Klimagutachten zum „ehemaligen Vögele-Areal“

Auf dem ehemaligen Gelände der Firma Vögele zwischen Neckarauer Straße im Westen und dem Bahngelände im Osten ist die städtebauliche Entwicklung eines neuen Standortes für Bildung, Dienstleistung und Wohnen vorgesehen, teilweise bereits umgesetzt oder auch noch, wie die Feuerwache Mitte, inmitten der Bauphase.

Ein wichtiges Planungsziel bestand dabei in der Verbesserung der örtlichen klimaökologischen Situation, da sich das Planungsgebiet, wie der Stadtklimaanalyse 2010 zu entnehmen ist, in einem bioklimatisch hoch belasteten Teilbereich von Mannheim befindet. Der hohe Versieglungsgrad hat zur Folge, dass insbesondere an heißen Sommertagen die nächtliche Abkühlung deutlich reduziert ist. Thermische Ausgleichsleistungen ergeben sich in begrenztem Umfang allein über die nördlich und östlich angrenzenden Gleisflächen, die bei Winden aus östlichen Richtungssektoren zur Stadtbelüftung beitragen.

Von Seiten der Klimaökologie wurde somit für den Planungsbereich gefordert, die Intensität der städtischen Wärmeinsel möglichst zu reduzieren und die strömungsdynamische Positivwirkung der Ventilationsachse „Bahngleise“ durch Barrierewirkungen nicht gravierend einzuschränken.

Im Rahmen des laufenden Planungsprozesses waren und sind daher die sich aus der Flächennutzungsänderung ergebenden Auswirkungen auf die lokalen klimatischen Verhältnisse zu untersuchen und zu bewerten (Windfeld, bioklimatische und thermische Umgebungsbedingungen). Dabei wurden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Vertiefende Analyse und Bewertung der ortsspezifischen klimaökologischen Funktionsabläufe unter besonderer Berücksichtigung des Strömungsgeschehens.
  • Qualitative und quantitative Bestimmung und Diskussion der klimaökologischen Wechselwirkungen zwischen Freiflächen und Bebauung sowie der zu erwartenden klimatischen Veränderungen im Planungsgebiet und in dessen Umfeld mit Hilfe numerischer Modellrechnungen.
  • Darstellung von Optimierungsmöglichkeiten zur Sicherung bzw. Entwicklung möglichst günstiger strömungsdynamischer, bioklimatischer und thermischer Umgebungsbedingungen.

PS:

Mit vollständiger Realisierung der vorgesehenen Planungsmaßnahmen wird in einem bereits lufthygienisch vorbelasteten Bereich gegenüber dem Prognose-Nullfall zusätzlicher Verkehr generiert. Aus diesem Grunde wurden auch die Folgeerscheinungen der Planung auf die lufthygienische Situation im Planbereich und der Umgebung durch Prognoseberechnungen geprüft und bewertet. Dabei war die Zusatzbelastung durch den benachbarten Bahnverkehr zu beachten. Bewertungsgrundlage bildete die 39. BImSchV und geprüft wurden die Luftschadstoffleitkomponenten NO2, PM10 und PM2.5.

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