auch in anderen Städten Gutschein-Partner finden. Allein in Mannheim können Gutscheine von rund 60 Geschäften, Restaurants oder Dienstleistern online erworben werden.  „Wir wissen, dass viele lokale Anbieter vor dem häufig sehr zeitaufwendigen und kostenintensiven eigenen Online-Shop zurückschrecken, obwohl es immer wichtiger wird, auch im Netz für die Kunden präsent zu sein,“ so Jacob, Mitgründer des im Mannheimer MAFINEX-Technologiezentrum ansässigen Unternehmens. „Unsere Vision ist es natürlich nicht nur Geschenkgutscheine zu verkaufen, sondern eine Plattform für die lokalen Einzelhändler zu bieten, mit der sie auch auf anderen Wegen den Internetkunden zurück in die City bringen können.“ Das im MAFINEX-Technologiezentrum ansässige Unternehmen wird u. a. vom INVEST Programm des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert sowie vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg. Unterstützung erhält zingoo auch von der Mannheimer Wirtschaftsförderung und vom Mannheim Center for Entrepreneurship and Innovation (MCEI) der Universität Mannheim. 

Weitere Informationen: www.zingoo.de

Carrus Cultus GmbH

Das Unternehmer-Gen lag Andreas Werner und Sebastian Steininger bereits sehr früh im Blut. „Schon als wir noch beide im Stadtteil Jungbusch wohnten und an der Popakademie bzw. an der Universität in Mannheim studierten, war uns klar, dass wir mit einer eigenen Firma erfolgreich sein wollten“, erinnert sich Steininger. Ihre Geschäftsidee, die sie im Januar 2014 mit der Gründung der Carrus Cultus GmbH an den Start brachten, war außergewöhnlich: „Herrenfahrt“ – eine  exklusive Pflegemarke für den Gentleman von heute und sein Automobil – made in Germany. „Als Herrenfahrer bezeichnete man bis Mitte des 20. Jahrhunderts Autobesitzer der gebildeten Stände, die ihre Wagen selbst warteten und steuerten und oft bei Wettbewerben mit ihren eigenen Fahrzeugen gegen die sogenannten Werkfahrer antraten“, erklärt Steininger die Wahl des Markennamens. Das wichtigste Produkt, das Carnauba-Wachs, welches aus den Blättern der in Brasilien wachsenden Carnaubapalme gewonnen wird, stellen die beiden Jungunternehmer selbst her. Politur, Sprühglanz, eine Schnellversiegelung und Reinigungsknete ergänzen das Portfolio, das sie über ihren eigenen Online-Shop und andere Plattformen im Netz verkaufen.

Auch im stationären Handel will man jedoch kräftig Gas geben. Bei 18 sogenannten Autoaufbereitern ist man bereits vertreten – ein Angebot, das in Deutschland flächendeckend ausgebaut werden soll. „Schließlich sind unsere Produkte sehr beratungsintensiv“, so Steininger. In Mannheim sind „Herrenfahrt“-Produkte im Butiq-Store im engelhorn-Trendhouse und im Showroom des C-HUB-Existenzgründungszentrums präsent. Dort fiel im September 2015 auch der Startschuss für das Event „Benzin und Koffein“, zu dem die Unternehmensgründer alle sechs Wochen Fans von Old- und Youngtimern einladen. 

Weitere Informationen: https://herrenfahrt.com

OPAL – Operational Analytics GmbH

Es ist eine beeindruckende und auch erschreckende Zahl: Im deutschen Handel werden täglich 1.500 Tonnen Lebensmittel weggeworfen, was nicht nur zu Umsatzverlusten von bis zu 4 Prozent führt, sondern auch langfristige Imageschäden für die Branche nach sich zieht. Mit diesem Problem hat sich die OPAL – Operational Analytics GmbH auseinandergesetzt und eine Software entwickelt, die es den Kunden im Lebensmitteleinzelhandel auf allen Managementebenen ermöglicht, exaktere Absatzprognosen zu treffen – und zwar in Echtzeit. „Wir nutzen dabei historische Verkaufsdaten, die um externe Faktoren wie Wetter, Feiertage oder saisonale Besonderheiten ergänzt werden“, so Geschäftsführer Alexander Gossmann und erklärt das Konzept an einem Beispiel. „Ein Lebensmittelhändler überlegt sich, wie viele Brötchen er für seine Kunden aufbacken soll. Es ist ein Freitag im August, die Sonne strahlt vom Himmel und mit Sicherheit wird am Abend in vielen Haushalten Barbecue angesagt sein – mit einer entsprechenden Auswahl an Brötchen. Doch was passiert, wenn am Abend Gewitter prognostiziert sind oder die Temperaturen plötzlich fallen? Dann wird der Absatz bestimmt sofort einbrechen. Entsprechende Daten kommuniziert unsere Software sofort, und der Einzelhändler kann umgehend reagieren.“ 

Die Geschäftsidee entstand während der Promotionszeit der Gründer Marc Huber und Alexander Gossmann an der Universität Mannheim. Wie die enormen Datenmengen in der Warendisposition speziell für den Frischebereich genutzt werden können: Das war die große Herausforderung. Den Prototyp der Software haben die IT-Spezialisten mit einem führenden Lebensmitteleinzelhändler entwickelt und so direkt auf den Markt zugeschnitten. Wichtig war dabei, dass die Analysen und Prognosen übersichtlich dargestellt sind und von allen Entscheidungsträgern für ihre Zwecke genutzt werden können.

