Klimagutachten „Mannheim Grünzug-Nordost / Buga“ (Ergänzungsgutachten)

Wie bereits das gleichnamige Klimagutachten aus dem Jahre 2013 aufzeigt, kann die strömungsdynamische und thermische Barriere “Spinelli-Barracks“ durch landschaftsgestalterische Maßnahmen in klimaökologisch vorteilhafter Art und Weise aufgebrochen werden. Im Zuge des Prozesses zur Entwicklung des Grünzug-Nordost wurden u.a. mit Hilfe von umfangreichen Bürgerbeteiligungsveranstaltungen städtebauliche und ökologische Eckpunkte zur Fortentwicklung des Grünzugs erarbeitet.

Diese fanden Eingang in die Ausschreibung für einen zweistufigen Ideen- und Realisierungswettbewerb „Grünzug Nordost/BUGA 2013“, der im Herbst 2015 abgeschlossen wurde. Der erste Preis ging im Bereich Landschafts- und Freiraumplanung an das Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn. Der Planungsentwurf sieht einen drastischen Rückbau des Kasernenareals vor, so dass in Richtung Feudenheimer Au ein großzügiger durchgängiger Freiraum entsteht. Zwischen neuem Betriebshof an der Talstraße und der baulichen Arrondierung in Käfertal-Süd wird eine Freizone mit einer Breite von ca. 550m geschaffen, in der allein Fragmente der U-Halle verbleiben. In Richtung Westen dehnt sich der neue Grünzug auf dem Spinelli-Areal auf deutlich über 700m aus.

Im ergänzenden Klimagutachten sollte nun der Siegerentwurf mit Hilfe von numerischen Modellrechnungen hinsichtlich seiner klimaökologischen Folgeerscheinungen vertiefend bilanziert und bewertet werden. Vergleichend zum Ist-Zustand wurden folgende Punkte analysiert:

  • Die Auswirkungen der Planung auf die lokalen Kaltluftbewegungen
  • Die strömungsdynamischen Folgeerscheinungen der Planung
  • Die Veränderung der thermischen Umgebungsbedingungen durch die Planung

Fazit: Die durchgeführten numerischen Modellrechnungen belegen die klimaökologischen Gunsteffekte des Siegerentwurfes. Die flurwindartigen Kaltluftbewegungen zwischen dem östlichen Freiraumgefüge und der Feudenheimer Au werden in wirksamer Weise intensiviert. Der Kaltluftvolumenstrom steigt um ca. 11% an, womit die Zielvorgabe von Seiten der Klimaökologie erfüllt wird. Ein Verbleib der Straße Am Aubuckel beeinträchtigt den Kaltluftstrom in keiner nennenswerten Weise. Hierzu ist das „Wärmeband“ der Asphaltflächen zu schmal. Der angedachte Betriebshof an der Talstraße wirkt zwar als Strömungshindernis und als bioklimatisch belasteter Wirkungsraum, die davon ausgehenden Negativeffekte bzgl. Kaltluft, Strömungsdynamik und Bioklima bleiben jedoch auf den unmittelbaren Nahbereich begrenzt. Klimatische Zusatzbelastungen in Richtung Ortslagen Feudenheim und Käfertal gehen von der Bebauung nicht aus. Die klimaökologischen Zielvorstellungen sind daher annähernd erfüllt.

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