CHANGE² I (2008-2013)

Ein Rückblick

2008 wagt Mannheim den Wandel: Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, 2007 neu in dieses Amt gewählt, startet einen umfassenden Modernisierungsprozess, um seine Verwaltung zu einer der modernsten Deutschlands zu machen. Der Fokus des Mannheimer Reformansatzen, der unter dem Titel CHANGE² firmiert, ist von Anfang an klar: Weg vom Denken in Organisationsstrukturen hin zu einem Verwaltungshandeln, das sich an messbaren Ergebnissen orientiert. Basis dafür sind Ziele für Mannheim, die für die gesamte Stadtverwaltung gelten.

Drei wesentliche Gründe für den Modernisierungsprozess
Die Motivation des OB für diesen Modernisierungsprozess lässt sich auf drei Grunderfahrungen zurückführen:

  • Ergebnisse zählen zu wenig in Verwaltungshandeln und Politik
  • es herrscht ein Spartendenken vor, das integratives Handeln erschwert oder sogar verhindert, und
  • der Gestaltungsauftrag der Verwaltung bleibt hinter der Dienstleistungsphilosophie zurück.

Ferner kommt hinzu, dass Politik und Verwaltung meist nicht gewohnt sind zu priorisieren, alles ist gleich wichtig. Infolgedessen liegt dem CHANGE²-Programm die Idee zugrunde, über strategische Ziele zu steuern und das Verwaltungshandeln an klar definierten Leitplanken auszurichten, um der Zufälligkeit von Entscheidungen entgegenzuwirken.

Masterplanprojekte + Kulturveränderung = Modernisierungsprogramm
Das gesamte Modernisierungsprogramm basiert in dieser ersten Phase im Wesentlichen auf zwei Säulen: Zunächst einem Masterplan mit 36 Projekten. Dort werden Meilensteine erarbeitet wie beispielsweise eine Gesamtstrategie, der Aufbau eines Vielfaltsmanagements, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement oder eine Reform der Gemeinderatsarbeit. Parallel dazu wird eine grundlegende Kulturveränderung angestrebt, die in dem Motto "gemeinsam mehr bewirken" ihre Verdichtung findet. Grundlage der Kulturveränderung sind die Leitlinien für Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit  – ein Verhaltenskodex für die gesamte Stadtverwaltung. Darin ist auch das Verständnis des Modernitätsbegriffs für die Stadtverwaltung definiert, nämlich:

  • Wir arbeiten nach klar definierten Zielen und wollen wissen, was wir erreichen. Wir messen Ergebnisse und Wirkungen und stellen uns dem Wettbewerb.
  • Wir entwickeln systematisch unsere Organisation und unsere Prozesse weiter und fördern systematisch unser Personal.
  • Wandel ist unser Alltag. Wir sind generell veränderungsbereit.

Weitere wichtige Bausteine zur Unterstützung des Kulturwandels sind neue Kommunikations- und Dialogformate oder die Durchführung von Mitarbeiterbefragungen und so genannten KliMA-Checks.

Evaluation zum Abschluss der ersten Phase
Die Universität Speyer hat sich Ende 2013 in einer Evaluation der ersten Phase umfassend damit beschäftigt, inwieweit durch den CHANGE²-Prozess die drei Modernitätskriterien erreicht wurden. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass „... die Mannheimer Verwaltung einen erheblichen Teil des Reformprozesses durchlaufen hat und nun vor einer Phase der Bewährung und Vertiefung steht.“ Daher schließt sich an die erste Phase nahtlos die zweite Phase an.