Klimagutachten „Heinrich-Lanz-Carré“

Im Rahmen des umfangreichen Klimagutachtens für das neue Stadtquartier „Mannheim 21“ hat sich gezeigt, dass sich das Planungsgebiet am Rande der innerstädtischen „Wärmeinsel“ befindet und sich bioklimatisch als „hoch belastet“ abbildet. Daneben wird das klimaökologische Wirkungsgefüge im Gebiet selbst und in dessen Umfeld aber auch noch durch die direkte Lagebeziehung zur innerstädtischen Ventilations- und Strömungsleitbahn "Bahnanlagen" sowie zum Hanns-Glückstein-Park bestimmt, der auch in der Endausbaustufe von Mannheim 21 noch eine örtliche Temperatursenke und einen lokalen Ausgleichsraum darstellt.

Mit der Verlegung der Südtangente nach Nordosten an die Bahngleise der Deutschen Bahn AG bietet sich nun sogar die Möglichkeit, den Hanns-Glückstein-Park in seiner Bedeutung als klimaökologischer Ausgleichsraum und Pocket Park fortzuentwickeln.

Eine Fortschreibung und Ergänzung des Klimagutachtens „Mannheim 21“ wurde notwendig, da sich – auf der Südseite des Glückstein-Parks – mit dem vom Investor vorgelegten Bebauungskonzept doch größere städtebauliche Abweichungen vom damaligen Rahmenplan beabsichtigt waren. Mit der sich verändernden Bebauungsstruktur vor allem auf der Südseite des Hanns-Glückstein-Platzes geht eine kleinräumige Modifikation der horizontalen und vertikalen Ventilationsverhältnisse einher. Da das kleinräumige, ortsspezifische Windfeld wesentlich die bioklimatischen und lufthygienischen Verhältnisse steuert, war im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens zu prüfen, ob sich durch die potenzielle Neubebauung die Durchlüftungs- bzw. Belüftungsverhältnisse in den angrenzenden Straßenzügen so nachteilig verändern würden, dass daraus Modifikationen des Bebauungskonzeptes abgeleitet werden mussten.

Wie die Ergebnisse für die einzelnen Anströmungssituationen gezeigt haben, sind auf dem Hanns-Glückstein-Platz und in den angrenzenden Straßenzügen durch die geplante Bebauung (Heinrich-Lanz-Carré, Mannheim 21) jedoch keine klimatisch gravierenden Modifikationen zu erwarten. Die strömungsmechanischen Veränderungen sind kleinräumig differenziert. Windabschwächungen in unmittelbaren Lee-Lagen von Gebäuden stehen Windbeschleunigungen an Gebäudekanten und Gebäudeabstandsflächen entgegen, die z.T. bis auf den Hanns-Glückstein-Platz Wirkung zeigen. Da der Hanns-Glückstein-Platz durch das Projekt „Mannheim 21“, in das auch das Vorhaben „Heinrich-Lanz-Carré eingebunden ist, ausgedehnt wird und der bestehende Baumbestand erhalten werden soll, sind erhebliche bioklimatische Zusatzbelastungen nicht zu erwarten.

PS:

Da mit der Realisierung des Stadtquartiers „Mannheim 21“ umfangreiche Straßenprojekte einhergehen, wurde – im Rahmen des Klimagutachtens – auch eine Berechnung und Bewertung der verkehrsbedingten lufthygienischen Folgeerscheinungen vorgenommen.

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