Im September 2013 hoben die beiden Wirtschafts-Informatiker ihr Unternehmen aus der Taufe und stießen auf großes Interesse in der Branche. Bei zwei großen Lebensmittelfilialisten und einer mittelständischen Bäckereikette befindet sich die OPAL-Software im Feldversuch. Im Frühjahr 2016 rechnen Gossmann und seine dreiköpfige Mannschaft mit den ersten Großaufträgen – und denken auch schon über eine Ausweitung der Zielgruppe nach. „Unsere Idee würde sicher auch in der Industrie funktionieren“, ist Gossmann überzeugt. „Denn schließlich geht es auch dort um die Optimierung von Bestellmengen.“

Weitere Informationen: www.opal-analytics.com

CONIAS Risk Intelligence GmbH

Revolutionen, Guerilla-Kämpfe, terroristische Angriffe – eine Vielzahl politischer Konflikte machen Regionen weltweit unsicher und instabil. Risiken, die angesichts einer immer engeren Verflechtung wirtschaftlicher Beziehungen weltweit zunehmend auch deutsche Institutionen, Unternehmen und Organisationen betreffen – und das nicht nur mit Blick auf den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch vor dem Hintergrund der Reputation von Firmen, die in Krisenregionen unterwegs sind. Hier kann CONIAS Risk Intelligence GmbH helfen. „Unsere Software bietet ein umfassendes Risikomanagement, das anhand von Grafiken, Kartenausschnitten, Tabellen und kurzen Texten schnell und übersichtlich über die tatsächliche Situation informiert und diese auch regelmäßig aktualisiert“, erklärt Dr. Nicolas Schwank, Geschäftsführer des Unternehmens, das Geschäftsmodell. „Dank spezieller Datenauswertungen wie dem Konfliktbelastungsindex und darauf basierenden eigens entwickelten Algorithmen erhält der Kunde klare und nachvollziehbare Risikoeinschätzungen für die kommenden Monate und Jahre, auf deren Grundlage er seine Entscheidungen trifft.“ Damit ist er auf bevorstehende Krisen vorbereitet und reagiert schneller und zielgerichteter als die Konkurrenz.  

Alleinstellungsmerkmal von CONIAS sind punktgenaue geographische Analysen – die sich nicht nur auf Länder, sondern auch auf Städte und Regionen fokussieren und eine weltweit einmalige Datenbank, die ihre Wurzeln in der ersten Konfliktdatenbank KOSIMO hat, die in den Jahren 1989 bis 1991 an der Universität Heidelberg erstellt wurde. Nun wird sie mit einem derzeit noch 13-köpfigen Team ständig ergänzt und verfeinert. Im April 2014 wurde CONIAS gegründet und erste Investoren gefunden. So hat sich der Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim bei CONIAS engagiert. Nun befindet sich das Unternehmen in der Akquisitionsphase. Erste Verträge mit global agierenden Großunternehmen stehen kurz vor der Unterschrift. Mit esri, dem weltweit größten Hersteller von geografischen Informationssystemen, hat man zudem einen Vertriebspartner gefunden, der hilft, die Türen zu potenziellen Kunden zu öffnen. „Außerdem haben wir einen Online-Shop auf den Weg gebracht, in dem wir Informationen zur Lage in bestimmten Staaten zum Download anbieten“, beschreibt Schwank die nächsten Schritte seines Unternehmens. 

Weitere Informationen: www.conias.de

Mister Trip - die neue Art zu reisen

„Pferde striegeln auf einer kolumbianischen Cowboyranch oder den aufschauenden Yoga-Hund vor Himalaya-Kulisse üben – ausgefallene und individuelle Reisen liegen im Trend. Mister Trip hilft, dass solche Urlaubswünsche wahr werden“, verspricht Gründer Michael Wurst. Das Mannheimer Travel Startup Mister Trip mit Sitz im MAFINEX Technologiezentrum vermittelt den direkten Kontakt zu Reiseexperten vor Ort, die dann mit ihrem lokalen Know-How und in Rücksprache mit den Kunden individuelle Reisepläne entwickeln. So entsteht ein authentischer und maßgeschneiderter Urlaub, fernab der Baustein- und Pauschalreisen großer Reiseveranstalter.

Die Buchung erfolgt über die Mister-Trip-Plattform beim Reiseexperten, die Zahlung wird bequem und sicher über das deutsche Konto des Mannheimer Unternehmens abgewickelt. „Durch die direkte Buchung im Zielgebiet erhalten die Reisenden nicht nur ihre Traumreise aus erster Hand, sie sparen sogar noch bares Geld“, verspricht Gründer Michael Wurst. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, prüft Mister Trip alle Reiseexperten und ihre Agenturen im Vorfeld gewissenhaft. Rund 90 Prozent von ihnen sprechen deutsch und die Kunden können nach Rückkehr eine detaillierte Bewertung ihrer Reise und der Experten abgeben. Großen Wert legt das Start-Up auf Nachhaltigkeit. Mister Trip und die Zielgebietsagentur unterstützen soziale und ökologische Projekte im Reiseland.

Zur Urlaubs-Inspiration widmet sich Mister Trip regelmäßig aktuellen Spezialthemen, zu denen es eigens ausgearbeitete Beispielprogramme gibt. Den Auftakt macht das Thema Entschleunigung. Michael Wurst erklärt: „Schon bei den ersten Anfragen haben wir festgestellt, dass unsere Kunden im Urlaub nicht nur auf der Suche nach Individualität, sondern auch nach sich selbst sind.“ Weitere Themen wie Ernährung oder Abenteuerlust werden in den kommenden Monaten folgen, so dass  ein Themenportal für verschiedene Interessensschwerpunkte entsteht.

Weitere Informationen: www.mistertrip.de