Der Geisterseher

Venedig im Karneval. Ein deutscher Prinz lebt inkognito im Ausland. Er hat keinen Ehrgeiz, die Regierungsgeschäfte in seiner Heimat zu übernehmen. Doch dann tritt plötzlich eine geheimnisvolle Gestalt mit Armenier-Maske auf, die mehr über den Prinzen weiß, als er selbst. Er gerät unter dem Einfluss von Geisterbeschwörern, Agenten und Geheimgesellschaften in eine völlig unübersichtliche politische Intrige.

In Schillers spätaufklärerischem Fortsetzungsroman kämpft die Vernunft mit dem Aberglauben, scheitert die Logik an der menschlichen Natur, gibt es Tricks und doppelte Böden.

Die verschlungenen, einander widersprechenden Realitätsebenen des Romans spiegeln sich in einer 15-minütigen Experience, die vollständig in einer virtuellen Realität spielt. Diese wird über Virtual-Reality-Brille und Kopfhörer erlebt. Der Teilnehmende taucht ein in die Stadt der Masken und begibt sich in das Reich des undurchsichtigen Armeniers, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

Dass Schiller virtuell stattfinden kann, haben die CyberRäuber Marcel Karnapke und Björn Lengers bereits mit ihrem gleichnamigen Projekt bei der Konferenz Theater und Netz 2016 bewiesen. Dort konnte man in einer virtuellen Realität Franz und Amalia aus Schillers Räubern begegnen. Die Synergie zwischen Theater und VR stellt für Karnapke und Lengers eine logische Entwicklung für das Theater von morgen dar.

Eine Koproduktion des Nationaltheaters Mannheim mit CyberRäuber - Das Theater der virtuellen Realität und dem Kunstfest Weimar für die 19. Internationalen Schillertage 2017

Gefördert durch die Heinrich-Böll-Stiftung

Dauer: jeweils 15 Minuten

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