Klimagutachten „Messe- und Sportpark“

Ende der 90er haben im südöstlichen Stadtgebiet von Mannheim, im Bereich Bösfeld, Planungen für einen Sportpark begonnen, der neben einer Multifunktionshalle (SAP-Arena) für ca. 12.000 Besucher auch Baseballanlagen, eine Driving-Range, Skateranlagen sowie einen Hotelbau umfasste. Als zukünftige Option sollte auch der Bau eines Fußballstadions mitgedacht werden. Zur Aufnahme des Besucherverkehrs sollten zudem mehrere Parkierungsflächen ausgewiesen werden.

Nördlich der A 656 begannen zeitgleich Überlegungen für den Ausbau des Maimarktes, um langfristig die Qualität des Messestandortes zu sichern. Gedacht wurde vor allem an den Neubau von zwei festen Hallen (Gesamtgröße ca. 20.000 - 30.000 qm) sowie Gebäude für die technischen Ausstellungsdienste, den Besucher-Service sowie die Medienbetreuung. Später wurden die Planungen dann noch durch einen sog. Logistikring ergänzt.

Bereits in den Jahren 1986 und 1992 durchgeführte Klimauntersuchungen belegen, dass das Planungsgebiet Teil einer südöstlichen Freiraumradialen darstellt (regionaler Grünzug), die –  zusammen mit dem Grünzug Nordost – wesentliche Bedeutung für die bioklimatische Situation der Innenstadt besitzt. Dabei ist die Leistungsfähigkeit des südöstlichen Freiraumes in hohem Maße auf seine Vernetzung mit den klimaökologischen Ausgleichsräumen Dossenwald und Mittelfeld/Niederfeld zurückzuführen.

(PS: Auch, wenn Teile dieser Freiraumradialen in der Zwischenzeit bebaut wurden, so hat die Stadtklimaanalyse 2010 immer noch auf die immense Bedeutung dieses Grünzuges für das innenstadtnahe Klimageschehen hingewiesen und die damaligen Ergebnisse bestätigt).

Ziel des Gutachtens war es,

a) vertiefende Grundlagendaten bzw. daraus abgeleitete Erkenntnisse zur Berücksichtigung klimaökologischer Belange in der Planung bereitzustellen,

b) die sich mit zunehmender Bebauung möglicherweise einstellenden klimaökologischen Beeinträchtigungen aufzuzeigen und diese durch gezielte Planungsvorschläge zu reduzieren bzw. auf mögliche Ausgleichs- und Verbesserungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der geplanten Bebauung hinzuweisen.

Zur Ermittlung der erforderlichen kleinräumigen Daten wurden

  • mit Hilfe von fünf festen Klimamessstationen die Parameter Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfasst und
  • mobile Messungen zur flächenhaften Aufnahme der ortsspezifischen thermischen Situation und des Strömungsgeschehens ergänzten das Messprogramm.
  • Mit Hilfe von Rauchpatronenversuchen wurden Strömungsverlauf und Intensität überregionaler, regionaler und lokaler Luftströmungen bodennah ermittelt.
  • Über diverse Messfahrten wurde zudem die ortsspezifische Verteilung der Lufttemperatur erfasst.

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